Luzern

14. Januar 2019 14:38; Akt: 14.01.2019 15:11 Print

Mitfahrsystem rüstet auf und weitet Angebot aus

Mit dem Mitfahrsystem Taxito wurde im Napfgebiet der Autostopp professionalisiert. Nun wurde das System weiterentwickelt.

Seit Kurzem stehen neue so genannte Taxitopoints am Strassenrand. (Video: Keystone SDA/ Silva Schnurrenberger)
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Die Idee von Taxito ist simpel: Jede Person, die ein Handy besitzt, kann ohne Voranmeldung ihren Fahrwunsch per SMS an Taxito übermitteln. Sobald die gewünschte Zieldestination eingegeben wird, leuchtet diese auf einer Tafel bei vier Postautohaltestellen in den Gemeinden Luthern, Willisau und Zell auf. Vorbeifahrende Autofahrer können spontan anhalten und ihren Fahrdienst anbieten.

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Damit das Angebot von Taxito noch sichtbarer wird, wurden am Montag so genannte Taxitopoints eingeweiht. Sie sind mit neuer Technologie ausgerüstet: Die Screens verfügen über eine eigene Solar- und Mobiltechnologie. Eine orange blinkende Lampe soll die Sichtbarkeit auch bei Schnee und Nebel erhöhen.

Zwei Franken pro Fahrt

Eine Fahrt kostet pauschal zwei Franken. Ein Franken davon geht an Taxito, einer an den Chauffeur. Um das System möglichst einfach zu führen, müssen sich die Autofahrer erst im Nachhinein bei Taxito anmelden – und nur dann, wenn sie den verdienten Franken auch tatsächlich einfordern wollen. «Es hat sich gezeigt, dass die Autofahrer den Dienst oft nicht wegen des Geldes anbieten», sagt Romeo Degiacomi, Sprecher des Verkehrsverbunds Luzern (VVL).

Der Fahrgast quittiert die Mitnahme, indem er die Autonummer ebenfalls per SMS ans System meldet. Damit ist auch die Sicherheit garantiert. Insgesamt stehen bis jetzt fünf Zielorte zur Auswahl.

Ergänzung zum ÖV

Im vergangenen Jahr nutzten knapp 930 Personen das Angebot, das sind 100 mehr als im Vorjahr. «Auch 2018 wurden keinerlei Unfälle, Zwischenfälle oder Schäden gemeldet», heisst es in einer Medienmitteilung von Taxito und dem VVL.

Die durchschnittliche Wartezeit, bis ein Auto anhält, beträgt drei bis vier Minuten. «Der Nutzungskreis ist gross», sagt Degiacomi. Touristen und Einheimische würden Taxito nutzen, aber auch Studenten, die zu einer Zeit eine Vorlesung besuchen müssen, zu der kein Postauto fährt.

«Taxito ist eine wichtige Ergänzung zum öffentlichen Verkehr», sagt Degiacomi. Zwischen Luthern und Zell etwa verkehrten täglich nur fünf Postautokurse. Ziel sei, das System noch bekannter zu machen und die Leute in der Region dafür zu sensibilisieren.

Weitere Interessenten

In den vergangenen dreieinhalb Jahren weckte Taxito auch das Interesse anderer abgelegener Regionen, so die Verantwortlichen. Gemeinden der Region Seetal/Lenzburg beispielsweise hätten bereits ein Gesuch eingereicht. Auch zwischen Flühli und Sörenberg wünscht man sich das Angebot. Eine dritte Region sei im Gespräch. Im Rahmen der Fahrplanvernehmlassung vom kommenden Frühling soll über diese Wünsche entschieden werden.

Das Projekt hatte im Juni 2015 als Testbetrieb in den Gemeinden Luthern, Willisau und Zell gestartet. Im Dezember 2017 wurde es definitiv eingeführt. Verantwortlich für das Projekt ist das Berner Unternehmen Taxito AG. Heute zahlt der VVL für die Betriebskosten von Taxito jährlich einen Beitrag von 16'000 Franken.

(sda)