Experiment

24. Februar 2016 06:00; Akt: 24.02.2016 07:08 Print

Luzerner Studenten schicken Froscheier ins All

Für ein Experiment werden Froscheier in den Weltraum befördert. Dadurch könnte das Leben von älteren und bettlägrigen Patienten verbessert werden.

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Das CEMIOS-Projekt der Hochschule Luzern kommt nach vielen überwundenen Hürden in die entscheidende Phase: Am 7. März reist eine Delegation von Studenten aus Luzern nach Kiruna in Schweden. Von dort soll am 14. März eine Rakete für einen Kurztrip ins All starten. Mit an Bord: eine Ladung Froscheier.

Nur knapp zwei Minuten Schwerelosigkeit

Auf diesen Moment haben neun Studierende der Hochschule fast zwei Jahre hingearbeitet. Sie erhoffen sich Erkenntnisse über Mechanismen bestimmter Proteine. Dazu senden sie Eier des südafrikanischen Krallenfrosches ins All. Diese gelten als robust und gut manipulierbar.

Zunächst galt es aber, das geplante Experiment weltraumtauglich zu gestalten. «Es musste viele Tests bestehen», sagt Projektleiter Simon Wüest. «So haben wir beispielsweise einen Rütteltest durchgeführt, um nachzuweisen, dass die unbefruchteten Froscheier den Flug in der Rakete möglichst unbeschadet überstehen.»

Der Flug mit der Rakete dauert rund zehn Minuten. Die Messzeit ist jedoch viel kürzer. Wüest: «Die Rakete wird nur knapp zwei Minuten schwerelos sein. In dieser Zeit müssen wir den Ionenstrom messen können.» Danach soll der Flugkörper aus einer Höhe von rund 80 Kilometern mit einem Fallschirm zur Erde zurückkehren.

Die Reise nach Kiruna und der Flug ins All können auch in einem Blog der CEMIOS mitverfolgt werden.

Neue Ansätze in der Medizin schaffen

Mit dem Experiment CEMIOS wollen die Studierenden die Symptome, an denen ältere und bettlägrige Patienten häufig leiden, besser verstehen. Wie Raumfahrer leiden auch sie an Muskelschwund oder einer Verringerung der Knochendichte. Bei Astronauten kann ein solcher Muskelabbau wegen der Schwerelosigkeit schon innerhalb von ein paar Tagen eintreten. Hier erhoffen sich die Luzerner Jung-Forscher neue Erkenntnisse. Denn: «Der effektive Mechanismus, wie die Zelle die Kräfte von aussen wahrnimmt, ist noch nicht vollständig verstanden», so Wüest.

(jak)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • GoBro am 24.02.2016 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ninja turtles

    die könnten einen kriminellen hintergrund gedanken haben. ich würde noch schildkröten zur sicherheit raufschicken. Ihr wisst was ich meine :-) die sicherheit geht vor

  • Stefan am 24.02.2016 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    alles andere als unsinnig

    solche Projekte sind bei weitem nicht unsinnig und teuer, mein lieber Rolf. 1. sind solche Projekte von Studenten sehr wichtig für den Forschungs- und Entwicklungs-Standort Schweiz! 2. nennt sich dies Grundlagenforschung, und mit etwas Glück werden in einigen Jahren neue Medikamente auf Basis dieses Experimentes entwickelt 3. zu beinahe 100% arbeiten die Studenten gratis an solchen Projekten, das Argument mit "teuer" zieht somit nicht!

  • Rolf am 24.02.2016 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Menschen-Vermehrung wetweit stoppen

    wäre wichtiger als solche teuren Projekte zu finanzieren, oder muss die Welt mit solch unsinnigen Projekte zu Grunde gehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan am 24.02.2016 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    alles andere als unsinnig

    solche Projekte sind bei weitem nicht unsinnig und teuer, mein lieber Rolf. 1. sind solche Projekte von Studenten sehr wichtig für den Forschungs- und Entwicklungs-Standort Schweiz! 2. nennt sich dies Grundlagenforschung, und mit etwas Glück werden in einigen Jahren neue Medikamente auf Basis dieses Experimentes entwickelt 3. zu beinahe 100% arbeiten die Studenten gratis an solchen Projekten, das Argument mit "teuer" zieht somit nicht!

  • Rolf am 24.02.2016 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Menschen-Vermehrung wetweit stoppen

    wäre wichtiger als solche teuren Projekte zu finanzieren, oder muss die Welt mit solch unsinnigen Projekte zu Grunde gehen.

  • Bartli am 24.02.2016 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Da werden aber nicht alte Leute als Versuchskarnikel für die Weltraumfahrt missbraucht oder?

  • GoBro am 24.02.2016 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ninja turtles

    die könnten einen kriminellen hintergrund gedanken haben. ich würde noch schildkröten zur sicherheit raufschicken. Ihr wisst was ich meine :-) die sicherheit geht vor

  • Tschönäs am 24.02.2016 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gefährlich

    ich finde das zu gefährlich da das risiko nicht mehr überschaubar ist. die gefahr ist grösser, als auf offener strasse ausgeraubt zu werden oder von einem passanten im einer dunklen gasse weggeboxt zu werden!