Taxilenkerin überfallen

16. März 2011 08:00; Akt: 16.03.2011 21:18 Print

Milde Geldstrafe für Jungkriminellen

von Attila Szenogrady - In Luzern hat ein Jugendlicher nicht nur eine Taxifahrerin überfallen, sondern auch einen unschuldigen Luzerner als angeblichen Mittäter bei der Polizei angeschwärzt.

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Von hinten attackiert

Es war in der Nacht auf den 15. Februar 2010, als sich für die Geschädigte das Leben veränderte. Eine Stunde nach Mitternacht liess sie am Schwandenplatz drei junge Leute in ihr Taxi einsteigen und fuhr danach zur Steinhofstrasse. Dort sollte einer der Fahrgäste bezahlen. Doch es kam anders: Plötzlich packte der auf dem Rücksitz befindliche Täter die Lenkerin von hinten am Halsbereich und forderte seine Kollegen auf, ohne zu zahlen das Weite zu suchen. Als das Opfer zu schreien begann, rannten die Jugendlichen davon. Auch der heute 19-jährige Haupttäter, der mit einem Baseball-Schläger bewaffnet war. Kurz darauf schaltete die überfallene Frau die Polizei ein.

Falsche Anschuldigung

Die Angeschuldigten wurden von der Luzerner Polizei schon bald festgenommen. Dabei kam heraus, dass der junge Mann mit dem Baseballschläger aus Zürich angereist war. Er gab einen in Luzern wohnhaften Brasilianer als Mittäter an. Worauf der heute 20-jährige Südamerikaner ebenfalls als mutmasslicher Taxi-Räuber verhaftet wurde. Allerdings zu Unrecht. So ergaben die Ermittlungen, dass der Zürcher gelogen und seinen Bekannten aus unbekannten Gründen falsch beschuldigt hatte.

In Abwesenheit verurteilt

Im letzten Oktober sollte sich der grundsätzlich geständige Zürcher wegen falscher Anschuldigung, Nötigung der Taxilenkerin, Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie Drogendelikten vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Allerdings glänze der Schweizer Staatsangehörige türkischer Abstammung durch unentschuldigte Abwesenheit.

Das Gericht fällte deshalb sein Urteil aufgrund der Akten und konnte nun seinen Entscheid eröffnen. Demnach wurde der Ersttäter antragsgemäss für schuldig befunden und zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 10 Franken sowie 500 Franken Busse verurteilt. In den schriftlich begründeten Erwägungen ist von einem nicht mehr leichten Verschulden des arbeitslosen Täters die Rede. Trotzdem fiel die Strafe aufgrund des Geständnisses verhältnismässig milde aus. Am meisten schmerzen dürften ihn die ihm auferlegten Gerichtskosten von über 4000 Franken.

1000 Franken Schmerzensgeld

Weniger zufrieden wird die Taxilenkerin sein. Sie hatte aufgrund der Tatfolgen ein Schmerzensgeld von 20 000 Franken verlangt. Das Gericht sprach ihr eine Genugtuung von lediglich 1000 Franken zu. So habe der Täter die Geschädigte nur kurz berührt, wobei diese dadurch keinerlei körperliche Schäden erlitten habe, schrieb die zuständige Einzelrichterin dazu.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruth Doris am 16.03.2011 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz

    das ist mal wieder Kuscheljustiz, der wird nicht lange überlegen müssen ob er das wiedermal machen kann, denn bezahlen wird er nicht, und wenn er keine Gefängnisstrafe bekommt hält den nichts von einem Nächsten Mal ab, Für die Chauffeuse sind die Fr-1000.-- der blanke Hohn denn sie hat sicher einen riesen Schock gehabt, am Besten sucht sie psychologische Hilfe und die Rechnung dem Verbrecher schicken.

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  • Nadel Stich am 16.03.2011 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    18-jährig, mit Baseballschläger in einer fremden Stadt um 01 Uhr unterwegs, Frau überfallen, Zechprellerei - und nun eine bedingte Geldstrafe! Nur weiter so. Der Typ ist arbeitslos, hängt herum - ich bin sicher, wir werden bald wieder von ihm hören. Vielleicht wird dann die bedingte Geldstrafe etwas höher..........

  • Gaby am 16.03.2011 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Erst wenn jemand ganz krass verprügelt oder gar getötet wird, handelt unser System - oder auch nicht. Die lachen sich doch alle ins Fäustchen. Die Geldstrafe wird ihn sicher nicht kratzen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nadel Stich am 16.03.2011 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    18-jährig, mit Baseballschläger in einer fremden Stadt um 01 Uhr unterwegs, Frau überfallen, Zechprellerei - und nun eine bedingte Geldstrafe! Nur weiter so. Der Typ ist arbeitslos, hängt herum - ich bin sicher, wir werden bald wieder von ihm hören. Vielleicht wird dann die bedingte Geldstrafe etwas höher..........

  • Gaby am 16.03.2011 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Erst wenn jemand ganz krass verprügelt oder gar getötet wird, handelt unser System - oder auch nicht. Die lachen sich doch alle ins Fäustchen. Die Geldstrafe wird ihn sicher nicht kratzen.

  • Ruth Doris am 16.03.2011 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz

    das ist mal wieder Kuscheljustiz, der wird nicht lange überlegen müssen ob er das wiedermal machen kann, denn bezahlen wird er nicht, und wenn er keine Gefängnisstrafe bekommt hält den nichts von einem Nächsten Mal ab, Für die Chauffeuse sind die Fr-1000.-- der blanke Hohn denn sie hat sicher einen riesen Schock gehabt, am Besten sucht sie psychologische Hilfe und die Rechnung dem Verbrecher schicken.

    • Böbi am 16.03.2011 11:31 Report Diesen Beitrag melden

      Unverständlich

      2 nach 0,5 Sekunden auf rot gehende Ampeln überfahren ergibt auch Fr. 500.00 Bussgeld. Wo finde ich da ein Verhältnis zu dieser Tat ? Wenn einer schon mit einen Baseball-Schläger bewaffnet um Mitternacht unterwegs ist, so hat er übles vor.

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  • Peter Unternäher, U. am 16.03.2011 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    nicht existierende Plätze

    Wusste nicht dass es in Luzern einen Schwandenplatz gibt. Etwas Ortskunde wäre manchmal nützlich.