Kryptowährungen weg

04. Mai 2018 05:47; Akt: 04.05.2018 05:47 Print

135'000 Fr. Finderlohn für verlorene Tasche

von Daniela Gigor - Ein Luzerner (27) ist noch immer auf der Suche nach seiner Tasche, in der Speichersticks für Kryptowährungen waren. Nun erhöht er den Finderlohn extrem.

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Nun ist es bald einen Monat her, seitdem Luzerner Thomas T.* seine Tasche abhanden gekommen ist, in der er zwei Speichermedien für Kryptowährungen verstaut hatte. Nachdem 20 Minuten am 25. April über den Fall berichtet hatte, wurde er von E-Mails nur so überschwemmt.

Denn T. setzte damals einen Finderlohn von 5 Prozent auf den damaligen Wert seines Portfolios aus. Dieses sei damals 800'000 Franken wert gewesen, also betrug der Finderlohn 40'000 Franken. Für Hinweise hatte er den Mail-Account viacoin.lu@gmail.com eingerichtet, wo neue Hinweise nach wie vor willkommen sind.

Der Finderlohn ist jetzt gigantisch hoch

Um den Anreiz nochmals zu vergrössern, dass ihm jemand die Tasche mit den Speicher-Sticks, die auch noch ein Notebook enthält, erhöhe er den Finderlohn nun von 5 auf 15 Prozent erhöht. Der Wert seines Portfolios mit Kryptowährungen sei in der Zwischenzeit etwa auf 900'000 Franken angestiegen. Wenn T. die Speichermedien in einem Zustand zurück bekomme, die es erlauben, an sein Geld heranzukommen, wird der Finder aktuell also mit 135'000 Fr. Finderlohn entschädigt.

Hat jemand die Tasche, der kein Deutsch versteht?

T. kann nicht verstehen, dass sich bisher niemand meldete, der über den Verbleib der Tasche Bescheid weiss. «Ich frage mich, ob der Mensch, der meine Tasche mit den Speichermedien hat, kein Deutsch versteht», sagt T. Denn nachdem 20 Minuten zuerst über den Fall berichtete, folgten auch Artikel etwa bei Blick oder der Luzerner Zeitung sowie in Fach-Portalen. Sogar in italienschsprachigen Medien war der Fall Thema. Die Publizität war also riesig, entsprechend stieg damit die Wahrscheinlichkeit, dass T. seinen Besitz zurückbekommt.

Abhanden gekommen sei ihm die Tasche am 9. April. Er spiele immer wieder ergebnislos die Szenen durch, ob er die Tasche nun verloren habe, oder ob die Tasche aus seinem Auto, das er in der Bahnhofstrasse vor dem Swisscom-Shop in Luzern parkte, entwendet wurde. Später sei er noch in der Bahnhofs-Migros einkaufen gegangen und sei anschliessend ins Spartakus-Fitness-Center in Rothenburg gefahren, um zu trainieren.

Nur T. kann mit den Speichermedien ans Geld gelangen

In einem Punkt ist sich T. sicher: «Die Person, die meine Tasche hat, kann nichts damit anfangen. Darum muss mir jemand die Speichersticks zurückbringen.» Ein Online-Backup kann T. nicht machen, da er die dafür nötigen Codes nicht notiert hat. Nur wenn er physisch wieder in den Besitz der Sticks gelangt, hat er wieder Zugriff auf sein Portfolio.