«Blaulicht»

10. November 2014 06:05; Akt: 10.11.2014 06:05 Print

Mit der Kamera bei Rettungseinsätzen dabei

von Claudio Zanini - Zwei Luzerner Studenten haben Rettungssanitäter während ihrer Arbeit gefilmt. Bei den Dreharbeiten gerieten die beiden an ihre Grenzen.

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Roman Hodel (25) und Lena Mäder (30) haben für ihre Bachelorarbeit an der HSLU vier Rettungssanitäter während ihren Eisätzen gefilmt. Die beiden begleiteten rund 50 Einsätze der Ambulanz mit ihrer Kamera. «Einen Unfall wünscht man niemandem. Solche ereignen sich aber und wir wollten zeigen, wie Sanitäter in diesen Situationen agieren», sagt Mäder. Oftmals seien die beiden dabei an ihre Grenzen gestossen. «Wir haben einen Todesfall miterlebt.» Sofort hätten sie die Kamera weggelegt. Der Kurzfilm «Blaulicht» zeige vor allem die Arbeit der Rettungssanitäter – Patienten seien im Film nicht zu sehen, aber zu hören. «Das Rettungsteam hat am Unfallort jeweils zuerst die Bewilligung der Patienten eingeholt. Einmal bekamen wir sie nicht», so Mäder. Zudem wurde auch danach noch schriftlich die Einwilligung bei den Patienten eingeholt.

Minimale Platzverhältnisse im Rettungswagen

Diskretion hatte für die beiden Studenten oberste Priorität: «Wir agierten sehr zurückhaltend und wollten den Sanitätern auf keinen Fall bei der Arbeit im Weg stehen», sagt Mäder. Unter anderem waren sie während 10 Tagen mit dem Rettungsdienst des Kantonsspitals Nidwalden unterwegs. Für Fabian Filliger (42), Leiter Rettungsdienst, verliefen die Dreharbeiten ohne Probleme – «trotz minimaler Platzverhältnisse» im Rettungswagen: «Die beiden wussten, wo sie hinstehen dürfen und wo nicht.» Anhand der Einsatzmeldungen bereitete er die Studenten jeweils auf das mögliche Szenario am Unfallort vor: «Wichtig war auch, dass wir jeweils nach den Einsätzen über das Erlebte gesprochen haben.» Das Ergebnis gefällt ihm sehr gut: «Der Film zeigt unseren Beruf auf eine sehr authentische Weise.»

Kurzfilmtage Winterthur: «Eine grosse Ehre»

«Blaulicht» wurde unter anderem vom Schweizer Fernsehen SRF koproduziert. Der Kurzfilm schaffte es gar in den nationalen Wettbewerb der Kurzfilmtage in Winterthur vom vergangenen Wochenende. Nebst 18 anderen Filmen wurde er unter 337 eingereichten Filmen ausgewählt. Es sei «eine grosse Ehre, nebst all den gestandenen Regisseuren» an diesem Wettbewerb teilzunehmen, sagt Roman Hodel, der die Kamera führte. «Aber wir rechneten uns keine Chancen auf den Sieg aus», fügt er hinzu.

Bei der Preisverleihung am Sonntagabend gingen die beiden leer aus. Auch wenn es nicht zum Sieg am Schweizer Wettbewerb reichte, wäre «Blaulicht» beinahe zum Publikumsliebling avanciert. John Canciani, Künstlerischer Direktor der Kurzfilmtage: «Der Film wurde vom Publikum sehr gut aufgenommen. Zum Publikumspreis hat es aber ganz knapp nicht gereicht.» In den nächsten Monaten wollen die beiden Studenten ihren Film an weiteren Filmfestivals zeigen: An über 30 Festivals wurde «Blaulicht» bereits eingereicht. Für den privaten Nutzer wird der Film erst im Herbst 2015 bei der Hochschule Design & Kunst zu kaufen sein.

Blaulicht (Trailer) from Studienrichtung Video HSLU on Vimeo.