Zu wenig Regen

16. Juli 2018 18:43; Akt: 18.07.2018 16:06 Print

Mit Notabfischen schon 1200 Fische gerettet

Der trockene Sommer ist für die Fische lebensgefährlich. Jetzt handeln die Behörden.

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Wassermangel bedroht in einigen Gewässern die Bachforellen. (Bild: Symbolbild/iStock)

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Im Kanton Luzern herrscht Alarm für Fische: Da der Regen in letzter Zeit fehlt, sinkt der Wasserpegel in den Bächen. Dies führt an gewissen Stellen zu erhöhter Temperatur. Dadurch kann das Wasser weniger Sauerstoff aufnehmen. Dann wird es gefährlich: Der Sauerstoffmangel kann tödlich für die Fische enden.

Aus diesem Grund siedeln Spezialisten die Fische um, wie das «SRF Regionaljournal» berichtete.

Die Fische werden umgesiedelt

Bei den bedrohten Fischen handelt es sich vorwiegend um Bachforellen. «Die Situation wird beobachtet und schliesslich wird entschieden, was unternommen wird», sagt Philipp Amrein, Jagd- und Fischereiaufseher des Kanton Luzern.

In kleineren Bächen versuchten normalerweise die Pächter mit einem Netz und Kessel die Fische einzufangen. In grösseren Fliessgewässern haben die Spezialisten ein Elektrofanggerät. Damit werden die Fische in Narkose versetzt und anschliessend mit dem Fischernetz aus dem Wasser gefischt. Bei beiden Methoden des Abfischens werden die Fische an einen wassersicheren Ort gebracht. «Dieser ist wann immer möglich im gleichen Gewässer und aus früheren Jahren bekannt dafür, dass er genügend Wasser führt», sagt Amrein.

Ohne Regen müsse man Prioritäten setzen

«Vor allem in der Region Entlebuch bräuchte es dringendst Regen», so Amrein. Aber auch im Napfgebiet und zunehmend auch in der Agglomeration Luzern wird das Bachwasser knapp. Schon mehrmals pro Woche mussten Notabfischungen durchgeführt werden. So konnten schon über 1200 Fische gerettet werden.

«Die ganze Natur ist dringend auf länger andauernden Regen angewiesen», sagt Amrein. Die erwarteten Gewitter würden nur kurz die Lage entschärfen. Das Wasser sei so schnell wieder weg, wie es gekommen ist. Es müsse schon eine längere Zeit regnen, damit sich die Situation entschärft.

Ohne baldigen Regen müsse man wohl akzeptieren, dass man nicht alle Fische retten kann. «Die Natur ist dann stärker als wir», sagt Amrein. Man müsse Prioritäten auf die grossen und wertvollen Fischbestände setzen. Es bliebe nichts anders übrig als auf den Regen zu warten. Trotzdem bleibt Amrein positiv:«Auch in früheren Jahren kam das Wasser immer wieder zurück.»

(TST)