HSLU-Studie

05. November 2018 18:49; Akt: 05.11.2018 18:49 Print

Mobiles Bezahlen wird in der Schweiz beliebter

66 Prozent aller Personen, die mit dem Smartphone bezahlen, sind männlich: Das zeigt eine Analyse der HSLU. Insgesamt wird der Markt stark wachsen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Konkret erreicht das sogenannte Mobile Payment aktuell mit monatlich etwa 1,75 Millionen Transaktionen einen Marktanteil von ungefähr 0,5 Prozent, wie aus einer Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern (HSLU) hervorging.

Umfrage
Womit bezahlen Sie am liebsten?

Twint wird am meisten genutzt: Von den genannten Transaktionen entfallen alleine 1,02 Millionen auf diese App. Sie erreicht damit einen Marktanteil von 0,3 Prozent. Bei der App, die ursprünglich von der Postfinace entwickelt wurde, nun aber von vielen Banken gemeinsam vermarktet wird, haben mittlerweile über eine Million Personen einen Account registriert. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Verdoppelung.

Frauen zögern bei Mobile Payment

Dereinst wird Mobile Payment aber viel mehr genutzt: «Mobile Payment hat nun einen gewissen Reifegrad erreicht und dürfte zukünftig stark an Bedeutung gewinnen», sagt Studienautor Andreas Dietrich.

Die Kundenanalyse zeigt, dass Mobile Payment derzeit überproportional stark von Männern genutzt wird. «Dies ist ein typisches Phänomen des Adoptions-Verhaltens bei technologischen Innovationen», so Dietrich.

Nur gerade 34 Prozent aller Mobile Payment-Nutzer sind weiblich. Dietrich: «Frauen sind zögerlich im Umgang mit mobilem Bezahlen, weil sie eher um die Sicherheit fürchten.» Laut Dietrich sei bei Twint die Sicherheit gewährleistet, weil die App mehrfach geschützt sei. Auch sei es möglich monatliche Limiten zu setzen. Dietrich: «Da ist die Gefahr grösser, dass ihnen das Portemonnaie gestohlen wird.»

Am meisten wird anderen Nutzern Geld überwiesen

Obwohl die App installiert ist, nutzen viele Twint noch zögerlich: So gelte es zu berücksichtigen, dass ein Drittel aller Kunden in den ersten zehn Monaten 2018 keine Transaktion gemacht haben. Knapp ein Fünftel der Nutzer im gleichen Zeitraum erst eine Transaktion ausgelöst. «Dies könnte daran liegen, dass es länger dauert, bis Menschen Gewohnheiten ablegen», so Dietrich weiter.

Die meisten Twint-Nutzer (31 Prozent) machten zwei bis fünf Transaktionen. Nur ein Drittel aller App-Kunden hat 2018 mehr als einmal monatlich «getwintet». Dabei ist Twint weniger beliebt, um damit an der Kasse in Geschäften zu bezahlen. Die App wird dazu verwendet, um von einem Nutzer zum Anderen Geld zu überweisen. Ebenfalls eher selten finden Transaktionen mit Twint in Online-Shops statt.

Allen Beteiligten muss der Mehrwert aufgezeigt werden

In Bezug auf das Alter zeigt sich, dass Mobile Payment nicht ausschliesslich ein Thema für junge Nutzer ist. Die derzeit wichtigste Nutzergruppe ist zwischen 30 und 40 Jahre alt (26 Prozent). Die Gruppe der 20 bis 30-Jährigen ist mit einem Anteil von 24 Prozent vertreten und rund sieben Prozent der registrierten Twint-Nutzer sind über 60 Jahre alt.

Damit der Anteil der Nutzer gesteigert werden kann, sei es wichtig, dass es den Anbietern gelinge, Kunden und Händlern den Mehrwert gegenüber traditionellen Lösungen aufzuzeigen. Unterstützt etwa durch neue und weitere Anwendungsmöglichkeiten wie das Bezahlen an der Parkuhr, beim Pizzakurier oder ein Sofortkauf-Button im E-Commerce. Andreas Dietrich ergänzt: «Je schneller und besser die
Produkte weiterentwickelt werden und je höher der Mehrwert für die Nutzer ist, desto schneller erreicht Mobile Payment den Durchbruch».

(dag/sda)