Migros-Hausregeln

03. Juni 2019 04:51; Akt: 03.06.2019 08:05 Print

Erste Fitness-Center verbannen Smartwatches

Die Migros hat die Regeln im Wellnessbereich verschärft und verbietet dort neu vielerorts auch Smartwatches. Ein Leser wurde deswegen fast aus der Sauna verbannt.

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«Handys im Nacktbereich sind ein absolutes No-Go», sagte S.F.* zu 20 Minuten. Sie ärgerte sich darüber, dass im Fitnesspark Eichstätte in Zug im Nacktbereich mit Mobiltelefonen hantiert wurde und fühlte sich in ihrer Intimsphäre verletzt.

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Sollte man Smart Watches im Saunabereich tragen dürfen?

In Luzern wird der Umgang mit Smartphones bis dato geduldet: «Bislang zeigten wir uns bei einer ‹stillen› Nutzung von Smartphones oder Smartwatches kulant, etwa beim Musikhören mit Kopfhörern oder beim Zeitungslesen. Wichtig dabei ist, dass dabei die anderen Gäste nicht gestört werden», sagt Antonia Reinhard von der Genossenschaft Migros Luzern.

Smartphones und auch Smartwatches könnten aber bald verboten werden: «Aufgrund der hohen Sensibilität des Themas überprüfen wir unsere Hausordnung derzeit», sagt Reinhard weiter. Denn: «Grundsätzlich ist es für uns wichtig, dass wir unseren Gästen einen ruhigen und angenehmen Aufenthalt bieten können.»

In Zürich bereits verboten

Bereits umgesetzt ist ein solches Verbot in Fitnessparks in Zürich. Das Reglement wurde kürzlich angepasst und so heisst es in der Betriebsordnung: «Untersagt ist das Mitführen elektronischer Geräte/Mobiltelefone/Tablets in den Nacktzonen/Saunazonen.» Dazu gehören auch Smartwatches.

Doch auch das sorgt für unzufriedene Kunden: «Nach zwei Jahren im Fitnesspark Stockerhof durfte ich erfahren, dass meine Apple Watch nicht mehr geduldet wird. Die Managerin hatte mich fast aus dem Saunabereich geschmissen», sagt ein Leser-Reporter. «Nach dem Training schwitze ich jeweils noch 20 Minuten aus und höre dabei gerne Musik. Dass nun Smartwatches ein Problem darstellen, ist einfach nur noch lächerlich.» Auf der Smartwatch seien viele nützliche Apps für den Sport, etwa um den Puls in der Sauna zu messen.

«Alle werden unter Generalverdacht gestellt»

Vor dem Eingang des Wellnessbereich hängt ein Plakat mit der Aufschrift «No Phone, No Problem». Dass Handys nicht toleriert werden, sei für ihn klar, so der Leser-Reporter. Wieso er aber seine digitale Uhr nicht mehr anziehen dürfe, könne er nicht nachvollziehen. «Kann man also nur noch mechanische Uhren anziehen? Das ist einfach kein zeitgemässes Verhalten. Darf ich nicht mal mehr in der Garderobe meine Mails checken? Ich vermute, dann ist es Zeit den Fitnessanbieter zu wechseln. Alle Besucher werden unter den Generalverdacht gestellt, alte, geile Spanner zu sein», sagt der Leser-Reporter.

Geräte für Personal schwierig zu unterscheiden

«Der zitierte Punkt aus der Betriebsordnung bezieht sich auf die Problematik des Erstellens von Fotos und Videos in den Nacktbereichen. Zumal Kameras heute omnipräsent sind, kann unseren Aufsichtspersonen nicht mehr zugemutet werden, Geräte mit eingebauter Kamera von solchen ohne Kameras zu unterscheiden», sagt Gabriel Zwicky von der Migros Genossenschaft Zürich.

Deshalb habe man sich dazu entschieden, in den sensiblen Zonen ein generelles Verbot von elektronischen Geräten durchzusetzen. «Höchste Priorität hat dabei der Schutz und die Wahrung der Intimsphäre unserer Kunden», so Zwicky. Die Regeln würden von den Fitnessparks in Zürich konsequent durchgesetzt.

Für Claude Ammann, Präsident des Schweizer Fitness- und Gesundheitscenter-Verbands, ist dies nachvollziehbar: «Ich weiss von Fitness-Centern, in denen man wegen Smartphones grosse Probleme hatte. Von solchen mit Smartwatches höre ich zum erstenmal. Ich habe aber durchaus Verständnis für ein Verbot. Es ist zumutbar, die Smartwatch während des Besuchs in einem Fitnesscenter oder einer Sauna im Garderobenkästli zu lassen. Für Leute, die unbedingt ihren Puls messen wollen, gibt es andere Möglichkeiten, etwa Pulsgürtel und -uhren.»

