Für die Weltmeere

17. Februar 2020 21:02; Akt: 17.02.2020 21:02 Print

Papst empfängt Schweizer Kunst-Ritter

Ritter Julius Tell aus Luzern will die Ozeane vom Plastikabfall befreien. Seine Mission führte ihn nun zum Papst.

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Ritter Julius Tell, eine Kunstfigur aus Luzern, will die Weltmeere retten: «Die Ozeane werden immer weiter zugemüllt. Irgendjemand muss doch anfangen und etwas machen.» Laut Tell kommt dazu niemand besser in Frage als Jesus Christus. Mit einer Nachbildung von Leonardo Da Vincis «Salvator Mundi», dem Retter der Welt, will Tell auf die Verschmutzung der Weltmeere aufmerksam machen. Mit dieser Nachbildung will er die Botschaft in die Welt hinaus tragen. Beim Kunstwerk handelt es sich aber nicht um eine billige Kopie des Originals, sondern um Tells eigene Interpretation vom Retter der Welt. Tells Kunstwerk ist aus dem selben Stein gehauen wie das Löwendenkmal. Die Sandstein-Ader des Löwendenkmals zieht sich bis nach Root, wo der Stein abgebaut wird. Der Sandstein ist ein Überbleibsel von vor mehr als 20 Millionen Jahren, als auf dem Gebiet des heutigen Luzern noch Meer und Strand war. Somit ist er ein Sinnbild für die Veränderung des Klimas. Die Verbindung zum Löwendenkmal soll auch an die Opferbereitschaft erinnern, den es im Kampf gegen die Umweltverschmutzung braucht. Das Denkmal wurde für Schweizer Gardisten errichtet, die während der Französischen Revolution in Paris fielen. Seine Mission führte den Ritter schon zu Papst Franziskus. Der selbsternannte Adelige schenkte ihm sein erstes Exemplar des Schweizer «Salvator Mundi». «Der heilige Vater war überrascht, hat sich aber sehr gefreut, sich bedankt und grosses Interesse an meinem Anliegen gezeigt.», meint Tell. Es sind noch mehr Replikate vom Retter der Welt geplant. Ein Exemplar soll in Zukunft auf grosse Welttournee gehen. Der Schweizer «Salvator Mundi» soll so in Ausstellungen zum aktiven Handeln aufrufen. Ein weiteres Stück soll in Luzern ausgestellt werden. In dieser Ausstellung will Tell eine Möglichkeit zur Finanzierung des Projekts vorstellen.

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Ritter Julius Tell, eine Kunstfigur eines 54-jährigen Luzerners, will die Weltmeere retten. Er ist enttäuscht über die Tatenlosigkeit im Umweltschutz: «Alle reden von Klimawandel hier, Umweltschutz da, schon seit Jahren, aber niemand macht etwas. Die Ozeane werden trotzdem immer weiter zugemüllt. Irgendjemand muss doch anfangen und etwas machen», sagt Tell gegenüber 20 Minuten.

Laut Tell kommt dazu niemand besser in Frage als Jesus Christus. In Form von Leonardo Da Vincis Gemälde «Salvator Mundi», dem Retter der Welt, soll er auf die Verschmutzung der Weltmeere aufmerksam machen. Dafür fertigte der Ritter eine Nachbildung von Da Vincis Meisterwerk an. So will er seine Botschaft in die Welt hinaus tragen.

Eigene Interpretation des «Salvator Mundi»

Beim Kunstwerk des Ritters Tell handelt es sich aber nicht um eine billige Kopie des Originals, sondern um eine eigene Interpretation vom Retter der Welt. Der Junker sägte das Abbild Jesu aus Sandstein und die Kristallkugel in seiner Hand aus Granit. Die Steine hat er bemalt und auf einer Aluminiumplatte befestigt.

Der Sandstein ist aus dem selben Felsen gehauen wie das Löwendenkmal in Luzern. Die Sandstein-Ader zieht sich durch den ganzen Rooterberg, in einem Steinbruch in Root wird er auch heute noch abgebaut. Für Tell ist der Sandstein so eine doppelte Metapher: «Er soll an die Opferbereitschaft der Schweizer Gardisten erinnern, die 1792 in Paris fielen. Diese Opferbereitschaft brauchen wir auch im Umweltschutz. Gleichzeitig steht das Material für das Klima selbst. Vor 20 Millionen Jahren war hier in Luzern noch Meer und der heutige Sandstein entstand aus dem Strand von diesem Meer.»

«Der Papst war überrascht»

In einer ersten Phase versucht Ritter Tell so viele Leute wie möglich rund um den Globus auf sein Anliegen aufmerksam zu machen: «Es ist ein Problem, das uns alle betrifft. Wir müssen gemeinsam an einem Strang ziehen.» Seine Reise führte Tell kürzlich bis in den Vatikan.

Während einer General-Audienz auf dem Petersplatz in Rom mischte sich Tell mit seinem Kunstwerk unter die Gläubigen und wartete gespannt auf seine Begegnung mit dem Papst. Der Vatikan sei schon im Vorfeld über das Treffen informiert worden, sagt Tell. Der Papst habe ihn dann freudig empfangen. «Der Papst hat das Bild genau betrachtet und es gesegnet», erzählt Tell weiter. «Als ich dann erwähnte, dass ich ihm das Kunstwerk schenken wolle, war er ganz überrascht.» Der heilige Vater habe sich sehr gefreut, sich bedankt und grosses Interesse an Tells Anliegen gezeigt.

Es sind noch mehr Replikate vom Retter der Welt geplant. Ein Exemplar soll in Zukunft auf grosse Welttournee gehen. Mit der Schweizer Nachbildung des «Salvator Mundi» soll so in Ausstellungen zum aktiven Handeln aufgerufen werden. Ein weiteres Stück soll in Luzern ausgestellt werden. Diese Ausstellung will Tell selbst organisieren und darin noch dieses Jahr eine Möglichkeit zur Finanzierung des Projekts vorstellen. Weitere Exemplare des «Salvator Mundi» sollen auch verkauft werden, um das Projekt zu finanzieren.

Die Kunstfigur Julius Tell sorgte in Luzern auch schon für Aufsehen. 2012 erlangte er Bekanntheit, als er wegen eines Versicherungsstreits in den Hungerstreik trat und täglich mit Plakaten in der Stadt auf sein Anliegen aufmerksam machte. Touristen freuten sich über das eigenwillige Fotosujet.


(nke)

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