Kanton Zug

11. November 2018 18:45; Akt: 11.11.2018 19:00 Print

Kanton Zug schickt fixe Blitzkästen in Rente

Im Kanton Zug ist auch die letzte stationäre Radaranlage verschwunden: Die Polizei setzt nun auf semistationäre Modelle. Das stört manche Anwohner.

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Aus für fix montierte Radarkästen: Die Polizei arbeitet künftig mit drei semistationären Blitzern, die an verschiedenen Orten aufgestellt werden können.

Doch dies kommt nicht bei allen gut an. Denn dort wo bisher die installierten Blitzer montiert waren, fürchten nun Anwohner um die Verkehrssicherheit.

Anwohner ärgern sich

Besonders die Anwohner in Cham ärgern sich über den fehlenden Blitzkasten. «Das ist eine Sauerei, dass der Blitzkasten an der Sinserstrasse abgebaut wurde», sagte ein Anwohner gegenüber Zentralplus.

Der Blitzer habe die Schüler, die dort täglich einen Zebrastreifen überquerten, beschützt. Auch ein weiterer Anwohner fragt sich, «wie jetzt die Sicherheit der Schüler beim Fussgängerübergang in Zukunft garantiert wird»: Hätten die Fahrer den Blitzer passiert, würden sie aufs Gas treten. «Vielleicht sollte man über Schwellen nachdenken, um die Sicherheit zu erhöhen», meint er. Es sei unbegreiflich, warum der Standort plötzlich kein Hotspot mehr sein soll.

Verkehrssicherheit als Ziel

«Die abgebauten Radaranlagen werden nicht mehr in Betrieb genommen – auch nicht an neuen Standorten. Diese werden durch die drei semistationären Anlagen ersetzt», sagt Sandra Peier, Sachbearbeiterin Kommunikation der Zuger Polizei, zum Onlineportal.

Viele Zuger Autofahrer seien an diesen Standorten automatisch langsamer gefahren, da sie wussten, dass ein Blitzer installiert war – selbst dann, wenn diese nicht «scharf» waren. Oft seien nur auswärtige Temposünder erwischt worden, weil sie nicht ortskundig waren.

«Ziel der Geschwindigkeitskontrollen der Zuger Polizei ist die Verkehrssicherheit», erklärt Peier. Mit den semistationären Anlagen könne die Polizei Schwerpunkte setzen und flexibler auf dem ganzen Kantonsgebiet agieren.

Ziel sei es nicht, darauf zu warten, bis sich ein Unfallschwerpunkt bildet, sondern frühzeitig und präventiv zu reagieren. «So können die Anlagen punktuell bei Unfallhotspots, sensiblen Strassenabschnitten wie Schulwegen und Ähnlichem eingesetzt werden», so Peier.

Fahrer sollen wissen, dass es Kontrollen gibt

«Semistationäre Anlagen haben den Vorteil, dass man sie an neuralgischen Stellen einsetzen kann», sagt dazu Stefan Krähenbühl von der Stiftung für Verkehrssicherheit Roadcross Schweiz. Auch bei semistationären Geräten könnten Pendler sich zwar merken, wo diese stehen. Aber: «Unterm Strich ist der Überraschungsmoment grösser. Das ist positiv für die Verkehrssicherheit.» Der Sinn der Kontrollen sei nicht, dass das Tempo an einer bestimmten Stelle eingehalten wird, sondern überall. Dafür müssten Kontrollen auch unangekündigt stattfinden können.

«Dort, wo feste Radaranlagen installiert sind, wird das Tempo eingehalten. Solche Anlagen könnte man auch stehen lassen», sagt Roland Wiederkehr, Präsident der Stiftung Carecross. Dass die stationären Anlagen abmontiert wurden, findet er nicht gut – auch wenn Ortskundige an jenen Stellen nur verhältnismässig selten in die Falle tappten. Die Demontage diene der Verkehrssicherheit nicht.

«Man könnte mit einigem Abstand zum stationären Radargerät eine fliegende Kontrolle durchführen», sagt der ehemalige Nationalrat weiter. So würden jene Temposünder erwischt, die im Bereich der Radarkästen nur kurz die Geschwindigkeit drosseln. Wiederkehr: «Wichtig ist, dass die Verkehrsteilnehmer wissen, dass Kontrollen gemacht werden.»


(tst/gwa)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Juju am 11.11.2018 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Geldmacherei

    Et voilà. Hier der beste Beweis dass Blitzer reine Geldmacherei sind und nicht zur Sicherheit dienen sollen. "Viele Zuger Autofahrer seien an diesen Standorten automatisch langsamer gefahren, da sie wussten, dass ein Blitzer installiert war selbst dann, wenn diese nicht «scharf» waren." Darum geht es doch! Die Leute sind an diesen Stellen vorsichtig, anständig und langsam gefahren. Nur darum geht es doch? Oder?!

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  • Anton am 11.11.2018 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Radarkasten

    Beim Geschwindigkeitsmessen geht es nicht um die Verkehrssicherheit, sondern nur um reine Abzockerei Der Behörden. Einnahmen generieren.

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  • Stefan W. am 11.11.2018 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Klartext

    Aha! Die Kasse klingelte also zu wenig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Te Rasse am 18.11.2018 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Effizienter

    Im Sinne der Verkehrssicherheit. Nachteilig bezüglich Einnahmen

  • MfG am 12.11.2018 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja mei, manchmal hat man auch Glück.

    Hab heute ein Polizeiauto im 80er mit 95kmh überholt auf meinem Töff. Ok muss gestehen, ich sah den orangen Streifen erst beim überholen, weil die auf der Rückseite vom Kastenwagen ein Preventionsbild aufgeklebt hatten. Also da sieht man mal, dass die Prevention nicht wirklich nützt; ich aber die Polizisten jetzt sehr viel mehr mag, als wenn sie mich rausgeblinkt hätten und mir etwas vorgeworfen hätten. /bow

  • Kein Polizist am 12.11.2018 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Jammern....

    Ganz einfach....fahrt so schnell oder langsam wie erlaubt ist und seit froh das es der Staat so zu Geld kommt. Wenn es keinen Blitzen würde, dann gehen halt die Steuern rauf. So ein Kasten kostet auch Geld und muss gewartet werden.

  • Middel aus dem Herti am 12.11.2018 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Bussenbudget

    Die stationären Blitzgeräte haben nicht mehr genug Einnahmen generiert. Die Kasse hat für den Kt. ZG nicht mehr genug geklingelt! Das ist meiner Meinung nach der Grund für den Abbau der stationären Anlagen. Die Semi-Stationären Anlagen gab es pralles ja schon lange. Es geht hier hauptsächlich um die Generierung von Einnahmen zum Zweck das Bussenbudget am Jahresende zu erfüllen.

    • ein anderer Hertianer am 12.11.2018 17:38 Report Diesen Beitrag melden

      ausgleichende Gerechtigkeit

      @Middel aus dem Herti: Nein, es geht darum, dass alle endlich begreifen, dass Regeln gelten. Man sollte nicht immer die Schuld bei den Behörden suchen.

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  • C. Blitzer am 12.11.2018 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Nur noch Geld machen!

    Und als Nächstes wollen SIE den Elektromobilen erlauben schneller zu fahren. Abzocke pur und um Verkehrssicherheit geht es seit Langem nicht mehr