Uri

16. September 2018 17:10; Akt: 16.09.2018 18:07 Print

Radaranlage mit Pyro mutwillig beschädigt

Wollte hier jemand eine Raserfahrt vertuschen? Auf der Klausenstrasse in Uri wurde eine Radaranlage mit Pyros beschossen.

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Am Sonntag, kurz nach 1.30 Uhr, meldete eine Person der Kantonspolizei Uri, dass er bei einem Blitzer an der Klausenstrasse in der Nähe des Kreisels Kollegi einen Knall gehört habe und Rauch aufgestiegen sei. «Vor Ort fanden die ausgerückten Polizisten dann eine stark beschädigte semistationäre Geschwindigkeitsmessanlage», teilte die Polizei mit. Es entstand ein beträchtlicher Sachschaden.

Datenträger haben der Explosion widerstanden

Laut Polizeisprecher Gustav Planzer geht die Polizei davon aus, dass die Anlage mutwillig beschädigt wurde. «Die Radaranlage wurde mit einem pyrotechnischen Knallkörper beschädigt.» Die Frage, ob es sich beim Täter um eine zuvor geblitzte Person handeln könnte, konnte Polizeisprecher Gustav Planzer nicht beantworten. Er verweist jedoch darauf, dass dies in Vergangenheit auch schon vorgekommen sei.

Im aktuellen Fall jedenfalls ist sicher, dass keine Daten von allfälligen Schnellfahrern verloren gingen: «Die in der Anlage
vorhandenen Daten blieben unbeschädigt und werden nun ausgewertet», teilte die Polizei mit. Sie bittet Personen, die an der Klausenstrasse Höhe Brickermatte verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich zu melden.

Daten führten zu Brandstifter

In der Tat kommt es immer wieder vor, dass Blechpolizisten mutwillig beschädigt werden. Im Jahr 2014 waren etwa in der Stadt Zürich 23 Radaranlagen betroffen. In einem besonders krassen Fall wurde dort in diesem Jahr ein Radarkasten in Brand gesteckt. Doch auch hier wurden die Daten nicht zerstört.

Die Polizei konnte die Daten sogar nutzen, um den Brandstifter zu ermitteln: Die Auswertung der Bilder ergab, dass einige Stunden zuvor ein Auto die Messzone mit rund 100 km/h passiert hatte, teilte die Polizei damals mit. In der Folge zeigte sich, dass am Steuer eine 18-Jährige gesessen hatte. Ihr Freund gab später zu, die Anlage in Brand gesteckt zu haben, um seine Freundin vor Strafverfolgung zu schützen.

Auch in Hünenberg ZG wurde schon eine Radaranlage beschädigt: Dort hatte 2016 ein Unbekannter die Scheiben eines Blitzers eingeschlagen.

(mme)