Fall Neuheim

10. Februar 2011 09:51; Akt: 10.02.2011 10:17 Print

Muss Vater in die psychiatrische Klinik?

Erich Z. und seine Buben Tim (10) und Lorin (7) sind zurück in Zug. Warum der Vater mit den Kindern nach Italien reiste, ist weiter ein Rätsel. Erich Z. musste ins Spital gebracht werden.

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Vater und Söhne sind wohlauf und wieder zurück in der Schweiz. (Bild: zvg)

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Der am Mittwochnachmittag südlich von Mailand aufgegriffene Vater und seine beiden Kinder sind noch am selben Abend in Polizeibegleitung im Kanton Zug eingetroffen. «Sie erreichten Zug noch vor Mitternacht», so Marcel Schlatter, Sprecher der Zuger Kapo, zu 20 Minuten Online. Der 50- Jährige wurde zur medizinischen Abklärung in ein Spital gebracht. Die Kinder befinden sich wieder in der Obhut der Mutter.

Über den gesundheitlichen Zustand des Vaters könne er noch keine Auskunft geben, sagte Schlatter am Donnerstagmorgen auf Anfrage der SDA. Da der Mann einen psychisch verwirrten Eindruck gemacht habe, sei er unmittelbar nach der Ankunft im Kanton Zug in ein Spital gebracht worden. Einvernommen wurde er noch nicht.

Muss Erich Z. in psychiatrische Klinik?

Die medizinischen Untersuchungen sollen nun zeigen, ob der Mann überhaupt einvernahmefähig ist oder ob er allenfalls in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Nicht bekannt ist laut Schlatter, ob der Vater in der Vergangenheit gesundheitliche Probleme hatte.

Auch die Hintergründe des Verschwindens sind nach wie vor unklar. Der selbständige Unternehmer und Lokalpolitiker verabschiedete sich am späteren Montagnachmittag von seiner Ehefrau und gab an, mit den beiden Söhnen in ein Einkaufszentrum zu fahren. Vermutlich ist er aber dort nie angekommen, sondern direkt in Richtung Italien gefahren.

Die Mutter meldete die drei am Montagabend als vermisst, worauf die Zuger Polizei, unterstützt von der Schweizer Armee, einen Grosseinsatz auslöste. Zudem wurden die Vermissten im Schengener Informationssystem ausgeschrieben.

Wer für die entstandenen Kosten aufkommen muss, ist gemäss Schlatter derzeit schwierig zu sagen. Die Armee, die unter anderem einen Super Puma Helikopter zur Suche einsetzte, werde dem Kanton Zug jedenfalls nichts in Rechnung stellen.

(feb/sda)