Kanton Luzern

21. Februar 2019 18:11; Akt: 21.02.2019 18:12 Print

Anreize sollen zum Umsteigen motivieren

Kantonsmitarbeiter sollen das Auto stehen lassen, fordert die SP. Mit mehreren Vorstössen will sie diese zur ÖV-Benutzung motivieren. Doch dem stehen Sparmassnahmen entgegen.

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Verkehr in der Stadt Luzern: Immer wieder kommt es zu Überlastungen. Mit mehreren Vorstössen im Kantonsrat will die SP die Stauprobleme lösen. So wird etwa gefordert, dass der Kanton und seine ausgelagerten Betriebe Mobilitätskonzepte erarbeiten. Diese sollen Kantonsmitarbeiter zum Umsteigen bewegen: Sie sollen vermehrt zu Fuss, mit dem Velo oder per ÖV zu ihren Arbeitsorten gelangen. Eine Möglichkeit ist etwa, Mitarbeitern einen Zustupf an ÖV-Abos oder Gutscheine für Velo- oder Töffgeschäfte anzubieten. Ein Paradebeispiel dafür sei etwa die Hirslandenklinik St. Anna: Vor vier Jahren kamen noch knapp die Hälfte der Mitarbeiter mit dem Auto, inzwischen sind es Dank Mobilitätskonzept noch ein Viertel. Neben Beiträgen an ÖV-Abos oder Gutscheinen für Velo-, Töff- und Sportbekleidungsgeschäften gibt es dort auch andere Möglichkeiten: So führte die Klinik St. Anna in Zusammenarbeit mit Velociped vor der Klinik einen Velocheck durch. Alle Mitarbeitenden konnten dort ihre Velos zur Prüfung und für kleinere Reparaturen gratis vorbeibringen. «Die Kosten für verbilligte öV-Abonnemente oder vergünstigte Velos sind um ein Vielfaches kleiner, als die volkswirtschaftlichen Kosten der täglichen Staus», sagt SP-Kantonsrat Marcel Budmiger. In einem weiteren Vorstoss fordert die Partei, dass der Kanton für Private Anreize schafft, damit diese ebenfalls Mobilitätskonzepte erarbeiten. Das Kantonsspital Luzern hat ebenfalls ein Mobilitätskonzept. Die darin enthaltenen Beiträge an ÖV-Abos wurden jedoch vor kurzem aus Spargründen gestrichen – obwohl die Einhaltung des Mobilitätskonzepts Bedingung war, damit ein neues Mitarbeiter-Parkhaus erstellt werden konnte. In einem dritten Vorstoss will die SP unter anderem wissen, was der Kanton von der Streichung dieser Job-Abos hält.

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«Der Kanton und seine ausgelagerten Betriebe sollen ein Vorbild bezüglich Mobilitätsmanagement sein», findet SP-Kantonsrat Marcel Budmiger. Mit einem Postulat fordert er deshalb vom Regierungsrat, dass «für die kantonalen Verwaltungseinheiten vorbildliche Verkehrsmanagement-Konzepte» erarbeitet werden. Darunter fallen laut Budmiger etwa die Kantonsverwaltung, die Universität und die Hochschule oder auch das Luzerner Kantonsspital (Luks) und die Luzerner Psychiatrie.

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Denn: «Mit einem intelligenten Mobilitätskonzept kann der Verkehrsfluss verbessert und Stauzeiten reduziert werden», schreibt Budmiger im Vorstoss. So könne auf teure Infrastrukturbauten verzichtet und Kulturland geschützt werden. Zudem könne man verhindern, dass die Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung wegen solcher Bauten leidet.

Klinik beteiligt sich an ÖV-Abos

Budmiger verweist auf die Hirslandenklinik St. Anna in Luzern: Diese hatte zusammen mit dem Verkehrsverbund Luzern (VVL), der Stadt Luzern, der VBL und der SBB ein Mobilitätskonzept erarbeitet, wie die «Luzerner Zeitung» kürzlich berichtete. Die Klinik beteiligt sich etwa an ÖV-Abos oder gibt Mitarbeitern Gutscheine für Velo-, Töff- oder Sportbekleidungsgeschäfte.

