Schweizer Meisterschaften

10. Januar 2016 17:50; Akt: 10.01.2016 18:17 Print

Radquerfahrer quälen sich durch Schlamm und Dreck

Trotz garstigem Wetter verfolgten zahlreiche Radquer-Fans die Meisterschaften. Die Sportart wird wieder beliebter. Besonders die Jugend fährt darauf ab.

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Radquerfans kamen am Sonntag voll auf ihre Kosten. Zum dritten Mal führte der Veloclub Dagmersellen die Schweizer Meisterschaft durch. Es herrschte garstiges Wetter: Tiefe Temperaturen und Dauerregen verwandelten das Terrain in Schlamm und Matsch. Die rund 150 Teilnehmer liessen sich von den widrigen Wetterbedingungen nicht beeindrucken und quälten sich zehn Runden lang durch den Dreck der 2,3 Kilometer langen Rennstrecke.

Auch viele Schaulustige trotzten dem kalten Wetter. Rund 1800 Zuschauer verfolgten am Streckenrand den Wettkampf. Feiern lassen bei der Elite-Kategorie der Herren durfte sich Lars Forster aus Rapperswil-Jona. Bei den Damen siegte Sina Frei aus Uetikon ZH – ihr gelang der Titel-Hattrick. Neben der Elitekategorie nahmen auch talentierte Jungspunde teil: Erst zehnjährige Nachwuchssportler absolvierten bereits den anspruchsvollen Parcours.

«Es herrscht Aufbruchsstimmung»

Zufrieden mit der Durchführung der Schweizer Meisterschaft zeigt sich der Medienchef des Organisationskomitees, Patrik Birrer. Er zieht eine positive Bilanz: «Trotz miesem Wetter besuchten heute viele Radquer-Fans und Familien den Wettkampf. Das Publikum sorgte für tolle Stimmung.»

Obwohl Radquer in der Schweiz nicht so einen hohen Stellenwert habe wie ein Strassen- oder Mountainbike-Rennen, erlebe die Sportart wieder einen Aufschwung. Dies sei lange Zeit nicht so gewesen. In den letzten drei bis vier Jahren hätte sich im Radquer eine neue Dynamik entwickelt, es herrsche eine Aufbruchsstimmung. Der Sport gelange auch zunehmend wieder in den Fokus der Medien. Auch bei der jungen Generation wird der Sport immer beliebter: «Vor allem Jugendliche lassen sich immer mehr von der technisch anspruchsvollen Sportart begeistern», sagt Birrer. Dennoch: Bei der jungen Generation sei noch grosses Potential nach oben vorhanden. Radquer bedeute nicht nur Technik: Spritzigkeit, Ausdauer und Kraft sind wichtige Komponenten.

Breit abgestütztes Sponsoring

Dagmersellen ist seit 40 Jahren Gastgeber des Internationalen Radquers, heute wurde das 40-Jahr-Jubiläum gefeiert. Damit ein nationaler oder internationaler Anlass auf die Beine gestellt werden kann, brauche es ein breit abgestütztes Sponsoring. Medienchef Birrer: «Wir können seit Jahren auf treue Sponsoren zählen.» Von Jahr zu Jahr würden auch wieder neue dazu kommen. Dass der Quersport wieder im Aufwind ist, zeigt etwa auch der Einstieg von Redbull mit dem Rennformat Velodux. Das Cyclocross-Etappenrennen für Breitensportler feierte 2014 Premiere. Auf Grosssponsoren können die Organisatoren aber nicht zählen. Man sei auf viele kleiner Sponsoren und Gönner angewiesen. Doch Medienchef Patrik Birrer erklärt selbstbewusst: «Das Radquer pedalt in eine positive Zukunft.»

(pz)

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