Löwendenkmal Luzern

08. Februar 2019 10:33; Akt: 08.02.2019 10:33 Print

Frauen fischten bis zu 600 Fr pro Nacht aus Teich

Drei Luzernerinnen fischten im Weiher des Löwendenkmals nach Münzen, die Touristen dort reinwerfen. Dabei machten sie eine grosse Ausbeute. Das Ganze ist sogar legal.

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Drei junge Frauen aus Luzern kamen auf eine Idee, ihr Portemonnaie aufzustocken. Sie hätten im Weiher vor dem Löwendenkmal nach dem Münz gefischt, das Touristen ins Wasser werfen, wie die «Luzerner Zeitung» am Donnerstag berichtete.

Beim ersten Tauchgang hätten sie nachts ihre Kleider abgelegt und seien einfach in den Weiher gestiegen, wie eine der drei Frauen gegenüber der Zeitung sagte. Ursprünglich wollten sie nur ihr Sackgeld mit einigen Münzen aufbessern. Doch der gesammelte Geldbetrag habe die Vorstellungen der Frauen bei weitem übertroffen.

Geldwaschen mal wortwörtlich genommen

Mit den Händen sammelten sie verschiedenste Währungen aus dem Weiher. So kamen in der ersten Nacht 400 Franken zusammen. Beim zweiten Mal waren es sogar 600 Franken, die die Frauen, nun mit Taucherbrille ausgerüstet, aus dem Wasser fischten. Insgesamt drei Mal wagten sie die Aktion und sammelten auch in der letzten Nacht nochmals 400 Franken.

Da viele der Schweizer Münzen mit Algen überwachsen waren, seien die Sammlerinnen auf die Idee gekommen, das Geld «zu waschen». Dazu hätten die drei einen Selecta-Automaten genutzt. Sie warfen bis zu 20 Franken an gesammelten Münzen in den Automaten, suchten ein möglichst günstiges Produkt und bekamen das Retourgeld in sauberen Franken. Geldwaschen auf legale Art, sozusagen.

«Münztauchen ist keine Straftat»

Ebenfalls legal ist es offenbar, vor dem Löwendenkmal im Teich nach Geld zu fischen. «Beim Münzentauchen vor dem Löwendenkmal macht man sich keiner Straftat schuldig», wird ein Polizeisprecher in der LZ zitiert. Denn: «Wer Münzen in einen Brunnen oder Weiher wirft, gibt seinen Eigentumsanspruch auf.»
Herrsche aber ein amtliches Badeverbot, dann könne es sich beim «Betreten des Weihers» um Haus- oder Landfriedensbruch handeln.

Mittlerweile sind die Frauen übrigens nicht mehr nächtens im Wasser unterwegs, sondern arbeiteten als Lehrerinnen und würden genug Geld verdienen, heisst es im Bericht weiter.

Münzen gehen an Stiftung Brändi

Normalerweise werde zweimal im Jahr die Münzansammlung im Weiher des Löwendenkmales geräumt. Angestellte der Stadtgärtnerei würden die Münzen einsammeln, wenn das Wasser für die Reinigung abgelassen werde. Dabei werden die Münzen geputzt, sortiert und der Stiftung Brändi übergeben.

Warum werden Münzen ins Wasser geworfen?

Diese Frage beantwortete der Volkskundler Kurt Lussi im Interview mit der LZ. Das Opfern von Münzen ins Wasser habe seinen Ursprung in vorchristlichen Quellenkulten. «Quellen gelten als Zugänge zum Jenseits, die Menschen haben seit frühester Zeit eine heilige Scheu davor. Gottheiten, Geister und Dämonen sollen darin wohnen, die sowohl Nutzen als auch Schaden bringen können.»

Zuerst scheinen es Menschenopfer gewesen zu sein, dann Brot und Kerzen und schliesslich auch Münzen, die geopfert werden. «Heutzutage werden vor allem Münzen in Brunnen geworfen, um das Glück in Liebes- und anderen Dingen zu beschwören.» Oft würden Menschen jedoch Geldstücke werfen, weil es die Umstehenden tun.

(tst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fred@züri am 08.02.2019 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Warum muss die Geschichte in die Medien? Dass zieht doch nur Nachahmer nach sich. Unverständlich!

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  • Adi Blatt am 08.02.2019 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Stiftung Brändi

    Ich finde es toll dass die Stadtgärtnerei die Münzen der Stiftung Brändi übergeben. Gute Sache!

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  • ZH71 am 08.02.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat den Nachteil?

    Den Nachteil der Aktion trägt letztlich die Stiftung Brändi.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kevin007 am 09.02.2019 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legal?

    Habe dies als ich etwa 14j. war auch gemacht mit Freunden jedoch kam die Polizei danach und wir mussten fliehen;)

  • Peter am 09.02.2019 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Dann können diese

    Die Münzen wieder zurück in den Brunnen legen. Wenn Sie ja jetzt als Lehrer arbeiten. Und genug Verdienen. In anderen Ländern würden Sie nicht so leicht davon kommen. Wie in dem Naiven Schweiz.

    • F. P. am 09.02.2019 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Wir leben aber nicht in anderen Ländern und die Schweiz als naiv zu bezeichnen ist eine absolute Frechheit !

    • Brigitte am 09.02.2019 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gestohlenes Geld ....

      Warum werden diese Frauen, soo leicht davon kommen?? Das ist eigentlich = gestohlenes Geld ". Da sie als Lehrer arbeiten, sollten die Lehrer dieses Geld dem Brändi zugeben, müssen. Für einen guten Zweck !!! Eine bodenlose Frechheit !!!

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  • Vreni Gerzner am 09.02.2019 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    eher Diebstahl als nicht!

    Das mit dem strafrechtlich "irrelevant" finde ich nicht so richtig. Der Münzenwerfer übergibt im Park die Münze bewusst einer Institution, die hinter dem Brunnen steht. Und nicht der nächsten Person, der sie wieder r'ausfischt. Hier die Stadtgärtnerei zugunsten einer wohltätigen Institution. Ist nicht das gleiche wie ein Brunnen irgendwo am Strassenrand. Meiner Meinung nach ist es Diebstahl, schon wegen der Betragshöhe. Und erst noch eine äusserst gemeine Art, sich zu bereichern.

    • M.P. am 09.02.2019 11:31 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Hahaha, der Münzwerfer übergibt die Münze bewusst der Organisation, die hinter dem Brunnen steht. Sowas naives hab ich echt lange nicht mehr gelesen

    • F. V. am 09.02.2019 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vreni Gerzner

      Wir haben Meinungsfreiheit, ihre Meinung ist somit gerechtfertigt aber trotzdem nicht Gesetz ! meiner Meinung nach und nach geltendem Recht haben die drei Girls keine Straftat begangen (außer der Missachtung des Badeverbotes) sondern sich durch eine Leistung das Geld erworben !

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  • catalena am 09.02.2019 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Eisbär muss her.

    Und jetzt wird ein Eisbär alles bewachen. Kann ja den Asiaten nur Recht sein, aber leider würde der Bär zu Tode fotografiert.

  • Lozärneri am 09.02.2019 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das gibts doch nicht..

    die haben mein Geld gefischt..eigentlich wollte ich, dass es drin bleibt