Das Resultat: Vor vier Jahren kam noch fast die Hälfte der Mitarbeiter mit dem Auto – inzwischen ist es noch knapp ein Viertel. Zuvor habe es immer wieder Beschwerden gegeben, weil das Parkhaus bei der Klinik überlastet war: Sowohl Patienten als auch Mitarbeiter kamen verspätet, weil sie einen freien Parkplatz suchen mussten.

Auch Private sollen mitmachen

Weil mehr Leute den Bus benutzten, hat die VBL gar den Takt der Verbindung erhöhen können. Die Mitarbeiter seien pünktlicher und die Umwelt werde geschont. Für Budmiger ist klar: «Die Kosten für verbilligte öV-Abonnemente oder vergünstigte Velos sind um ein Vielfaches kleiner, als die volkswirtschaftlichen Kosten der täglichen Staus.»

Mit weiteren Vorstössen will die SP das Thema auf verschiedenen Ebenen angehen: Kantonsrätin Melanie Setz fordert, dass der Kanton «Anreize zur Einführung von Mobilitätsmanagement-Lösungen privater Firmen» schafft. Diese sollen Mittel beantragen können, wenn sie mit dem VVL ein Mobilitätskonzept erarbeiten.

Kantonsspital hat Zustupf an ÖV-Abos gestrichen

Zudem will Kantonsrat Urban Sager von der Regierung in einem Vorstoss wissen, wie diese zur Aufhebung der Job-Abos beim Luzerner Kantonsspital steht. Dieses hatte die vergünstigten ÖV-Abos für Mitarbeiter laut «LZ» vor kurzem aus Spargründen gestrichen. Diese waren jedoch auch Teil eines Mobilitätskonzepts – und die Einhaltung dieses Konzepts war eine Bedingung dafür, dass das Luks eine Bewilligung für ein Mitarbeiter-Parkhaus mit 600 Plätzen erhielt.

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 56ugfgu744 am 21.02.2019 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    ÖV Preis

    Bei diesen ÖV Preisen? Viel Glück! 4.10 Fr. für eine Fahrtrichtung? Geht's noch? Monatsabos 80 Fr? Nirgends auf der Welt ist die ÖV so teuer wie in der Schweiz!

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  • manu am 21.02.2019 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja super

    es ist ja jezt schon überfüllt...

  • Maus am 21.02.2019 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    OeV

    Das sind alles gute Ideen für junge und gesunde Personen. Es gibt auch knappe Umsteigszeiten, ansonsten man wieder lange auf den nächsten Anschluss wartet.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto am 26.02.2019 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ÖV überfüllt

    Allgemein zu viele Leute. Menschenmassen regulieren. Mehr zu Hause bleiben.

  • richie am 24.02.2019 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    niemals

    Wenn die Tageskarte wider 5 Fr ist dann überlege ich das öv zu benutzen.

  • Automobilist am 24.02.2019 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    in Wien kann man für wenig Geld

    öV benutzen und das finde ich Super. In der Schweiz ist ein Busbilett um einiges teurer als ein Parkplatz mitten in der Stadt.

    • Ganz Genau am 27.02.2019 09:20 Report Diesen Beitrag melden

      genau

      Machen Sie die ganze Rechnung? Das Auto hat noch weitere Kosten als nur der Parkplatz. Zum Beispiel Parkplatz/Garage zuhause, Benzinkosten, Versicherungen, mögliche Reparaturen usw. S

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  • FairMan am 23.02.2019 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Gaga

    Sollen mal alle die in der Stadt wohnen und arbeiten ihr Auto zuhause lassen. Man würde wohl staunen wie sich der Verkehr sofort verbessern würde!

  • Dagr am 22.02.2019 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    halbleere Busse direkt hintereinander

    Reduziert den Linienbus Verkehr in den Stosszeiten... macht ja wirklich nicht Sinn, dass auf der Linie 1 zwei doppelgelenkbusse beide halb leer Richtung Kriens Obernau direkt hintereinander fahren und auf der Strasse warten müssen bis der vordere aus der Haltestelle rausfährt...genau solche Sachen verursachen den Stau...

    • Oberli am 22.02.2019 21:36 Report Diesen Beitrag melden

      Der ÖV ist am Stau schuld.

      Der ÖV ist am Stau schuld. Endlich klärt uns jemand auf. Schafft endlich diese Busse ab!

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