«Wir waren geschockt»

25. August 2019 15:14; Akt: 25.08.2019 23:55 Print

Prahler zückt Magazin und drückt ab

Am Samstag hat ein Mann im Bereich des Gemeindehausplatzes in Altdorf mit seiner 9-Milimeter-Pistole geprahlt. Weil andere Gäste nicht glaubten, dass diese echt sei, drückte er den Abzug.

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Schock-Moment in Altdorf im Bereich des Gemeindehausplatzes in der Nacht auf Samstag: «Ich wollte gerade gehen und vor einer Bar noch eine rauchen, da kamen plötzlich zwei Männer raus, einer hatte eine Pistole», sagt ein Leser-Reporter. Der Mann, der etwas jünger als 30 Jahre alt sei, habe seine Waffe allen Anwesenden gezeigt und «gesagt, es sei eine 9-Millimeter-Pistole der Marke SIG Sauer».

Der Prahler konnte offenbar nicht alle Anwesenden beeindrucken: «Als ihm jemand sagte, das sei doch gar keine echte Waffe, sondern nur eine Soft-Air-Gun, zog er ein Magazin aus der Hose. Er lud die Pistole und schoss auf ein Schild. Später gab er noch einen Schuss ab», sagt der Leser-Reporter. «Wir waren geschockt und realisierten zuerst gar nicht richtig, was da eben passiert war.»

Polizei stürmt Wohnung

Weil der Akku seines Telefons leer war, habe er einen Taxifahrer über die Schussabgabe informiert, dieser habe die Polizei verständigt. «Wie ich gehört habe, hat die Polizei später die Wohnung dieses Mannes gestürmt und ihn festgenommen», sagt der Leser-Reporter weiter.

Den Schützen habe er zuvor noch nie gesehen. Bis zur Schussabgabe sei es ein ganz normaler Abend in der Bar, die im Bereich des Gemeindehausplatzes liegt, gewesen. «Als er geschossen hat, habe ich ihm noch gesagt, was für ein Idiot er sei.»

Die Urner Polizei bestätigte den Sachverhalt auf Anfrage. Die Meldung zur Schussabgabe ging bei der Kantonspolizei Uri um 3.45 Uhr ein, wie sie am Sonntag mitteilte. Durch Informationen vor Ort und Ermittlungen konnte die Polizei einen 30-jährigen Schweizer als mutmasslichen Täter ausfindig machen.

Verdächtiger ist geständig

Der Mann wurde an seinem Wohnort festgenommen. Später wurde ein weiterer Verdächtiger einvernommen. Dabei handle es sich um einen Schweizer (24). Die Staatsanwaltschaft ordnete in beiden Fällen eine Hausdurchsuchung an.

Für die Öffentlichkeit habe keine unmittelbare Gefahr bestanden, heisst es weiter. Die mutmassliche Tatwaffe wurde sichergestellt. Es handle sich nicht um eine Armeewaffe.

Der 30-Jährige war bei den Einvernahmen geständig und wurde inzwischen wieder aus der Haft entlassen. Die genauen Hintergründe sowie der Tatablauf sind Gegenstand weiterer Ermittlungen. Verletzt wurde niemand.

(mme)