Koordinierte Verkehrskontrolle

03. Januar 2019 17:34; Akt: 03.01.2019 17:34 Print

Luzerner Polizei macht Jagd auf Gucklochfahrer

Drei Gucklochfahrer wurden am Donnerstag von der Luzerner Polizei gestoppt. Es war eine geplante Kontrolle. Denn die Gefahr sei riesig.

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Rund minus zwei Grad betrug die Temperatur am frühen Donnerstagmorgen im Luzerner Stadtteil Littau, dazu gabs in der Nacht leichten Niederschlag. Keine besonders angenehmen Verhältnisse, um in ein Auto zu steigen, das die Nacht draussen parkiert war. Und grossflächiges Eiskratzen scheint einigen Autofahrern zu mühsam.

«Mehrheitlich grenzwertig gereinigt»

Das bestätigt eine Mitteilung der Luzerner Polizei, die die Witterungsverhältnisse am ersten Nicht-Feiertag im neuen Jahr nutzte, um faule Eiskratzer zu büssen. Am Donnerstagmorgen kontrollierte die Luzerner Polizei in Littau nämlich in einer koordinierten Aktion mehrere Fahrzeuge. Das Resultat dürfte die Polizei nicht erfreut haben: «Fahrzeugscheiben und Frontscheinwerfer waren mehrheitlich grenzwertig gereinigt», teilte sie am Donnerstag mit. Wegen ungenügender Sicht wurden schliesslich drei Anzeigen erstattet.

Es sei eine geplante Kontrolle auf Gucklochfahrer gewesen, wie auf Anfrage bestätigt wurde: «Aufgrund der kalten Temperaturen lag der Fokus auf Fahrer mit vereisten Scheiben», sagt Christian Bertschi, Chef Kommunikation bei der Luzerner Polizei. «Zwar ist der Zeitpunkt der Patrouille bereits im Vorfeld bekannt, doch der Fokus Kontrolle wird der Situation entsprechend durchgeführt.»

Busse je nach Gefährdung

Bevor Gucklochfahrer nach einer Polizeikontrolle weiter fahren dürfen, heisst es kratzen: «Die Polizei lässt die Lenker erst weiterfahren, wenn das Auto wieder fahrtüchtig ist.» Wenn der Fahrer selber kein Werkzeug zur Beseitigung des Schnee und Eis dabei habe, stelle die Luzerner Polizei auch ihres zur Verfügung.
Denn laut Gesetz müssen mindestens die Front- sowie die beiden vorderen Seitenscheiben und die Seitenspiegel komplett von Schnee und Eis befreit sein.

Gegen die drei erwähnten Gucklochfahrer werde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. «Der Staatsanwaltschaft entscheidet, wie gross die Gefährdung war. Dementsprechend wird die Busse gestellt.»

«Eine riesengrosse Gefahr»

Gucklochfahrer seien gefährlich, da sie nicht wissen, was um sie herum passiere. «Sie sehen oft die Rückspiegel nicht und somit nicht, was hinter ihnen passiert.» Mit vereisten Scheiben fahren gefährde nicht nur einen selber, sondern auch andere.

Dies zeige auch ein Unfall, bei dem ein Gucklochfahrer ein Fussgänger angefahren habe. «Der Fahrer konnte nicht einmal sagen, aus welcher Richtung der Fussgänger den Zebrastreifen überquert hat. Das ist eine riesengrosse Gefahr.»

Tipps von der Polizei

Die Polizei empfiehlt, in der kalten Jahreszeit vor der Abfahrt mehr Zeit einzurechnen. Die Scheiben, Aussenrückspiegel, Beleuchtung und Kontrollschild müssen vor der Abfahrt von Schnee und Eis befreit werden. Auch behindernde Schneemengen müssen auch von der Motorhaube, Dach und Heck weggeräumt werden. Des weiteren soll die Beleuchtung kontrolliert und die Fahrt den Strassenverhältnissen angepasst werden.

(tst)