Giswil OW

31. Januar 2018 11:23; Akt: 31.01.2018 14:11 Print

Paar stirbt beim Campen wegen Kohlenmonoxid

Ein Ausflug mit einem Camperbus endete im Erstickungstod: Auf der Mörlialp erlitten ein Mann und seine Freundin eine Kohlenmonoxid-Vergiftung.

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Ein Parkplatz auf der Mörlialp. (Bild: Google Maps)

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Der 38-jährige D. aus Giswil und seine Freundin B. (34) machten sich Mitte Januar auf, um in der abgelegenen Kleinschwand an der alten Mörlistrasse oberhalb von Giswil OW ein Wochenende in ihrem Camperbus zu verbringen. Der Ausflug endete für die beiden tödlich: Wie die «Obwaldner Zeitung» am Mittwoch berichtete, starben die beiden im Camper, weil sie eine Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten hatten. Staatsanwalt Bernhard Schöni bestätigte dies gegenüber der Zeitung.

Nie offenes Feuer in geschlossenen Räumen

Weil es in der Nacht kalt wurde, sollen die beiden Kohlenstücke in eine Art Pfanne im Bus gelegt haben. Die Autofenster waren geschlossen. So kam es zur Vergiftung. «Kohlenmonoxid riecht man nicht, es geht schnell. Man schläft einfach ein», sagt Schöni. Er warnt: Man darf nie in geschlossenen Räumen ein offenes Feuer entfachen.

Die Staatsanwaltschaft geht klar von einem Unfallereignis aus: «Wir haben absolut keine Veranlassung, etwas anderes anzunehmen», sagt Schöni. Auch die Polizei fand nichts, das auf etwas anderes hindeutet.

Die Polizei wurde am Montag nach besagtem Wochenende alarmiert. Grund: Die 34-Jährige war nicht an ihrem Arbeitsplatz in Sarnen erschienen. Als bekannt wurde, dass auch ihr Freund nicht zur Arbeit ging, wurde die Suchaktion eingeleitet. Man fand das tote Paar schliesslich dank Handyortung.

Der Arbeitgeber von D. sagt zum Todesfall: «Das ist einfach absolut tragisch. Er war immer ein aufgestellter und zuverlässiger Mitarbeiter.» D. arbeitete 18 Jahre lang an der gleichen Arbeitsstelle, seit der Rekrutenschule. «Er gehörte zu uns wie in einer grossen Familie.»

Viele schwere Unfälle mit Kohlenmonoxid-Vergiftungen

Unfälle wegen Kohlenmonoxid gibt es immer wieder. Erst am Sonntagabend musste eine 17-Jährige nach dem Besuch einer Shisha Bar in Rorschach SG ins Spital eingeliefert werden. Sie hat sich vermutlich eine Kohlenmonoxid-Vergiftung zugezogen.

Im Dezember wollten neun Frauen in Sarn GR zusammen backen. Weil der Kamin defekt war, erlitten sie eine Kohlenmonoxidvergiftung.

In Mühlheim an der Ruhr hatte sich Anfang Januar eine Tragödie ereignet. Dort starb ein 14-Jähriger an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Erste Ermittlungen ergaben, dass das Kohlenmonoxid aus einer Gastherme ausgetreten ist.

(20 Minuten)