60 Fr. für Umtriebe

23. Juli 2019 04:52; Akt: 23.07.2019 09:21 Print

Mann stinksauer wegen Rechnung für Pipi-Pause

von Daniela Gigor - Ein Nidwaldner parkierte sein Auto bei der Post neben der Uni Luzern. Weil er noch aufs WC ging, kostete das 60 Franken.

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Auch am Montag war Gottfried Jäger aus Stansstad NW noch richtig in Rage: «Ich musste mich sehr beherrschen», sagt er. Grund für die Aussage ist eine Rechnung in der Höhe von 60 Franken, die Jäger am Samstag bekommen hat. Dabei handelte es sich um eine sogenannte Umtriebsentschädigung, denn Bussen dürfen nur von der Polizei ausgestellt werden, wie Natascha Waser, Sachbearbeiterin der Securitas gegenüber 20 Minuten sagt.

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Doch der Reihe nach: Jäger musste am Samstagmorgen auf die Post neben der Universität und dem Bahnhof. Korrekt löste er sein kostenloses Parkticket, mit dem er sein Auto 15 Minuten stehen lassen durfte. Als er aus der Post kam, hatte er noch genügend Parkzeit übrig: Er ging in den Bahnhof, um auf einer der Toiletten die Blase zu entleeren.

Parksünder hat Plakat nicht bemerkt

Zurück auf dem fast leeren Parkplatz traf Jäger fast der Schlag: An seinem Auto war die Rechnung für eine Umtriebsentschädigung in der Höhe von 60 Franken angebracht. Gleich neben dem Auto stand der zuständige Mann der Securitas. «Ich habe ihn angesprochen und gefragt, was das soll, er habe mich ja sicher bei der Post bemerkt. In der Folge bekam ich die Antwort: ‹Wenn Sie hier parkieren, dürfen Sie das Areal nicht verlassen›», so Jäger.

Der Parksünder gesteht ein, dass diese Regel auf einem Plakat bei den Parkplätzen vermerkt sei, doch habe er dieses nicht bemerkt. Man gehe doch davon aus, dass man die Parkzeit ausnützen könne. «Darum habe ich habe dem Mann erklärt, dass ich noch schnell im Bahnhof war, weil ich aufs WC musste. Dies hat den Securitas aber überhaupt nicht interessiert», sagt Jäger noch immer erbost. Der Parkplatzwächter habe ihm nur geantwortet, wenn er auf das WC müsse, dann müsse er sich auch einen neuen Parkplatz suchen.

Kanton hat Parkplätze an die Post vermietet

Fazit für Jäger: «Das war das teuerste Bisi meines Lebens. Ich werde in Zukunft meine Notdurft entweder direkt bei der Post oder beim Parkplatz erledigen, das Areal werde ich deswegen nicht mehr verlassen.»

Sachbearbeiterin Natascha Waser fordert Jäger auf, eine schriftliche Einsprache mit seiner Schilderung des Vorfalls bei der Securitas zu machen. Sie weist allerdings auch darauf hin, dass das Areal vor der Post nicht verlassen werden darf. Über die Höhe der Rechnung sagt Waser: «Der Preis wird vom Eigentümer festgelegt.» In diesem Fall ist die Post als Mieterin der Fläche zuständig.

Denn auf Anfrage beim Kanton Luzern, dem das Grundstück gehört, heisst es, die erwähnten Parkplätze würden vermietet. Die Post habe den Vertrag mit der Securitas abgeschlossen, sodass die Parkplätze ausschliesslich Postkunden zur Verfügung stehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sheyna am 23.07.2019 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    Pipi News

    Das alle immer zu 20 min rennen, wenn sie eine Rechnung kriegen ist schon unglaublich.

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  • MF am 23.07.2019 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Herr Jäger würde bestimmt auch in Rage geraten wenn jemand seinen Privaten Parkplatz benuzt um eine Pipi-Pause einzulegen... aber ich gratuliere ihm das er es mit diesem riesen problem in dIe Zeitung geschafft hat und ich es sogar gelesen und einen Komentar geschruebe habe XD

  • Postkunde (ohne Pipi) am 23.07.2019 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Widerspruch

    "Korrekt löste er sein kostenloses Parkticket,...." "Man gehe doch doch davon aus, dass man die bezahlte Parkzeit ausnützen könne." Etwas sehr widersprüchlich. Die geltende Regelung wurde vermutlich eingeführt weil unzählige Personen irgendwo hin gegangen sind innerhalb der Viertelstunde und zum Schluss die Postkunden keine freien Parkplätze mehr hatten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frank am 23.07.2019 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Umtriebsentschädigung

    Also wenn die Securitas schon eine "Umtriebsentschädigung" geltend macht, dann unbedingt Einsprache erheben, damit die Securitas auch Umtriebe hat. Nur so wird sie (bzw die Post als Auftraggeber) vielleicht die Parkregelung mit etwas mehr Augenmass betreiben.

  • Rosmarie Wüthrich am 23.07.2019 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nur um den Gewinn der Firma

    Was würde denn geschehen, wenn 2 Personen mit dem Fahrzeug parkieren, Ticket lösen, eine geht auf die Post die andere auf die Toilette am Bahnhof. Gäbe es dann nur 30.- "Unkostenbeiträge" zu bezahlen? Gesunder Menschenverstand geht immer wie schneller verloren. Kein wunder jedoch, wenn die Obrigkeit so und soviele Rechnungen ausgestellt werden müssen! Ansonsten kommt ende Jahr der Ober-Obrigkeitsmensch und muss den Lohn des Eintreibers kürzen, da dieser nicht rentabel gearbeitet hat.

  • Ramoc am 23.07.2019 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weit gebracht

    Nächste Stufe: Jeder der dort parkiert bekommt einen Chip oder eine Fussfessel zur Überwachung. Weit haben wir es in der Schweiz gebracht....... Nur weiter so!

  • Mario am 23.07.2019 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Regeln einhalten

    Wenn ich mit dem Velo rechts abbiegen möchte und niemanden gefährde, die Ampel aber rot ist, dann wird es auch teuer, wenn ich trotzdem fahre. Manche Regeln sind sinnlos, einhalten muss man sie aber trotzdem.

  • Mäsi motz am 23.07.2019 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    15min sind 15 min.

    Wie immer Geldmacherei,,, im übertriebenen bünzliland.