Überglücklich

19. Oktober 2018 05:50; Akt: 19.10.2018 05:50 Print

Nathalie erlebt im Ring-Drama ein Happy-End

von Daniela Gigor - Nach zwei Monaten kann Nathalie Amstad ihren geliebten Ehering endlich wieder an ihrer Hand tragen. Eine Frau fand ihn im Parkhaus.

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Seit dem 16. August wusste Nathalie Amstad nicht, wo ihr Ehering geblieben ist. Die 47-Jährige verlor ihn zwischen dem Parkplatz des Sportparks Dierikon und der Stadt Luzern. Seither suchte sie ihren Ring verzweifelt – auch auf 20 Minuten klagte sie ihr Leid und hoffte, die Publizität möge ihr helfen, dass der Ring wieder zu ihr zurück findet.

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Nun ist sie überglücklich: «Auf den Tag genau zwei Monate später erhielt ich meinen Ring zurück.» Bis es zur Übergabe des Rings kam, ging laut Amstad aber einiges schief: «Eine Frau fand den Ring am 17. August auf einem Parkplatz. Ich hatte ihn dort anscheinend am Tag davor im Parkhaus Kesselturm verloren.» Die Finderin schrieb in der Folge ein E-Mail an die zuständige Löwen Bau und Betriebs AG. Darin schreibt sie, dass der Ehering die Gravur «Aslan 26. Juli 2014» enthält und dass sie im Büro des Parkhauses geklopft habe. Leider sei aber niemand dort gewesen. Weiter schrieb sie, dass, wenn sich die Besitzerin melden sollte, bitte ihre Handy-Nummer weitergegeben werde. Amstad meldete ihren Verlust bei der Löwen Bau und Betriebs AG telefonisch erst am 20. oder 21. August. «Die Frau am Telefon sagte mir, sie hätten nichts. Das ist die Höhe, denn die Finderin und ich hinterliessen unsere Kontaktdaten», ärgert sich Amstad.

Löwen Bau und Betriebs AG entschuldigt sich

«Der besagte Fall eines verlorenen Eherings ist uns bekannt», schreibt Markus Belser, Geschäftsleiter der Löwen Bau und Betriebs AG auf Anfrage. Es habe allerdings keine interne Meldung eines verlorenen Rings gegeben. Das E-Mail betreffend eines gefundenen Rings habe man erhalten. Da ein entsprechender Suchauftrag nicht bekannt war oder nicht erfasst wurde, konnte keine Zuordnung vorgenommen werden. Objekte, die nicht klar einer Person zugeordnet werden können, würden nicht angenommen. Aus Sicherheitsgründen würde empfohlen, solche Objekte bei der Polizei abzugeben.

«Wir bemühen uns, die vielen Anfragen über verlorene Gegenstände im Sinne eines guten Dienstes zu behandeln, allerdings ohne Garantie auf Vollständigkeit. Sollte uns im vorliegenden Fall ein Fehler passiert sein oder eine Meldung vergessen gegangen sein, entschuldigen wir uns», so Belser weiter.

Als Amstad merkte, dass ihr Ring weg war, hinterliess sie auch bei der Einfahrt des Parkhauses ein Plakat mit dem Bild des Rings, der Vermisstmeldung und ihrer Telefonummer sowie der Aufforderung den Ring aufs Fundbüro zu bringen. Die Finderin brachte den Ring zwar nicht aufs Fundbüro, aber es belastete sie, nicht zu wissen, wem er gehört. Die Finderin, die öfter ihr Auto im Parkhaus abstellte, sah das Plakat von Amstad erst am letzten Montag. «Sie schrieb mir sofort ein herziges SMS, ob ich den Ring bei ihr abholen wolle.»

Frau wollte den Finderlohn nicht annehmen

Und ob sie wollte: Am Dienstag fuhr Amstad nach Luzern und besuchte die Finderin am Arbeitsplatz. Sie brachte ihr eine Sonnenblume mit und einen Finderlohn in der Höhe von 500 Franken. Amstad: «Die Mutter eines siebenjährigen Buben wollte das Geld partout nicht annehmen, darum lasse ich mir jetzt etwas einfallen, um ihr doch noch Danke zu sagen.» Sie und die Finderin seien einfach nur happy gewesen und seien sich gemeinsam in den Armen gelegen. «Uns sind die Freudestränen über die Gesichter gelaufen. Ich habe ein wahnsinniges Glücksgefühl, bin sehr dankbar und richtig in den Ring verliebt.»

Laut Amstad hat sie einen Tag vor der Ringübergabe damit begonnen, die Plakate wieder zu entfernen, weil sie nicht mehr daran glaubte, dass sie den Ring jemals wiederfinden würde: «Erst als ich ihn losliess, kam das erlösende SMS und damit das Happy-End.»


Dieses GIF erschien in der ersten Story über Nathalies Ring-Drama - der Ring ist wirklich wunderschön.