PH Luzern

08. Mai 2018 05:52; Akt: 08.05.2018 09:35 Print

Neue App gegen das Vergessen des Holocaust

von Tunya Koch - Die App «Fliehen vor dem Holocaust. Meine Begegnung mit Geflüchteten» unterstützt Jugendliche beim Lernen über den Holocaust. Entwickelt wurde sie in Luzern.

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Nie sollen die Verbrechen des Holocaust vergessen gehen. Dafür gibts nun eine neue App, entwickelt von der Pädagogischen Fachhochschule Luzern, der FH Vorarlberg und erinnern.at. Die App heisst «Fliehen vor dem Holocaust. Meine Begegnung mit Geflüchteten».


Trailer App Fliehen vor dem Holocaust from erinnern.at on Vimeo.

«Am besten liess sich das Thema bisher mit Zeitzeugen vermitteln. Leider sterben immer mehr dieser Menschen, die das Verbrechen der Nazis selber erlebt haben», sagt Peter Gautschi, Professor für Geschichtsdidaktik an der PH Luzern. «Es musste eine neue und einfache Methode für den Unterricht gefunden werden.»

Als Thema der Lern-App wurde «Fliehen vor dem Holocaust» gewählt. Denn: «Dieses Thema bekam in den letzten
Jahren eine neue exemplarische Bedeutung: Erneut werden Menschen vertrieben, in Kriegshandlungen verwickelt, verfolgt, mit dem Tod bedroht und müssen fliehen, um ihr Leben zu retten», schreibt die PH.

Zeitzeugen erzählen über ihre Flucht

Die App ist laut PH die erste ihrer Art und wird ab 8. Mai, dem Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, kostenlos im Playstore und Appstore downloadbar sein. Sie bietet Jugendlichen mittels Kurzfilmen mit Zeitzeugen ein digitales Lernangebot. Fünf Zeitzeugen erzählen über ihre Flucht vor dem Holocaust. Die Flüchtlingsgeschichten sind sehr unterschiedlich: eine vorsorgliche Flucht, eine Flucht wegen Verfolgung oder während des Todesmarsches von KZ-Häftlingen.

Die App funktioniert offline und kann individuell, in der Klasse oder während dem Unterricht genutzt werden. Während der Arbeit mit der App erstellen die Schüler ein persönliches Album, indem sie Wissen sammeln und kommentieren. Die App vermittelt jedoch nicht nur Wissen – mit ihr kann auch gearbeitet werden: Das Album kann einer Person ihrer Wahl, der Gruppe oder der Klassenlehrperson als PDF-Dokument versendet werden.

«Schüler sind von der Lern-App begeistert»

Die App wurde in drei Klassen an drei verschiedenen Orten getestet: Zofingen, Innsbruck und Berlin. «Die Schüler waren begeistert. Wir bekamen fast ausschliesslich positive Rückmeldungen», sagt Gautschi.

Er kann sich gut vorstellen, die App mit weiteren Video-Interviews von Zeitzeugen auszubauen. Eine französische Version für die Westschweiz ist auch in Planung. «Die geschichtliche App könnte auch mit weiteren Themen ergänzt werden. Das ist der Vorteil von Online-Medien, man kann sie laufend aktualisieren.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Menoza am 08.05.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Vergangenheit ruhen lassen

    Können wir das nicht endlich mal sein lassen? Wir versteifen uns zu sehr auf die Gräuel des 2. Weltkrieges. Wir sollten uns auf die Probleme der Gegenwart konzentrieren, es gibt so viele davon, lasst uns die Energie richtig verwenden!

  • Dave74 am 08.05.2018 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Weitsicht

    Ich beschäftige mich gerade wieder mal mit diversen Kriegen und vorallem wie es dazu gekommen ist. Dazu gehören leider auch die Greueltaten, welche fast von allen Kriegsparteien begangen wurden. Das waren für viele alles unbeschreiblich schlimme Zeiten, aber vergessen wir dabei nicht z.B. das Massaker von Srebrenica. Das ist erst 13 Jahre her und auch gleich um die Ecke. Nicht zu sehr versteifen und übrigens liefert z.B. Youtube auch per Smartphone eine endlose Breite an Informationen von verschiedensten Seiten. Wenn man denn offenbar nur noch mit dem Smartphone lernen kann.

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  • Sven E. am 08.05.2018 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Der Holocaust war schlimm,

    aber ewig her. Heute leben wir in einer Zeit, in der es die immerselben westlichen Kraefte geschafft haben, zahlreiche Staaten zu destabilisieren und daher hier und heute Kriege herrschen, mit Hundertausenden Menschen in Not. 2018 ist der Holocaust nicht mehr unser groesstes Problem.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Christina am 08.05.2018 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich verstehe es nicht ganz

    Von den anderen Tausenden von Opfern jeglicher Art wird nie so gesprochen und gedenkt, aber sie alle sind halt nicht das von Gott auserwählte Volk und das muss somit weitergegeben werden mit all möglichen Mitteln

  • Ärklärbär am 08.05.2018 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fachhochschule

    Was diese Studenten nicht alles entwickeln... Das ist also eine App von Arbeitsallergikern für Lernfaule?

  • Buebi Stansstad am 08.05.2018 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus!

    aufgewärmtes schmeckt einfach nicht. daher lasst es endlich sein...... obwohl es schlimm war, heute interessiert niemand mehr, was vor 80 jahren war. diejenigen, welche sich informieren wollen, bekommen die infos auch, ohne dass man es immer und immer wieder bringen muss.

  • Fritz am 08.05.2018 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Geschichte

    Es gab schon in der Vergangenheit sehr viele ethnische Säuberungen. Erinnert wird aber immer nur über den Holocaust. Ich meine jetzt nicht nur diesen Artikel hier sondern generell in der westlichen Teil dieser Erde. Der Holocaust war tragisch aber vergesst die andreren Gräueltaten auch nicht.

  • Dave74 am 08.05.2018 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Weitsicht

    Ich beschäftige mich gerade wieder mal mit diversen Kriegen und vorallem wie es dazu gekommen ist. Dazu gehören leider auch die Greueltaten, welche fast von allen Kriegsparteien begangen wurden. Das waren für viele alles unbeschreiblich schlimme Zeiten, aber vergessen wir dabei nicht z.B. das Massaker von Srebrenica. Das ist erst 13 Jahre her und auch gleich um die Ecke. Nicht zu sehr versteifen und übrigens liefert z.B. Youtube auch per Smartphone eine endlose Breite an Informationen von verschiedensten Seiten. Wenn man denn offenbar nur noch mit dem Smartphone lernen kann.

    • Slobo am 08.05.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

      Srebrenica ist nicht 13 Jahre her

      sondern 25 Jahre. Das Macht es natürlich nicht weniger schlimm.

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