Stadtoriginal

23. April 2018 05:48; Akt: 23.04.2018 10:54 Print

Der «Bierpolizist» hat Humor und viele Talente

von Daniela Gigor - Urs Anton Krügel hat viele Qualitäten: Er ist beliebter Quartierpolizist, offiziell anerkanntes Stadtorignial, Bierbrauer und Schriftsteller. Jetzt legt er seinen neuen Krimi vor.

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In der Luzerner Altstadt, der Kleinstadt und im Bruchquartier ist der 51-jährige Urs Anton Krügel seit acht Jahren als Quartierpolizist unterwegs – immer zu Fuss und in Uniform. Sein Job ist es, in Kontakt zu den ansässigen Geschäftstreibenden, Wirten und Bewohnern zu stehen und für allfällige Probleme nach nachhaltigen Lösungen zu suchen. So gelte es etwa, eine neue Drogenszene oder Ansammlungen von herumhängenden Randständigen zu verhindern. «Ich habe die Menschen gerne und ich bin ein Teil ihrer Community», sagt Krügel. Ein wichtiger Teil seiner Arbeit ist auch, dass er den Menschen zuhören kann. Bevor er Quartierpolizist wurde, war er 18 Jahre lang im sogenannten Einsatzzug der Luzerner Polizei tätig.

Krügel möchte Bierproduktion erhöhen

Der Polizist ist auch diplomierter Biersommelier. Er spricht gerne über den Gerstensaft und möchte den Menschen die Vielfalt der Biere näherbringen. Seit 2008 braut Krügel sein eigenes Bier. «Brauen entspannt mich», sagt er. Seinem Hobby geht er jeden Mittwoch nach. Sein Bier verkauft er ans Restaurant Geissmatt, auch seine Abonnenten erhalten monatlich eine Lieferung Bier. Bisher produziert Krügel pro Jahr etwa 2000 Liter. Nun ist er dabei, seine neue Brauerei Krügelbier in der Stadt einzurichten: Krügel möchte seine Bier-Produktion auf 5000 Liter pro Jahr erhöhen. Mehr soll es aber nicht werden. Krügel: «Das Brauen soll ein Dürfen sein und nicht zum Müssen werden.»

Bücher schreiben als Gegenpol zu Polizei-Rapporten

Der in Luzern als «Bierpolizist» bekannte Krügel ist auch Buchautor und hat kürzlich mit «Bockbier» seinen dritten Krimi veröffentlicht. Seine Hauptfigur Quartierpolizist Heinz-Hubert Humpen hat wie Krügel eine Kleinstbrauerei im St. Karli-Gebiet in Luzern. Ausgerechnet drei Monate vor der Fasnacht brennt die lokale Grossbrauerei bis auf die Grundmauern nieder. Eine Leiche, die in den Ruinen aufgefunden wird, gibt Rätsel auf. Beim Aufklären des Falls kommt Humpen sowohl als Polizist wie auch als Bierbrauer an seine Grenzen. Krügel: «Ich schreibe meine Bücher als Gegenpol zu den Polizei-Rapporten.»

Humpen brachte seinen Chef um

Krügels Geschichten kommen teilweise aus seinem Alltag und sind mit Fantasie, einer Prise Humor und politischen Ereignissen gespickt. «Es gibt etwa Seitenhiebe auf das Verkehrschaos der Stadt oder das kantonale Sparprogramm», sagt er. Krügel konzentriert sich bewusst auf die Stadt Luzern und seine Bewohner. Sie sollen die Plätze und Personen in seinen Geschichten erkennen. Auch Krügels Vorgesetzter wurde nicht verschont: «In meinem zweiten Buch brachte Humpen seinen Chef um.» Weil seine Figur Humpen zehn Jahre älter ist als Krügel, wird er noch den vierten Krimi mit dem Titel «Altbier» schreiben, dann ist Schluss, weil Humpen in Pension geht.

Fünf Franken für wohltätige Zwecke

Es sei aber möglich, dass er danach eine neue Figur entwickelt und über sie schreibt. Krügel, der seine Bücher im eigenen Verlag veröffentlicht, druckt jeweils 500 Stück. Bei einem Verkaufpreis von 25 Franken pro Buch spendet er jeweils fünf Franken für eine wohltätige Institution. Auf sein Privatleben angesprochen sagt Krügel: «Ich bin glücklich geschieden.» Eine weitere Leidenschaft hat Krügel für Musik: Er hat zwei Juke-Boxen und 10000 Singles gesammelt. Im letzten Jahr wurde Krügel auch noch in den Club der Luzerner Stadtoriginale aufgenommen.

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