20. April 2005 04:51; Akt: 19.04.2005 21:19 Print

Mäuseplage: Jetzt droht den Bauern Futtermangel

Ein Winter für die Wühlmäuse: Ungestört gruben sie sich unter der Schneedecke durch den halben Kanton. Die Schäden für die Landwirte gehen in die Millionen.

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«Fast kein Dorf in der Zentralschweiz wurde von der Mäuseplage verschont», weiss Herbert Schmid vom Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum (LLBZ) Hohenrain. Seit dem Jahrhundertsommer 2003 habe die Mäusepopulation massiv zugenommen. Doch das Verheerende geschah diesen Winter: «Unter der Schneedecke konnten die kleinen Nager ungestört ihr Unwesen treiben und verrichteten Schlimmeres als befürchtet», sagt Schmid. Einigen Landwirten seien bis zu 50 Prozent der Futtermenge zerstört worden. «Manche werden Futter zukaufen müssen», vermutet Schmid, «und das wird teuer.»

Jungbauer Roland Müller (34) aus Emmen kann glücklicherweise auf Futterreserven vom letzten Jahr zurückgreifen. Denn auch seine Weiden wurden flächendeckend von den Mäusen zerstört. «Darum musste ich über die Hälfte meiner 15 Hektaren Land zusätzlich einsäen», sagt Müller. Er rechnet mit 10 000 Franken Mehrkosten.

Noch ist der Horror nicht vorbei – die Mäuse graben weiter. «Wenn sie einmal derart stark verbreitet sind, nützt die Jagd nach ihnen wenig», so der Landwirt.

(ewi)