Vergewaltigungs-Vorwurf

24. Dezember 2019 04:48; Akt: 24.12.2019 10:32 Print

«Rachefeldzug» der Ex scheitert vor Gericht

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Mann (35) vom Vorwurf freigesprochen, seine Lebenspartnerin vergewaltigt und geschlagen zu haben.

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Das Gericht sprach den Beschuldigten vom Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigung, der sexuellen Nötigung, der mehrfachen einfachen Körperverletzung und der mehrfachen Drohung frei. Ein Teil der Tatvorwürfe sind ohnehin verjährt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren beantragt, davon hätte ein Jahr unbedingt ausgesprochen werden sollen. Zudem forderte der Ankläger eine Busse von 1500 Franken.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Beschuldigten vor, 2013 bis 2015 seine damalige Lebenspartnerin mehrfach vergewaltigt zu haben. Auch soll er mehrfach gegen diese tätlich geworden sein und sie dabei verletzt haben. Er soll sie auch mehrmals bedroht haben.

Auch Vorwürfe gegen Ex-Ehemann

Zweifel an der Schuld des Mannes waren für die Zuschauer offenbar schon während des Prozesses vom 11. Dezember 2019 aufgekommen, wie die Gerichtsreporterin der Online-Plattform Zentralplus berichtete. Gemäss dem Bericht hatte die Frau bereits ihren Ex-Gatten bezichtigt, ihre Tochter misshandelt zu haben, der Mann wurde aber freigesprochen.

Gleiches soll sie nun auch gegen den in Luzern beschuldigten Mann vorgebracht haben; dieses Verfahren wurde eingestellt. Der Verteidiger bezeichnete die Vorwürfe in seinem Plädoyer als Rachefeldzug der Frau.

Die Verfahrenskosten von gegen 33'000 Franken gehen zu Lasten des Staates. Das Urteil liegt erst im Dispositiv vor, eine Begründung des Freispruchs gibt es somit noch nicht. Das am Montag publizierte Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(gwa/sda)