*Name der Redaktion bekannt.

(mik)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joei am 03.06.2019 05:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entspannung geht auch mal ohne Musik

    In die Sauna gehört weder ein Pulsgurt noch eine Uhr umd schon ga kein Smartphone. Es ist schon bedenklich,wenn man zumAusruhen auch noch Musik hören muss. man könnte ja auch mal auf den eigenen Puls hören, das hilft beim Entspannen mehr, als da auch joch ein BumBum auf den Ohren. Es gibt für alles seine Zeit.

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  • Nadja am 03.06.2019 05:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elektronische Geräte

    Man könnte meinen, dass diese Smarteatches lebensnotwendig sind bei manchen. Kann ja wohl nicht so schwer sein, diese Geräte mal abzulegen an gewissen Orten. Aber es ist interessant und immer wieder diesselben: Oh wir werden komplett überwacht, unsere Daten werden geklaut und gleichzeitig alles auf diesen Geräten abgespeichert haben.

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  • Gerry am 03.06.2019 05:17 Report Diesen Beitrag melden

    Geht's noch

    Was für ein Problem hat eigentlich der Leserreporter? Ich finde alle elektronischen wie auch mechanischen Uhren sollten aus hygienischen Gründen gar nicht in die Nass- und Nacktzone zugelassen werden. Wer Probleme hat dieses "nicht-zeigemässe" Verhalten nicht zu tolerieren, hat irgendwo eine Schraube locker.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomy92 am 04.06.2019 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz Dicht

    Eigentlich sind Handys und Wasser eine super Komibination wenn man ein neues gerät braucht...

  • Mariiiiiiiaaa am 03.06.2019 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    Ich find man soll unterscheiden zwischen Smartwach und Fitness-Träcker. Ich find richtig dass man elektronischen Geräten mit Kamera verbietet. Aber Fitness Träcker würde ich trotzdem gerne benützen, da ich somit mein Puls kontrolliere und somit weiss wenn ih bereits zu lang im Sauna war oder kann besser verstehen was kalt wasser mit mein körper macht. Ich gehe nicht ins Sauna zum reines schlafen/lesen dass chan ih ja dehei... Sonder ih möchtest mein Kreislauf im sprung bringen... Vorallem nach intensiver Training gehe ich ins Sauna und da tun ich gerne beobachte wie mein Puls sich verhaltet... Dazu entspanne ich nur mit Musik, denn chan ih ned a mal meh musik hören?? Und wie soll ich der zeit kontrollieren ich besitze kein normales Uhr mehr... Und übrigens denfall kann man grad alle Uhren verbieten, weil es gibt auch bereits "normalen" aussehenden Uhren die mit Kamera ausgestattet sind, wie soll der Personal es unterscheiden ??

  • Vierziger am 03.06.2019 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthaft?

    Jetzt sind wir also wirklich soweit, dass wir z.B. die von uns fremdfinanzierten unverschämten Nur-Hausfrauen-Mütter und ihre 12+jährigen, stockbeinigen, vorlauten, strähnig-langhaarigen Gofen mitfinanzieren "dürfen", aber ausgerechnet sie schreiben uns vor, was wir in der Sauna noch benutzen dürfen? Wer hat allen Ernstes ein Interesse an diesen Gofen und ihren vom Zahn der Zeit und den Geburten gezeichneten Müttern, die ehrlich gesagt keine Augenweide sind? Ich bin nur ehrlich.

  • Dismas am 03.06.2019 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    echte Saunakultur

    Einige verstehen hier offenbar den Sinn und Zweck einer Sauna nicht. Die Sauna sollte ein Ort der Stille, Ruhe und Entspannung für die Seele und Körper sein. Wer nicht einmal im Saunabereich oder in der Sauna auf Handy, Tablet oder SmartWatch verzichten kann, soll sich eben von diesem Bereich fernhalten. Ebensowenig ist die Sauna ein Ort um irgendwelche sexuellen Gelüste auszuleben. Einem Finnen käme es niemals in den Sinn diese Dinge in die Sauna zu nehmen, auch verbinden sie die Sauna nicht mit irgendwas sexuellem. Auch die öffentliche gemischte Sauna gibt es im Ursprungsland Finnland nicht. Das ist eine Erfindung des Westens. Geht nach Finnland und lernt dort, was die echte Saunakultur ist.

  • Wish Bone am 03.06.2019 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Geht nicht

    Sauna ist zum Entspannen da, nicht zum spannern. Ohne Scherz, es sollte doch möglich sein einmal 2 Stunden ohne elektronische Spielzeuge auszukommen.