Arth-Goldau SZ

26. März 2019 16:21; Akt: 26.03.2019 16:35 Print

Mann prügelt in S-Bahn eigene Mutter blutig

von Daniela Gigor - Wüste Szenen hat es am Montag in einer S-Bahn von Luzern nach Arth-Goldau gegeben. Ein Mann schlug brutal auf seine Mutter ein. Passagiere zeigten Zivilcourage.

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Der gewalttätige Mann ist am Mittwoch am Bahnhof in Goldau von der Kantonspolizei Schwyz abgeholt worden. (Symbolbild) (Bild: Google Street View)

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Ein 28-jähriger Leser-Reporter stieg am Montag in Luzern kurz nach 10 Uhr in eine S-Bahn, um nach Küssnacht SZ zu fahren. «Plötzlich hörte ich weiter vorne im Zug lautes Geschrei», sagt der Mann. Er sah, wie ein junger Mann auf eine ältere Frau einprügelte. «Er war wie von Sinnen und schlug mit den Fäusten und den Füssen auf die Frau ein und riss sie an den Haaren», sagt der Mann weiter. «Wir waren alle schockiert. Das Opfer rief immer wieder, dass der Schläger ihr Sohn sei.»

Im Abteil seien vorwiegend ältere Frauen und Männer anwesend gewesen. Eine Frau mit einem Baby im Kinderwagen sei ängstlich und zitternd auf ihrem Platz gesessen. Ein älterer Mann wollte den Täter stoppen, doch dieser sei vom Schläger einfach zu Boden gestossen worden. Auch der 28-Jährige habe zusammen mit einer jungen Frau versucht, den vor Wut rasenden Mann zu stoppen.

Schläger für medizinische Abklärungen übergeben

Beim Halt in Merlischachen sah der Leser-Reporter einen Mitarbeiter der SBB und nützte den Stopp aus, um diesen als Verstärkung in die S-Bahn zu holen. «Zu dritt gelang es uns, den Mann festzuhalten.»

Es sei auch gelungen, die Polizei zu informieren. Allerdings ging die Fahrt bis nach Arth-Goldau weiter, wo die Polizei auf den von der Gruppe im Zug festgehaltenen Mann wartete. Sie empfing ihn dort mit Handschellen.

Polizei bestätigt, dass es Sohn und Mutter waren

Eine Ambulanz in Arth-Goldau wartete auf das Opfer, das weinend und mit blutendem Mund den Zug verliess. Die Kantonspolizei Schwyz bestätigt den Einsatz auf Anfrage. Die beiden Beteiligten seien Mutter und Sohn gewesen.

«Der 29-jährige Mann wurde nach der Festnahme in ärztliche Betreuung für medizinische Abklärungen übergeben», sagt Sprecher David Mynall. Die 55-jährige Mutter sei mit eher leichten Verletzungen davon gekommen. Über den Einsatz der anderen Fahrgäste, die den Täter bis zum Eintreffen der Polizei festhielten, sagt Mynall: «Zivilcourage ist gut, wenn die eigene Sicherheit jeweils gewährleistet ist.»