«I kill you!»

04. Dezember 2019 16:39; Akt: 04.12.2019 16:39 Print

Mann bricht WG-Gspändli mit Hammer den Schädel

Weil er seinem Mitbewohner mit einem Hammer eine Trümmerfraktur zugefügt hat, stand sich ein 36-Jähriger vor dem Kriminalgericht.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Gewalttat ereignete sich in einer Nacht im Juli 2017: Gegen 1 Uhr kam ein 36-Jähriger nach Hause und drehte in seinem Zimmer die Musik auf. Kokain, Cannabis und Alkohol (fast zwei Promille) hatte der Mann intus.

Sein Mitbewohner hätte ihm gesagt, er solle die Lautstärke reduzieren, da dessen Frau und Kind bereits im Bett seien. Nachdem die Ehefrau des Mitbewohners aufgewacht war und hinzukam, sei die Situation eskaliert: Nach einem Streit habe der Beschuldigte einen Hammer hervorgenommen, den er im Hosenbund hatte, und habe zugeschlagen. Zuvor habe er noch «I kill you» gesagt, berichtet Zentralplus.

Hammer kam schon zuvor zum Einsatz

Der Mitbewohner erlitt eine Trümmerfraktur und eine Hirnblutung und ging bewusstlos zu Boden. Das Mann musste notoperiert werden. Der Beschuldigte verliess die Wohnung und wurde später festgenommen. Drei Wochen lag das Opfer im Spital. Es fordert 40'000 Franken Genugtuung und Schadenersatz von rund 26'500 Franken.

Der Beschuldigte gab an, dass er sich nicht mehr an die Tat erinnern könne. Seine Schuld gestand er aber trotzdem ein. Seinen Mitbewohner soll er schon zuvor mit dem Hammer bedroht haben. Zudem soll er einen Nachbarn gewürgt, bestohlen und mit dem Hammer verletzt haben.

Freiheitsstrafe gefordert

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren – wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, vorsätzlicher schwerer Körperverletzung, Raub sowie Widerhandlungen gegen Betäubungsmittel- und Waffengesetz. Der Verteidiger hingegen forderte eine vierjährige Freiheitsstrafe und eine Busse von 200 Franken. «Hätte er seinen Mitbewohner tatsächlich umbringen wollen, hätte er mehr als einmal zugeschlagen», sagte der Verteidiger laut Zentralplus.

Diskutiert wurde vor Gericht auch wegen einer möglichen Ausweisung des Gambiers. Laut Staatsanwaltschaft handle es sich nicht um einen Härtefall, da viele Geschwister und die Eltern des Beschuldigten in Gambia leben würden. Die Verteidigung wehrte sich: Der Beschuldigte sei verlobt und habe einen Sohn aus einer früheren Beziehung. Diesen würde er bei einer Ausweisung «wohl nie wiederehen».

Das Urteil soll in den kommenden Tagen gefällt werden.

(gwa)