Seit Jahren weg

30. September 2019 19:42; Akt: 30.09.2019 21:33 Print

Niemand weiss, wo diese vermissten Menschen sind

In der Zentralschweiz werden zahlreiche Menschen vermisst. Die Polizei such weiterhin nach ihnen und ist dankbar für Hinweise.

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Seit Donnerstagmittag, 12. Juni 2014, wird in Brunnen die 28-jährige Eritreerin Saida Ahmed vermisst. Die Frau ist ca. 168 cm gross, von normaler Statur, hat lange schwarze Haare und spricht Saho und Arabisch. Die Kantonspolizei Schwyz bittet Personen, welche Saida Ahmed gesehen haben oder Angaben zu ihrem Aufenthaltsort machen können, sich unter Telefon +41 41 819 29 29 zu melden. Am Dienstagnachmittag, 16. September 2014, ging bei der Kantonspolizei Schwyz die Meldung ein, dass im Gebiet Ried-Muotathal seit dem späteren Dienstagmorgen ein 72-jähriger Wanderer vermisst wird. Der Vermisste entfernte sich von einer Wandergruppe in unbekannte Richtung. In Zusammenarbeit mit der Rettungsflugwacht und der Rettungskolonne des SAC Muotathal startete die Kantonspolizei unverzüglich eine grosse Suchaktion. An der Suche beteiligen sich zudem Suchhunde. Der Einsatz der Suchtruppen dauert an. Der vermisste Aellen Jakob ist 72 Jahre alt, ca. 160 cm gross, von schlanker Statur, hat graue Haare und eine Stirnglatze, trägt einen Schnauz, einen grünen gestrickten Pullover, braune Hosen und schwarze Schuhe. Beim Laufen hat der Vermisste seinen Kopf nach vorne gebeugt. Hinweise über den Verbleib des Vermissten sind an die Kantonspolizei Schwyz, Telefon +41 41 819 29 29, zu richten. Seit Samstagabend, 2. Oktober 2004, wird der in Bäch/SZ wohnhafte Alex Keller vermisst. Alex Keller ist 24-jährig, 186 cm gross, von fester Statur, hat braune kurze Haare, dunkelbraune Augen und einen Oberlippenbart. Er trug bei seinem Verschwinden ein weisses T-Shirt und hellblaue Jeans. Hinweise über den Verbleib des Vermissten sind an die Einsatzzentrale Kantonspolizei Schwyz, +41 41 819 29 29, oder an jede andere Polizeistelle zu richten. Seit Montag, 14. Mai 2012, wird Pascal Frey ab seinem Wohnort in Kriens LU vermisst. Er war damals 27 Jahre alt. Sein Signalement: ca. 162 cm gross, normale Statur, braune Haare, Kurzhaarschnitt,brauner Kinnbart, Brillenträger. Seinen Angehörigen gab er an, alleine auf eine Wanderung in Richtung Musenalp/Dallenwil NW aufzubrechen. Seither gilt Pascal Frey als vermisst. Hinweise über den Verbleib des Vermissten sind erbeten an die Zuger Polizei (T 041 728 41 41) oder an jede andere Polizeidienststelle. Christian Härtelt wird seit Samstag, 26. September 2015 vermisst. Er verliess seinen Wohnort in Luzern und ist seitdem unbekannten Aufenthaltes. Sein Fahrzeug wurde gleichentags an der Seestrasse in Horw aufgefunden. Er hat Jahrgang 1963 und ist Deutscher. Härtelt Christian ist 187 cm gross und von athletischer Statur. Er hat kurze braune Haare, braune Augen, trägt einen Fünftage-Bart und ist eine gepflegte Erscheinung. Er spricht hochdeutsch. Hinweise an Luzerner Polizei, Telefon 041 248 81 17 Antoinette Bakir wurde letztmals am 21. Sept. 2000 an ihrem Arbeitsplatz beim Briefversand der Post in Luzern gesehen. Danach hatte sie noch telefonischen Kontakt mit Angehörigen. Seit dem 23. Sept. 2000 wird die an der Bahnhofstrasse 4 in Hergiswil/NW wohnhafte Frau vermisst. Polizeiliche Abklärungen ergaben, dass sie sich vom 23. Sept. bis 05. Okt. 2000 als Gast in einem Hotel in Innsbruck aufgehalten hatte. Seither fehlt von ihr jedes Lebenszeichen. Signalement: Ca. 180cm gross, schwarze nackenlange Haare, schmale Kopfform, Brillenträgerin, schlanke Statur, gepflegte Erscheinung, auf linkem Vorderarm noch leicht sichtbare Tätowierung (Stern Durchmesser ca. 1cm; chirurgisch behandelt), Raucherin Philipp Morris, ist vermutlich noch im Besitz des Wohnungsschlüssels SEA 2 W7, Nr. MN 17939 Hinweise Telefon: Kantonspolizei Nidwalden, 041/618 44 66 Dawson-Gott Phyllis Margaret reiste mit ihrer Tochter Sandra am 26.08.2007 von Lancashire (GB) per Flugzeug in die Schweiz ein und besuchte in Buochs NW ihre Schwiegertochter und Enkelkinder. Am 27.08.2007, 19:30 Uhr entfernte sie sich unbemerkt aus dessen Wohnung und wird seither vermisst. Die Vermisste leidet unter alzheimer-ähnlichen Symptomen Signalement: ca. 170 cm gross, schlanke, hagere Statur, kurzes, gewelltes, teils schütteres, graues Haar, Brillenträgerin, trägt goldener Ehering, ohne Gravur, Armbanduhr der Marke Ellesse. Trug beim Verschwinden gelbes T-Shirt, dunkelblaue Hose, graue Sportschuhe. Hinweise Telefon: Kantonspolizei Nidwalden 041 / 618 44 66 Marianne Rietmann-Bänziger verliess am 13.01.2004, nachmittags, ihre Wohnung in Stansstad. Sie fuhr anschliessend mutmasslich mit ihrem Personenwagen nach Beckenried NW, Freizeitanlage Rütenen, und liess ihren PW dort stehen. Sämtliche eingeleiteten Suchaktionen in diesem Gebiet verliefen erfolglos. Signalement: 158 cm gross, schlanke Statur Hinweise Telefon : Kantonspolizei Nidwalden 041/618 44 66 Seit 19. Juni 2008 wird die in Greppen wohnhafte, 65-jähirge Beatrice Storci-Stadbauer vermisst. Sie verliess um 7.30 Uhr ihren Wohnort und kehrte seither aus unbekannten Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Es bestehen Hinweise, dass sich die Vermisste im Gebiet Pilatus aufhalten könnte. Das Signalement: 165 cm gross, 60-65 kg, schlank, braune, kurze Haare, gepflegte Erscheinung, Brille, trägt eventuell beige Windjacke, schwarze Turnschuhe, Bluejeans. Beatrice Stroci-Stadbauer befand sich mit einem schwarzen Chrysler, Typ PT Cruiser C unterwegs (Kennzeichen LU 37 481. Das Auto wurde inzwischen gefunden. Personen, die Angaben über ihren Verbleib machen können, werden gebeten, sich unter 041 666 65 00 bei der Kapo Obwalden zu melden.

