8 Mio. Tonnen Erde

02. Mai 2013 11:19; Akt: 02.05.2013 13:15 Print

Obwalden ruft wegen Erdrutsch Notstand aus

In Sarnen ist eine Fläche von rund 30 Fussballfeldern ins Rutschen geraten. Häuser, Strassen und Strommasten wurden beschädigt. Die Obwaldner Regierung erklärt die Region zum Notstandsgebiet.

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Notstand in Sarnen OW: Eine Fläche von rund 30 Fussballfeldern rutscht bis zu 20 Zentimeter am Tag.

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Gefährlicher Hangrutsch in Sarnen OW: Im Gemeindeteil Hintergraben befinden sich rund acht Millionen Tonnen Erdmasse in Bewegung. Die Obwaldner Regierung erklärte die Region zum Notstandsgebiet und sprach für bauliche Sofortmassnahmen einen Notstandskredit von 200'000 Franken. Der Bund hat ebenfalls finanzielle Unterstützung zugesagt.

Die Erdmassen, die sich über eine Fläche von rund 30 Hektaren erstrecken, sind seit 2010 am Rutschen. Doch inzwischen bewege sich die Masse mit bis zu 20 Zentimetern pro Tag, schreiben der Kanton Obwalden und die Gemeinde Sarnen in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Im betroffenen Gebiet wohnen rund 50 Personen. Evakuierungen habe es jüngst noch keine gegeben, sagte Jürg Berlinger, Vertreter des Gemeindeführungsstabs Sarnen, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Vereinzelte Personen hätten ihr Haus aber wegen der drohenden Gefahr bereits in den vergangenen Monaten verlassen.

Holzhaus abgebaut

Ältere beschädigte Gebäude wie Ställe seien bereits abgebrochen worden. Ein Holzhaus habe man vorzeitig abgebaut, damit man es allenfalls später an einer anderen Stelle wieder aufbauen könne, sagte Berlinger.

Der Gemeindeführungsstab werde die Lage täglich neu beurteilen und wenn nötig Massnahmen treffen. Dabei seien auch Strassensperrungen und Evakuierungen möglich.

Mit baulichen Massnahmen würden nun der Abfluss der Bäche freigehalten sowie Wasser teilweise mit Rohren umgeleitet. Dies soll verhindern, dass das Wasser die Schäden im Gelände verschlimmert. Im Wiesland bildeten sich bereits grosse Spalten. Auch Strassen wurden beschädigt.

Der Hangrutsch zog auch eine Hauptversorgungsleitung des Elektrizitätswerks Obwalden in Mitleidenschaft. Das Werk sei gezwungen, die Leitung sofort zu verlegen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

(ame/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Derb am 02.05.2013 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armee soll helfen

    Sofort einige Soldaten hinschicken zum aufräumen, die haben eh die ganze Zeit nix zu tun!

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  • Anti GSoA am 02.05.2013 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer hilft??

    Natürlich die ARMEE Aber wer würde helfen wenn es sie nicht mehr gäbe?? Die armee ist nicht nur gut im kämpfen, bein sie ist allg. Der letzte rückhalt für uns !!!!

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  • Massimo am 02.05.2013 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Seit drei Jahren am rutschen?

    Seit gut drei Jahren ist die Erde dort am rutschen und man hat nocht nichts unternommen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gerty am 03.05.2013 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Aber nei!

    Also habe eure Beiträge gelesen, die zum Teil sehr zu denken geben. Ich wohne am Rutschgebiet und muss sagen, dass kein Baum in bis 20-40 Tiefe Wurzeln schlägt. Der Rutsch fliesst nämlich in dieser tiefe und dafür gibt es noch keine Maschinen. Vor 100 Jahren war hir auch ein grosser Hangrutsch, aber oberflächig und der jetzige Rutsch hat nichts mit dem vor 100Jahren zu tun. Jetzt mussten all die Bäume weg, denn wenns rumpelt würden die nur alles verbarrikadieren. Zudem wird unser Anwesen über einige 100 Jahre bewirtschaftet und unser altes Haus stand OHNE Probleme 200 Jahre, das neue 5 Jahre.

  • Iris am 02.05.2013 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Oje,die Menschen die dort leben tun mir sehr leid!!! Es ist hart ,wenn man Angst um seine Existenz haben muss!Nützt jetzt auch nix,jemandem die Schuld geben zu wollen! Ich Wünsche den Menschen die dort leben viel Kraft!

  • J. Meyer am 02.05.2013 22:23 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht als menschgemacht...

    Nicht alles ist Menschgemacht, denn die Erde auf unserem Planeten bewegt sich nun mal. Doch wo der Mensch durch Rodungen und andere Massnahmen Landschaften erreichteten, wird durch fehlenden natürlichen Schutz die Bewegung solcher Erdmassen früher oder später beschleunigt. Ein natürlicher Prozess durch Menschenhand beschleunigt.

  • Stalder Peter am 02.05.2013 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Sry überlegt mal bevor ihr schriebt.

    Bin dort vor Ort, Der Zivilschutz leistet perfekte Arbeit mit ihren Fachleuten. Was nützten dort wohl die Bäume? Ich glaube kaum das die Wurzeln so weit runter treiben wo die Rutschung sich bewegt, das ist nicht nur ein einfacher Murgang.

  • Obwaldner (20, m) am 02.05.2013 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Sarnen/Obwalden

    Die Sarner Politiker müssen immer debattieren.. aber handeln tun sie nicht! Beispiel Jahrhundert-Hochwasser 2005: Im Bereich Seefeld wurde alles zerstört. Nun, 8 Jahre später sind ein neues Lido, eine neue Fussballanlage und eine neue Kanti erbaut. Kostenpunkt über 100MIO Franken. Aber der Fluss, welcher an der Katastrophe massgebliche Schuld trägt - die Sarner-Aa - wurde weder verbreitert, noch wurde ein Stollen eingebaut. Viel lieber diskutieren die Politiker, welche Variante Kostengünstiger ist... Und das bereits seit 8 Jahren!!!!! 100MIO hin oder her.. Hauptsache sparen (...)

    • Ambauen am 03.05.2013 09:17 Report Diesen Beitrag melden

      Stirnrunzeln

      Das hat mich auch verwundert. Alle anderen schaffen es sofort zu ändern oder Massnahmen zu treffen. Nur dort nicht! Auch bei diesem Erdrutsch wird ja seit drei Jahren diskutiert und werden nochmals drei Jahre diskutiert bis was gemacht wird.

    • Thomas von ah am 03.05.2013 13:37 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Sage ich schon lange! ich bin auch Obwaldner und weiss was beim Hochwasser vor 8 Jahren passiert ist. Anscheinend müssen noch viel schrecklichere Katastrophen über uns hereinbrechen bis endlich irgendwas gemacht wird. Ich habe die Nase voll von Politik und Politikern, viel sagen und nichts tun....

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