Kanton Luzern

07. Mai 2017 17:00; Akt: 07.05.2017 17:01 Print

Mieterverband will Transparenz für Vormieten

von Daniela Gigor - Die Bekanntgabe der Vormiete bei einem Mieterwechsel soll in Luzern per Initiative erreicht werden. Dazu sammelt der Mieterverband nun Unterschriften.

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Cyrill Studer, Geschäftsleiter des Mieterverbands Luzern.

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«Die Mietzinse sind schweizweit viel zu hoch. Vor allem bei Mieterwechseln werden die Zinse erhöht, vielfach ohne Mehrleistung durch den Vermieter», sagt Cyrill Studer, Geschäftsleiter des Mieterverbands Luzern. Darum lanciert der Mieterverband nun die kantonale Volksinitiative namens «Fair von Anfang an, dank transparenter Vormiete!», wie in der aktuellsten Ausgabe vom Kantonsblattes zu lesen ist. Bis am 5. Mai 2018 hat der Mieterverband nun Zeit, die 4000 benötigten Unterschriften zu sammeln. Studer: «Dank dieser Transparenz hätte die Mieterschaft echte Vergleichsmöglichkeiten, Mietzins-Exzesse werden sofort erkannt und können angefochten werden.»

2013 hatte ein entsprechender Vorstoss im Luzerner Kantonsparlement keine Chance, obwohl sich die Regierung für die Transparenz ausgesprochen hatte. Eine Formularpflicht ist im letzten Jahr auch im National- und Ständerat gescheitert. Trotzdem blickt Studer positiv in die Zukunft: «Wir rechnen damit, dass die Initiative in Luzern gute Chancen hat.» Dies zeige sich auch daran, dass sich für die Generalversammlung des Mieterverbands am kommenden Mittwoch bereits 400 Mitglieder angemeldet haben und aus Platzgründen keine weiteren Anmeldungen berücksichtigt werden können.

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Mieterverband will Papierkrieg klein halten

Gegen Transparenz sei normalerweise niemand – ausser im Mietwesen. Erfahrungen aus anderen Kantonen zeigen, dass die automatische Offenlegung der Vormiete eine preisdämpfende Wirkung habe. Unfaire Vermieter würden von Anfang an einen Schuss vor den Bug erhalten und die fairen Vermieter an Glaubwürdigkeit gewinnen. «Vermieter würden vermutlich eher nur 50 oder 100 Franken aufschlagen als gleich mehrere 100 Franken, wenn sie die Vormiete bekannt geben müssen», sagt Studer weiter.

Der Leerwohnungsbestand wird im Kanton Luzern jeweils per 1. Juni ermittelt. Liegt der Leerwohnungsbestand gegenüber dem Vorjahr neu unter dem Wert von 1,5 Prozent, müsste der Regierungsrat die Vermieter dazu auffordern, das Formular mit den Angaben zur Vormiete transparent zu machen. Sind mehr als 1,5 Prozent der Wohnungen leer, könnte der Regierungsrat diese Pflicht wieder aufheben. In dieser Hinsicht habe sich der Mieterverband an die nationale Gesetzgebung gehalten.

Laut Studer soll der administrative Aufwand für Vermieter möglichst klein gehalten werden. Der Hauseigentümerverband Luzern war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lisa am 07.05.2017 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer teurer

    Ich habe bis jetzt noch bei jeder Wohnung mehr bezahlt als der Vormieter. Ohne dass etwas in der Wohnung gemacht wurde. Irgendwann werde ich mir die Wohnungen in der Stadt nicht mehr leisten können, erst recht nicht als Einzelperson.

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  • Nofretete am 07.05.2017 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganze Schweiz

    Wäre sinnvoll für die ganze Schweiz. Was da an Schindluderei um des Profites willen teilweise abgeht, ist schon obszön.

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  • GM am 07.05.2017 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne wenn und aber

    Nachfrage bestimmt den Preis. Die Zuwanderung treibt die Mietzinse in die Höhe.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sauer am 21.05.2017 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absolut, ist es notwendig.

    Auch die Modenisierung einer Küche als Vorwand zur Mieteerhöhung sowie auch Böden ersetzen und Wände neu streichen dürfte keine Mieterhöhung verursachen. Oft verdient der Mieter ja doppelt! Er verrechnet dem weggegangenen Mieter oft einen Teil der Kosten. Und wenn der Vermieter das billigste Material einbaut und dann für Teuer verkauft ist eh problematisch. Wozu ich dauernd missbraucht werde, ist mir auch ein Rätzel. Bin ich den vermietern und Banken ihre Milchkuh??

  • Molkimami am 09.05.2017 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohnungsmarkt

    jä das Spielchen mit den Mieten so wird bei uns jede Mietsenkung weiter gegeben dafür aber die Nebenkosten erhöht also indirekt keine Mietsenkung . Mein Vorschlag wäre vielleicht noch gut aber in Zukunft vielleicht gut . Es wird die Kündigung auf einen Monat beschränkt so dass der Wohnungsmarkt mit über rissenen Mietzins ins Spiel kommen würde.Als dass man jedes mal einen Nachmieter für die alte Wohnung suchen muss.

  • Lutz 8,05,2017 am 08.05.2017 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    ja und ?

    ach Mieterverband, Träume sind Schäume Ihr habt auch Gesagt es gibt mer Geld für die Miete Ergänzung Leistung, und nix war, es wurde Abgeschmettert in Malters Neubau, und Feldbreite gibt es günstigen Wohnraum nur den will niemand (Fast) ,warum, kann es nicht an einzelne liegen die Verwöhnt sind,? hier wurden Günstige 2 Zimmer a 63 qm, inkl, 1,400, Fr - 1,550 Fr. an Ehepaare abgegeben,

    • Lea Studer am 11.05.2017 09:01 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht billig

      63qm für 1400 - 1550? Na so günstig ist das sicher nicht, besonders für Malters.

    • Nano am 21.05.2017 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lutz 8,05,2017

      2 Zimmer WHG für 1400.- ist doch nicht günstig. Und wieso sollten sich da jetzt Mirter darum reissen wenn es im hintersten Chrachen steht und ich kaum Sonne und Ausblick habe. Ist auch eben 1500.0 für 3 Zi WHG zuviel.

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  • Timi am 08.05.2017 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich weiss nicht.

    Einer Seits kann doch der Vermieter selber bestimmen, wie viel er verlangt. Anderer Sets ist es unfair einfach mal 200-300 Fr. rauf zu gehen. Eigentlich müsste da ein Organ sein, welcher die Mieten reguliert, um ein Gewinn des Vermieters im Zaun zu halten und um faire Zinsen zu garantieren.

    • Logo am 08.05.2017 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Timi

      Über mein Eigentum bestimme ich. Wem die Miete zu hoch ist, der soll Zelten gehen.

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  • fredi gurtner am 08.05.2017 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Transparenz von Mieten

    Ganz wichtig, dass Vermieter nicht einfach tun können, was sie wollen.