Sessellift-Unfall

08. Februar 2020 10:14; Akt: 09.02.2020 11:42 Print

Fahrer des Pistenbullys war erste Saison am Stoos

Der Fahrer des Pistenfahrzeugs wird nach dem Sessel-Unglück von einem Care-Team betreut. Er war jung, aber erfahren, heisst es seitens der Bahn.

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Nach dem Unglück am Fronalpstock SZ mit vier schwer verletzten Personen sind viele Fragen offen, der Schock sitzt immer noch tief. Die Angestellten der Stoosbahnen werden von einem Care-Team betreut. Unter ihnen auch der Fahrer des Pistenfahrzeugs, dessen Windenseil den Sessel-Absturz am Donnerstagabend verursacht hatte.

«Der Mann ist jung, aber erfahren», sagt Thomas Meyer, VR-Präsident der Stoosbahnen. Seit dem ersten Oktober arbeite er für das Skigebiet, womit dies seine erste Saison bei den Stoosbahnen ist. Er kenne das Gebiet gut, sei wie die anderen fünf Pistenfahrzeugfahrer regelmässig in den beiden Gebieten am Fronalpstock unterwegs. Die Piste, auf welcher der Sessel abgestürzt ist, hätte erst noch eröffnet werden sollen und wurde in der Nacht des Unfalls präpariert.

Seit neun Jahren Nachtbetrieb

Unklar ist nach wie vor einiges. Etwa, ob der Fahrer des Pistenfahrzeugs über den Nachtbetrieb der Sesselbahn Bescheid wusste. Nachtfahrten der Bahn müssen laut Meyer immer angemeldet werden. Man sei seit neun Jahren für den Nachtbetrieb eingerichtet, die Koordination mit der Pistencrew bei Nachtfahrten sei ein «eingespieltes Prozedere».

Den Unfall bezeichnete Meyer am Freitag vor den Medien als «Super-Gau». «Das ganze Team ist in Gedanken bei allen vom Unfall betroffenen Personen und ihren Angehörigen ist.»

Zum Gesundheitszustand der vier Verletzten, wobei zwei von ihnen lebensbedrohlich verletzt wurden, gibt es laut der Kantonspolizei Schwyz derzeit keine Neuigkeiten. Ihr Zustand ist unverändert. Der Fahrer des Pistenbullys konnte in der Zwischenzeit befragt werden. Es gebe viele offene Fragen, die es nun im Rahmen eines Strafverfahrens zu klären gelte. Nähere Angaben konnte ein Polizeisprecher nicht machen.

Sieben Tonnen Zug

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) hat den Vorfall mit einem Pistenfahrzeug am Freitag rekonstruiert. Dabei wurde die Position des Sessels und des Pistenfahrzeugs nochmals aufgenommen.

Das Drahtseil des Pistenfahrzeugs steht unter starker Spannung, es muss sieben Tonnen Zug aufnehmen und kann in grosse Schwingungen geraten, wie der «Tages-Anzeiger» unter Berufung auf Aussagen der SUST schreibt. Das Seil müsse sich demnach um den Sessel gewickelt und diesen heruntergerissen haben.


Interview mit Thomas Meyer, VR-Präsident der Stoosbahnen.

Ein Winden- oder Zugseil brauchen Pistenfahrzeuge vor allem in steilen Gebieten und bei wenig Schnee. Ohne den Zug würden die Raupen auf Grund baggern. Bei der Piste, auf der es zum Unfall kam, ist das Gelände kupiert, weshalb das Seil weit über dem Boden spannen könne. Zum Unfallzeitpunkt hätte das Fahrzeug ungefähr 300 Meter Seil draussen gehabt, wie der Tages-Anzeiger weiter schreibt.


Die Pressekonferenz der Polizei und der Stoosbahnen nach dem Unglück.


(kat)