Im Drogenrausch

17. Mai 2019 04:51; Akt: 17.05.2019 08:53 Print

Partygast sah lauter Teufel und richtete Blutbad an

2016 drehte ein Mann (22) an einer Day-Dance-Party in Buchrain LU durch: Im Drogenrausch zückte er ein Messer und verletzte andere Gäste lebensbedrohlich. Jetzt wurde er verurteilt.

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Es geschah an einer Day-Dance-Party an der Reuss in Buchrain im Sommer 2016: Ein damals 22-jähriger Mann aus einer Luzerner Agglogemeinde verletzte mit einem Messer mehrere andere Gäste, zwei davon schwer. Im Urteil des Kriminalgerichts, das nun gesprochen wurde, heisst es, «der Mann hat versucht, mehrere Menschen zu töten».

Alkohol, Marihuana, Kokain, Thai-Pille

Dazu kam es im Drogenrausch. Bereits am frühen Nachmittag konsumierte der Türke Alkohol und rauchte Marihuana. Später floss noch mehr Alkohol und er schluckte eine Thai-Pille. Laut Urteil nahm er auch Kokain und möglicherweise LSD.

Als er an der Party auf einen Mann traf, der ihn früher zusammengeschlagen hatte, ergriff ihn die Angst. Er hatte laut Urteil den subjektiven Eindruck, Leute würden sich sammeln, um ihn anzugreifen. Deswegen rief er sogar die Polizei an. Diese sagte ihm aber laut Urteil, sie könne ihn nicht vorsorglich beschützen, er solle zusammen mit Kollegen die Party verlassen. Laut dem Urteil herrschte an der Party eine «friedliche und heitere Stimmung».

Er sah Teufel mit grausigem Lachen

Kurz nach dem Anruf mit der Polizei glaubte der Mann dann, einige Leute, «welche ein ‹gruusiges Lachen› hatten und wie ‹Tüüfel› ausschauten, kämen mit den Fäusten auf ihn los». Dann zückte er ein Messer und verletzte zuerst eine Frau leicht. Einem Partygast, der der Frau helfen wollte, schlitzte er eine sieben und drei Zentimeter tiefe Wunde in den Hals, wodurch dieser in Lebensgefahr geriet. Auch einen weiteren Mann und eine Frau verletzte er am Hals, die Frau wurde ebenfalls lebensbedrohlich verletzt. Dass die Opfer überlebten, sei letztlich nur dem Zufall und der raschen medizinischen Versorgung zu verdanken, heisst es im Urteil.

Nach einer Woche stellte er sich der Polizei

Nach der Tat flüchtete der Mann und tauchte unter. Eine Woche später stellte er sich dann der Polizei. Der Täter machte später geltend, er habe Paranoia gehabt und sich gegen Teufel verteidigt. Das Gericht verurteilte ihn zu 18 Monaten Gefängnis, wie dem am Freitag publizierten Urteil zu entnehmen ist. Die Anklage hatte eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren gefordert.

Die mehrfache versuchte Tötung hat der Angeklagte laut Urteil im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen. Seinen Opfern muss er Genugtuung in Höhe von 4000 bis 12'000 Franken bezahlen. Zudem wurde eine Suchtbehandlung angeordnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(20 Minuten)