Schwyz

08. Juli 2010 23:05; Akt: 08.07.2010 22:31 Print

Mordfall Boi: Wie bei Lucie Handy-Daten blockiert

Erschreckende Parallelen zwischen dem Mordfall Boi und dem Fall Lucie: Schon wieder blockierte der Schwyzer Kantonsgerichtspräsident die Telefondaten.

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Getötet: Lucie und Boi.

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Der 17-jährige K.V., der diesen Monat wegen Mordverdachts am Teenager Boi von der Kantonspolizei Aargau festgenommen wurde, war schon viel früher verdächtigt worden. Bereits im Dezember 2009 verlangte das damals zuständige Schwyzer Untersuchungsrichteramt vom Informatik-Service-Center (ISC) im Eidgenössischen Justizdepartement die Handydaten von K.V. Das ISC lieferte daraufhin im Dezember 2009 die geforderten Verkehrsdaten der vergangenen sechs Monate. Doch der Schwyzer Kantonsgerichtspräsident Martin Ziegler blockierte in der Folge die Daten, und gab den Schwyzer Ermittlern nur die Daten vom Tag des Verschwindens von Boi frei. Das zeigen Recherchen der Sendung «10 vor 10».

Brisant: Ziegler war schon im März 2009 in die Schlagzeilen geraten, als die Handy-Verkehrsdaten des damals vermissten Au-pairs Lucie nur verzögert bei der zuständigen Schwyzer Untersuchungsrichterin eintrafen. Ziegler sprach damals von einem «Missverständnis». Die Vorgänge wurden dann aber in der Folge von einer Parlamentarischen Untersuchungskommission untersucht.

Der Schwyzer SP-Nationalrat Andy Tschümperlin versteht die neuerliche Blockierung der Daten nicht: «Es kann doch nicht sein, dass es wieder passiert. Ich habe nach dem Fall Lucie gedacht, dass die Situation klar ist – und jetzt gibt es wieder Schwierigkeiten.»

(20 Minuten)