Zentralschweiz

18. März 2016 13:07; Akt: 18.03.2016 13:07 Print

Primarschüler sollen weiter Französisch lernen

Die Bildungsdirektoren halten am Frühfranzösisch und Frühenglisch fest. Die Leistungen in Französisch sollen aber verbessert werden.

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Primarschüler in der Zentralschweiz lernen besser Englisch als Französisch. (Bild: Keystone/Gaetan Bally/Symbolbild)

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Trotz unbefriedigendem Lernerfolg in Französisch: Die Zentralschweizer Bildungsdirektoren wollen am Frühfranzösisch und Frühenglisch an den Primarschulen festhalten. Zu diesem Schluss kommen sie nach Leistungstests bei 3700 Schülern der 6. und 8. Klassen.

Die Bildungsdirektoren-Konferenz Zentralschweiz (BKZ) stellt in einer Mitteilung vom Freitag fest, dass gegenüber den erfreulichen Resultaten im Englisch der Lernerfolg im Französisch klar unbefriedigend sei. Jedoch könne grundsätzlich am Sprachenmodell 3/5 festgehalten werden.

Die BKZ will nun die Leistungen der Schüler im Französisch verbessern, wie es in der Mitteilung heisst. Die Erziehungsdirektoren setzen für vertiefte Abklärungen und die Erarbeitung weiterer Massnahmen eine Arbeitsgruppe ein.

Die BKZ liess im Schuljahr 2014/15 in den 6. und 8. Klassen eine Evaluation der Französisch- und Englischkenntnisse der Schüler durchführen. Im Frühling 2015 hat das Freiburger Institut für Mehrsprachigkeit die Leistungen von gut 3700 Schülern gemessen. «Mit unserer Evaluation wollten wir die Erreichung der Lehrplanziele messen und den Einfluss der verschiedenen kantonalen Modelle auf die Leistungen untersuchen», sagt Beat Jörg, Präsident der BKZ und Urner Bildungsdirektor. «Die Studie hat diese Zielsetzung gut erreicht und gibt uns viele Hinweise, welche wir nutzen können», so Jörg weiter.

Gemäss der Untersuchung erreichten je nach Fertigkeitsbereich 34 bis 54 Prozent der Schüler in der 6. Klasse im Französisch die Ziele des Lehrplans. In der 8. Klasse hingegen erreichten im Sprechen und Hören weniger als 10 Prozent der Schüler die Ziele, im Lesen und Schreiben waren es 30 Prozent bis 40 Prozent.

Schüler lernen lieber Englisch

Die Situation beim Französisch sei unbefriedigend, schreibt die BKZ weiter. Im Englisch würden die Ziele deutlich besser erreicht.

Eine Befragung unter Schülern und Lehrern ergab, dass die Motivation bei den Lehrern für beide Fächer hoch sei. Bei den Schülern sieht es allerdings anders aus: Bei ihnen sei nur eine Minderheit motiviert, Französisch zu lernen. Dabei habe die grosse Mehrheit der befragten Schüler keine Lernangst und fühle sich weder im Englisch noch im Französisch überfordert.

In der Zentralschweiz haben die Schüler je nach Kanton im Französischunterricht unterschiedlich viele Lektionen auf der Primarstufe und Sekundarstufe I. Im Englisch ist die Lektionenzahl in allen Kantonen ausser im Kanton Schwyz gleich. Mit der Evaluation wurde der Einfluss der Lektionen auf die Leistung untersucht. Die Ergebnisse sind hier eindeutig: Mehr Lektionen ergeben bessere Leistungen. So erreichen beispielsweise in der 8. Klasse doppelt so viele Schüler mit 14 Jahreswochenlektionen die Ziele im Leseverstehen wie die Gruppe, die neun Jahreswochenlektionen Unterricht erhalten hatte.

(dag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex am 18.03.2016 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Englisch please....

    Ich bin immer noch dafür, dass man Englisch fördern sollte! Mit dieser Sprache kann man sich praktisch auf der ganzen Welt verständigen! Französisch nur zu lernen weil wir "näher" der französisch sprechenden Schweiz wohnen ist völlig eine falsche Motivation. Es erstaunt auch nicht, dass es besser läuft im Englischunterricht, alles ist heute praktisch nur noch auf englisch. Also ist auch der Sinn dahinter für die Kinder leichter nachvollziehbar.

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  • Peter am 18.03.2016 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wie lange noch?

    Verstehen die Welschen immer noch kein English?

  • BZ am 18.03.2016 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    non yes

    hatte franz erst in der oberstufe und bis heute 12 jahre danach noch nie schlau gebrauchen können. englisch umbeding, aber franz sollte generell freiwillig sein

Die neusten Leser-Kommentare

  • N.N. am 19.03.2016 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehrsprachig ein Gewinn

    Ich bin für Frühfranzösisch. Doch wohl auf eine andere leichtere Art. Es genügt doch vollkommen die Sprache zu verstehen und sprechen zu können. Schreiben und lesen kann an Ort und Stelle vertieft werden! Englisch ist in Ordnung, doch wo sind Italienisch und Rätromanisch.? Tja.. kein Wunder benötigen viele der Kinder von Kleinauf die logopädische Unterstützung.

  • Serdem am 19.03.2016 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Durch Allgemeinbildende Fächer ersetzem

    Ich hatte im gesamten 6 Jahre obligatorischen französisch Unterricht. Wöchentlich waren das meistens 4-5 Lektionen, aber einen halbwegs gescheiten Satz bringe ich trotzdem nicht raus. Natürlich wäre es schön, wenn man die Sprache beherrschen könnte. Aber es lohnt sich einfach nicht für diesen gigantischen Aufwand, da französisch einfach furchtbar kompliziert ist, und man es so schnell wieder verlernt, weil man es nie braucht. Meiner Meinung nach sollte man diese 4-5 Lektionen in Fächer wie Geschichte, Naturwissenschaften, Wirtschaft und so weiter investieren. Was bringt einem eine 2. Fremdsprache, wenn man wenig Ahnung von der Welt hat?

  • Aine am 19.03.2016 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sprachbegabt

    Zum Glück bin ich sprachbegabt. Wenn ich mich in einem fremden Land aufhalte, kann ich mich schon nach 2 Wochen gut in der Landessprache unterhalten. Dank zusätzlichen Fernstudien spreche ich fliessend französisch, englisch, italienisch, spanisch, portugisisch, polnisch und scotts gälisch.

  • tulla am 19.03.2016 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unsere landessprachen sind toll

    wir sollten stolz darauf sein, so viele sprachen und dialekte in unserem kleinen land zu haben. aus meiner sicht sollte es pflicht sein mind. 2 landessprachen zu können. hilft übrigens auch bei der job suche. verschiedene sprachen zu sprechen bereichert das leben :-)

    • removeFrench am 19.03.2016 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @tulla

      Und wieso hat man sich dann für Französisch entschieden und nicht für Italienisch oder Rätoromanisch? Denn auch diese gehören zu den Nationalsprachen.

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  • Jane38 am 19.03.2016 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lehrer

    meine kinder haben sich beide sehr gefreut als endlich die fremdsprachen losgingen und sind in der 5 und 6 schon weiter als ich dazumal in der oberstufe. es kommt auch auf die lehrer an und meine zwei kidis/teenies haben welche mit spannendem und lebendigen unterricht