10'000 Fr. Kopfgeld

20. November 2019 14:29; Akt: 20.11.2019 15:03 Print

Messer-Killerin ist seit 14 Jahren auf der Flucht

2005 ereignete sich in Luzern ein Kapitalverbrechen: Mit einem Teppichmesser tötete eine Frau eine 81-Jährige. Der Fall wurde nie aufgeklärt – aber es gibt neue Hoffnung.

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Die Messer-Killerin kam am Mittwoch, 31. August 2005: Eine unbekannte Frau betrat die Wohnung von Gertrud Krüsi an der Weystrasse 8 in Luzern, zückte ein Teppich-Messer und fügte ihrem Opfer tödliche Verletzungen zu. Gertrud Krüsi verblutete.

Einen Tag später wurde die Leiche gefunden. Für die Polizei war klar: Gertrud Krüsi wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Und die Polizei konnte ermitteln, dass eine weibliche Person die Tat verübt haben musste oder zumindest daran beteiligt war. Denn am Tatort wurde nicht nur das Blut des Opfers, sondern auch fremdes gefunden, man konnte also DNA sicherstellen.

Die Kriminalpolizei geht nach der Auswertung davon aus, dass sich die mutmassliche Täterin bei einer Auseinandersetzung mit dem Opfer mit der Klinge verletzt hat. «Wir haben den genetischen Schlüssel. Nun brauchen wir noch das passende Schloss dazu», sagte Simon Kopp, Infobeauftragter der Staatsanwaltschaft, damals.

Hohes Kopfgeld ausgesetzt

Doch die wichtigen Fragen blieben offen und sind es immer noch: Warum wurde Getrud Krüsi getötet? Und vor allem: Wer hat die Bluttat verübt? Um das herauszufinden, setzte die Luzerner Polizei am 24. Januar 2006 ein Kopfgeld aus: 10'000 Franken erhält, wer der Polizei Hinweise machen kann, die zur Festnahme der gesuchten Frau führen. Damals richtete sie diese Fragen an die Bevölkerung:

-Wer hat am 31. August 2005 im Haus an der Weystrasse 8 in Luzern eine unbekannte Frau gesehen oder beobachtet?

-Wer hat im Zeitraum Ende August bis Anfang September 2005 eine Frau gesehen oder beobachtet, welche eine Schnittverletzung hatte und im Besitz eines Universalmessers war oder ist?

-Wer kann der Luzerner Polizei Angaben zum Opfer Gertrud Krüsi machen? Wo hat sich Frau Krüsi häufig aufgehalten? Wo war Gertrud Krüsi häufig anzutreffen?

Polizei hat bald neues Mittel, um den Fall zu klären

Wer der Polizei den entscheidenden Tipp liefert, erhält noch immer die 10'000 Franken Belohnung. Dies bestätigte Simon Kopp. Noch immer hofft die Polizei logischerweise, den Fall zu klären. Und sie hat bald ein neues Mittel dazu: Die Strafverfolgungsbehörden sollen aus der DNA-Spur eines mutmasslichen Täters auch dessen Haar-, Haut- und Augenfarbe sowie biogeographische Herkunft bestimmen dürfen; dies hat der Bundesrat Ende August 2019 entschieden.

Wenn dies rechtskräftig ist, werden die Luzerner Ermittler versuchen, ob man aus der damalige DNA-Spur diese Auswertungen machen kann, bestätigte Kopp auf Anfrage. Dies werde man bei allen ungeklärten Fällen machen, bei denen DNA vorhanden ist. Kopp: «Wenn irgend eine Chance besteht, dass man die Täterschaft eruieren kann, werden wir alles machen, damit dies gelingt.»

(mme)