Entführte Hündin

19. Juli 2019 10:23; Akt: 20.07.2019 15:34 Print

Finderlohn für Askira auf 700 Franken erhöht

von Daniela Gigor - In der Nacht auf den 3. Juli ist eine Hündin aus einer Wohnung in der Stadt Luzern verschwunden. Ein Finderlohn wurde ausgesetzt.

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Die Mischlingshündin Askira und ihr Besitzer Oli Dobler sind ein unzertrennliches Paar. Dobler hatte es in den letzten Jahren nicht leicht: Vor viereinhalb Jahren erlitt er einen Unfall und ist seither arbeitsunfähig und seine Gesundheit angeschlagen. Drogensucht und finanzielle Probleme haben dazu geführt, dass er jahrelang in einem umgebauten Keller hauste, 14 Quadratmeter klein und ohne Dusche.

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Vor vier Jahren gab es einen Lichtblick für den heute 48-Jährigen: Seine Hündin Askira trat in sein Leben. Dank des Tieres hat Dobler wieder eine Aufgabe und einen Lebenssinn gefunden. Auch die Wohnsituation hat sich verbessert: Er und seine Hündin fanden 2018 eine Wohnung in der Nähe des Neubads mitten in der Stadt. Dobler war glücklich über diese Schicksalswende.

Anzeige erstattet

In der Nacht auf den 3. Juli wurde jedoch alles anders: Askira war über Nacht spurlos verschwunden. Dobler hatte geschlafen. Seine Wohnungstür war unverschlossen. «Als ich am Morgen erwachte, war Askira weg», sagt er. Seither hat er seinen Hund nicht wieder gesehen.

Dobler erstattete Anzeige bei der Polizei. Dabei äusserte er den Verdacht, eine Person aus seinem weiteren Umfeld könnte Askira entführt haben. Christian Bertschi, Sprecher der Luzerner Polizei bestätigt: «Wir haben entsprechende Befragungen durchgeführt und die Staatsanwaltschaft informiert. Wir haben aber keine neuen Erkenntnisse über den Verbleib des Hundes.» Auch Hinweise aus der Bevölkerung seien keine eingegangen. «Die Suche nach dem Tier ist aber nicht eingestellt und der Hund ist auch dank seines Amicus-Chips im Schweizerischen Suchsystem als vermisstes Tier ausgeschrieben», sagt Bertschi weiter.

Leserin mit Herz erhöht Finderlohn

Kein grosser Trost für Dobler. Seit der Hund weg ist, geht es ihm schlecht. Er fühlt sich am Ende seiner Kräfte: «Askira bedeutet mir alles, sie ist mein persönlicher Therapiehund, der mich seit vier Jahren von den Drogen fernhält.» Damit er in dieser schwierigen Situation nicht in alte Verhaltensmuster zurückfalle, habe er sich selber in die Psychiatrische Klinik einweisen lassen.

Nun hofft er, dass er seinen geliebten Hund bald wieder in die Arme nehmen kann. Sabrina del Fabro, eine gute Freundin von Dobler hat 300 Franken Finderlohn zugesichert und den Hund auch bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale vermisst gemeldet. Eine weitere Bekannte die namentlich nicht genannt werden will, steuert weitere 200 Franken bei. Am Freitag hat sich nach dem Erscheinen des Berichts eine Leserin gemeldet, die den Finderlohn auf 700 Franken erhöhen will. Ihre Begründung: «Es ist wichtig, dass der Betrag und damit die Chance steigt, dass die Hündin zu ihrem Besitzer zurückkommt. Der Mann und der Hund sind eine Symbiose.» Auch auf Facebook wird nach dem Hund gesucht: Der Aufruf auf del Fabros Seite wurde schon über 12'000 mal geteilt.

Dobler: «Askira ist sehr zutraulich und wer sie sieht, soll ihren Name rufen.» Gehe diese Person noch in die Hocke, sei die Chance gross, dass Askira komme, um ihre Streicheleinheiten abzuholen. Auch könne man einfach die Polizei verständigen, wenn man den Hund sieht.