Wut auf Spielplatz

24. Januar 2020 10:08; Akt: 24.01.2020 15:44 Print

Mann beschimpft Mütter als «huere Drecksjugos»

Auf dem Spielplatz vor dem Schulhaus im Wiggertal beschimpfte ein Luzerner mehrere Mütter. Der Streit endete am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Willisau.

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Ein älterer Luzerner musste sich am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Willisau verantworten, weil es vor dem Schulhaus im Wiggertal zu einer verbalen Auseinandersetzungen mit ein paar Müttern gekommen sei. Der Mann sei nicht unbekannt. Er sei schon wegen mehrfachen Beschimpfungen vorbestraft, wie zentralplus berichtete. So holte der Richter zunächst aus und teilte ihm mit: «Ich dulde keine Beleidigungen in diesem Gerichtssaal. Wenn Sie ausfällig werden, kann ich Sie mit bis zu 1000 Franken büssen.»

Mann zeigte wo der «Bartli den Moscht holt»

Dem Mann wurde vorgeworfen an einem Abend im Juli 2019 einen Spielplatz mit seinem Hund betreten zu haben, obwohl dies verboten sei. Als eine der Mütter ihn verscheuchen wollte, soll der Rentner ihr den Mittelfinger gezeigt haben und sie als «huere Drecksjugos» beleidigt haben.

In der Verhandlung gibt der Mann das Betreten des Spielplatzes zu. Die folgende Geschichte solle sich aber so abgespielt haben: Einige Kinder sollen «mit einem Stecken vor meinem Hund rumgefuchtelt und ihn erschreckt» haben, wie der Mann sagt. Der Hund sei traumatisiert wegen Missbrauchs von einem vorherigen Besitzer. Deswegen war der Rentner aufgebracht: «So etwas macht man nicht, wir hätten früher ‹was auf den Ranzen bekommen›, wenn wir so mit Tieren umgegangen wären.»

Als er den Kindern «wüst sagte», habe ihn eine Frau als «Drecksschweizer» beschimpft, wie der Mann vor Gericht aussagte. «Da hat es mich verjaggt.» Wie zentralplus mitteilte, habe der Mann einen Hass auf «solche Leute» und habe ihr dann gesagt wo der «Bartli den Moscht holt». Auf die Frage des Richters wie die Frau denn ausgesehen habe, antwortete der ältere Herr: Es sei «so eine Ausländerin» gewesen. «Ich schaue diese Frauen nicht an. Jedenfalls die sicher nicht.»

Freispruch für Rentner

Der Rentner zeigte sich jedoch einsichtlich, er bezeugte anders zu reagieren, würde ihm dies nochmals passieren. Er würde ruhig bleiben, weiter gehen und später selber Anzeige wegen Beschimpfung erstatten.

Der Mann sei in der Vergangenheit selber schon mehrfach beschimpft worden. Daher sei eine solche Reaktion nichts anderes als verständlich, findet sein Anwalt. Ausserdem stand in der Anzeige, der Mann solle den Mittelfinger gezeigt haben, nachdem er den Spielplatz betreten habe. Ein Video, dass eine der Mütter vom Vorfall gemacht hat, bestätigt jedoch, dass dies nicht der Fall war. Alles war vor dem Betreten des Spielplatzes war, sei laut Richter nicht von Relevanz. Entsprechend wurde der Rentner freigesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(jab)