Titlis Bahnen

30. Juli 2014 15:49; Akt: 30.07.2014 15:49 Print

Mitarbeiter nach Sessel-Unfall freigesprochen

Ein 6-jähriger Bub stürzte im Januar 2012 aus einem Sessel der Titlis Bahnen. In zweiter Instanz wurde ein Mitarbeiter vom Kantonsgericht Nidwalden freigesprochen.

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Im Januar 2012 stürzte ein 6-jähriger Bub aus einem Sessellift rund zehn Meter in die Tiefe. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Ein Mitarbeiter der Titlis Bahnen trifft keine Schuld am Absturz eines 6-Jährigen aus einem Sessellift. Zu diesem Schluss kommt das Nidwaldner Kantonsgericht in einem Urteil vom Mittwoch.

Am 4. Januar 2012 rutschte im Gebiet Jochpass im Kanton Nidwalden ein 6-jähriger Bub aus einem Sessel, bei dem der Sicherheitsbügel nicht geschlossen war. Der Skischüler stürzte nach kurzer Fahrt rund zehn Meter ab in den Schnee. Dabei wurde er verletzt und musste in ein Spital.

Mitarbeiter hielt sich an Richtlinien

Das Kantonsgericht sprach den zuständigen Bahnmitarbeiter am Mittwoch vom Vorwurf der fahrlässigen Nichtanbringung von Sicherheitsvorrichtungen frei. Dies erklärte die zuständige Einzelrichterin Livia Zimmermann auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Mitarbeiter des Sessellifts habe nicht fahrlässig gehandelt, sondern sich an die Richtlinien und Praxis der Bergbahn gehalten, sagte Zimmermann. Demnach überliess der Mann das Schliessen des Bügels einem jugendlichen Begleiter des Kindes.

Der Bub war mit einem 16-jährigen Begleiter auf dem Sessel. Dieser war zufällig anwesend. Er konnte den Bügel nicht schliessen und den Knaben nicht genügend lang festhalten.

Geldstrafe von Kantonsgericht abgelehnt

Die grundsätzliche Frage, ob die Verantwortung tatsächlich bei der Begleitperson oder beim Liftpersonal liegt, behandelte das Gericht nicht, wie die Kantonsrichterin weitere sagte.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Bahnmitarbeiter zu einer auf zwei Jahre bedingten Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu je 100 Franken (total 500 Franken) und einer Busse von 200 Franken verurteilt. Dieser akzeptierte den Strafbefehl nicht und gelangte ans Kantonsgericht.

(sda)