SVP-Initiative

22. September 2013 15:16; Akt: 19.11.2013 16:38 Print

Mundart wird in Luzern nicht verordnet

In den Luzerner Kindergärten dürfen Lehrpersonen weiterhin in Mundart und Hochdeutsch unterrichten.

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SVP-Initiative verworfen: Kinder werden weiter in Deutsch und Mundart unterrichtet. (Bild: Keystone)

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In den Luzerner Kindergärten dürfen Lehrpersonen weiterhin in Mundart und Hochdeutsch unterrichten. Die Stimmbürger haben eine Initiative der SVP abgelehnt, die nur noch Mundart als Unterrichtsprache zulassen wollte.

Angenommen wurde ein Gegenvorschlag von Regierung und Parlament, der das bereits praktizierte Nebeneinander von Hochdeutsch und Mundart im Kindergarten neu ausdrücklich im Volksschulbildungsgesetz festschreibt.

Der Gegenvorschlag wurde mit 62'918 zu 45'908 Stimmen angenommen. Die Gesetzesinitiative der SVP wurde mit 62'867 zu 55'165 Stimmen abgelehnt. Die Stimmbeteiligung lag bei 46,6 Prozent.

SVP kann mit Kompromiss leben

Reto Wyss, Regierungsrat und Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements, teilte mit: «Die Regierung hat das Ergebnis mit Befriedigung und Freude zur Kenntnis genommen.» Von nun an solle Hochdeutsch und Mundart gleichermassen gefördert werden. «Die Vernunft hat gesiegt».

Franz Grüter, Präsident der SVP des Kanton Luzern, kann die Niederlage an der Urne verschmerzen. «Die SVP ist nicht enttäuscht. Ohne die Initiative hätte es gar keinen Gegenvorschlag gegeben.» Der Gegenvorschlag sei ein Kompromiss, mit dem die SVP Luzern leben könne, sagt er weiter.

Zwei Drittel auf Hochdeustsch

Mit dem Entscheid bleibt in Luzern in Sachen Unterrichtssprache grundsätzlich alles beim Alten. Heute werden gemäss Angaben der Regierung in den Luzerner Kindergärten zwei Drittel des Unterrichts auf Hochdeutsch gehalten. Daneben sprechen die Lehrpersonen Mundart. In der Primar- und Sekundarschule hingegen ist Hochdeutsch Unterrichtssprache.

Zürich führte nach einem Volksentscheid mit 53,9 Prozent Ja-Stimmen 2012 bislang als einziger Kanton Mundart als alleinige Unterrichtsprache ein. Im Kanton Aargau kam 2012 eine entsprechende Initiative der Schweizer Demokraten zustande. Sie wurde vom Kantonsparlament noch nicht behandelt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Krigel am 23.09.2013 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Abstimmungsvorlage studieren!

    Offensichtlich hat kaum einer der hier tätigen "Kommentatoren" die Luzerner Vorlage gelesen. Die Abstimmungsfrage lautete, ob in den Kindergärten AUSSCHLIESSLICH Mundart gesprochen werden soll oder ob man - wie heute üblich - Hochdeutsch in den Kindergarten-Alltag einbauen darf. Mundart wird mit dem Nein zur Initiative von den Luzernern überhaupt nicht aus dem Kindergarten verbannt. Oder wie es Regierungsrat Wyss ausdrückt: "Unsere Lehrpersonen auf Kindergartenstufe können nun als Fachleute einen gesunden Mix zwischen Hochdeutsch und Mundart im Unterricht anwenden."

  • Doris am 22.09.2013 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    BESCHÄMEND EINEN STAAT IM STAAT

    Im Kindergarten sollte diese Deutsche-Diktatur nicht angewendet werden - das Schul-Deutsch genügt voll kommen.

  • Jenny am 22.09.2013 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ein weiterer Schritt Richtung Abschaffung des Mundarts.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris von Swiss am 24.09.2013 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Und wär häts erfunde?

    Zum Glück durfte ich damals noch Kind und Schweizer sein und reden wie mir der Schnabel gewachsen ist! Aus mir ist sogar etwas geworden. Arme Kinder!

  • Thomas L am 23.09.2013 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Mach ich auch

    Bald höre ich auch auf mit Leuten zu sprechen, die ich nicht verstehen will.

  • Krigel am 23.09.2013 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Abstimmungsvorlage studieren!

    Offensichtlich hat kaum einer der hier tätigen "Kommentatoren" die Luzerner Vorlage gelesen. Die Abstimmungsfrage lautete, ob in den Kindergärten AUSSCHLIESSLICH Mundart gesprochen werden soll oder ob man - wie heute üblich - Hochdeutsch in den Kindergarten-Alltag einbauen darf. Mundart wird mit dem Nein zur Initiative von den Luzernern überhaupt nicht aus dem Kindergarten verbannt. Oder wie es Regierungsrat Wyss ausdrückt: "Unsere Lehrpersonen auf Kindergartenstufe können nun als Fachleute einen gesunden Mix zwischen Hochdeutsch und Mundart im Unterricht anwenden."

  • Hans am 22.09.2013 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten-Hoch-Deutsch-Züchtigung

    nicht gefragt. Die vielen Einwanderer sollen sich an Schweizer-Kultur halten, und nicht umgekehrt.

  • Doris am 22.09.2013 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    BESCHÄMEND EINEN STAAT IM STAAT

    Im Kindergarten sollte diese Deutsche-Diktatur nicht angewendet werden - das Schul-Deutsch genügt voll kommen.