03. März 2008 22:40; Akt: 04.03.2008 08:50 Print

Muslim-Friedhof sorgt für Ärger

von Daniela Gigor - Für das neue muslimische Grabfeld im Luzerner Friedental wurde im Januar Erde abgetragen und entsorgt. Auf einer Baustelle. Das entsetzt Politiker und Angehörige von Toten.

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«Im Januar wurde unsere heilige Erde im Friedental auf rund 1,80 Meter Tiefe abgetragen und mit Lastwagen entsorgt», sagt der Luzerner Musiker Angy Burri (69) empört. Seit dem Tod seiner Frau 2007 besucht er den allgemeinen Friedhof fast täglich.

Zunächst fiel ihm auf, dass das Gebiet des neuen Muslimfriedhofs mit schwarzen Blachen abgedeckt worden war. Dann bemerkte er, dass Arbeiter die Erde darunter abtrugen. Als Burri die Arbeiten zu fotografieren begann, wollte ihm dies ein Angestellter der beauftragten Littauer Firma Lötscher Logistik AG verbieten. Und auf die Frage, was mit der Totenerde nun passiere, habe ihm ein anderer geantwortet, sie komme in eine Baugrube. Später sei der Platz mit frischem Humus, Sand und Kies aufgefüllt worden.

Angy Burri betont, dass es ihm nicht um Glaubensfragen gehe, sondern darum, dass Vorfahren, Freunde und Verwandte in dieser Erde ruhten. «Ich habe mit vielen Leuten auf dem Friedhof gesprochen, die das ganz gewaltig stört», sagt er. Brisant: Noch vor zwei Jahren erklärte die Luzerner Stadtregierung, im Friedental würde keine Erde abgetragen. Den plötzlichen Sinneswandel erklärt Baudirektor Kurt Bieder jetzt mit technischen Gründen: Der Boden sei schlecht und feucht gewesen. Den Muslimen sei keine unbefleckte Erde versprochen worden.