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Zum Teil sind die Vermissten schon seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr da. Einfach weg, nie mehr gesehen. Doch die Zentralschweizer Polizeikorps vergessen diese Menschen nicht: Vermisste Personen suchen sie auch nach langer Zeit noch und haben auf ihren Internetseiten entsprechende Aufrufe geschaltet.

In der Bilderstrecke oben gibt es Bilder von Vermissten mit den entsprechenden Angaben der Polizei. Diese ist auch nach Jahren dankbar für Hinweise, wie Judith Aklin, Mediensprecherin der Zuger Polizei, sagt: «Irgendwann sind alle Ermittlungsansätze ausgeschöpft, dann braucht die Polizei neue Hinweise, denen sie in jedem Fall nachgeht. Für die Angehörigen ist es sehr schwierig, nicht zu wissen, was mit ihren Liebsten passiert ist.»

So könne es beispielsweise sein, dass nach Jahren irgendjemand in der Schweiz auf menschliche Überreste stösst. In der Folge werde versucht, die Identität zu klären und mit den offenen Vermisstmeldungen abzugleichen. Oder es sei möglich, dass jemand freiwillig abgetaucht sei, und dann Spuren dieser Person etwa auf Social Media auftauchen.

Viele Fragen bleiben offen

Die Angehörigen von vermissten Menschen müssen nicht nur das Leid der Ungewissheit ertragen, ein Vermisstenfall kann auch finanzielle Konsequenzen haben. Fragen zum Erbe, der Auflösung einer Ehe oder der Leistungen der Witwen-, Witwer- oder Waisenrente bleiben offen.
Die Angehörigen haben darauf erst Anspruch, wenn ein Vermisster von einem Gericht offiziell für verschollen oder tot erklärt wird. Ein entsprechendes Gesuch kann im Normalfall aber erst nach fünf Jahren gestellt werden.

Die meisten vermissten Personen aber würden glücklicherweise rasch wieder aufgefunden, sagt Judith Aklin von der Zuger Polizei. Das sei in der Regel Stunden oder Tage nach der Vermisstmeldung der Fall.

(mme)