Luzern

03. Februar 2014 14:47; Akt: 03.02.2014 16:55 Print

Polizist stirbt bei Sprengung – Offizier suspendiert

Bei einem Sprengkurs 2009 verunfallte ein Polizist tödlich. Der verantwortliche Offizier wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt und suspendiert.

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Wegen fahrlässiger Tötung wurde ein Offzier der Luzerner Polizei suspendiert. (Bild: Keystone/urs Flueeler)

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Ein 62-jähriger Luzerner Polizei-Offizier ist suspendiert worden. Das Bundesgericht hatte letzte Woche seine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung bestätigt. Der Betroffene war 2009 Leiter eines Sprengkurses, bei dem ein 33-jähriger Polizist tödlich verunfallte.

Laut Mitteilung vom Montag hat der derzeitige Interimskommandant der Luzerner Polizei, Adi Achermann, nach Bekanntwerden des Urteils des Bundesgerichtes den 62-Jährigen umgehend suspendiert. Zugleich sei die sistierte Administrativuntersuchung wieder aufgenommen worden.

Entscheid unerlässlich

«Ich bedaure diesen Entscheid sehr», wird Adi Achermann zitiert. Er sei allerdings aufgrund der Personalvorschriften und Dienstbefehle unerlässlich. Der betroffene Offizier habe während Jahrzehnten mit grossem Engagement in verschiedenen Bereichen wichtige Beiträge zur Professionalisierung der Polizeiarbeit geleistet.

Der Sprengunfall ereignete sich im April 2009 auf dem Kasernenareal Wil in Oberdorf NW. Das Opfer hatte als Teilnehmer des Sprengkurses Zündmittel für eine Prüfung aus einem Sack herausgenommen, worauf alle vorhandenen Sprengmaterialien explodierten. Ein weiterer Polizist wurde schwer verletzt, mehrere Personen in der Umgebung erlitten Trommelfellprobleme.

Fahrlässige Tötung

Das Bundesstrafgericht sprach den Leiter des Kurses und den Materialverantwortlichen 2012 der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung sowie der fahrlässigen Gefährdung durch Sprengstoffe ohne verbrecherische Absicht schuldig.

Die beiden Männer wurden zu bedingten Geldstrafen von 160 und 130 Tagessätzen verurteilt. Die Richter in Bellinzona erachteten es als erwiesen, dass unsachgemässe Aufbewahrung des Sprengmaterials und fehlende Kontrolle beim Einsatz zur tödlichen Explosion führten. Die Beschuldigten seien durch jahrelange Routine gefahrenblind geworden.

Die beiden Männer haben das Urteil ans Bundesgericht weitergezogen. Gemäss dem am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Urteil hat es die Beschwerden in den Hauptpunkten abgewiesen und den Entscheid des Bundesstrafgerichtes bestätigt.

(sda)