Nidwalden

23. März 2014 19:03; Akt: 23.03.2014 19:03 Print

Regierungsratswahlen: Zweiter Wahlgang nötig

Bei den Nidwaldner Regierungsratswahlen sind im ersten Wahlgang fünf der sieben Sitze vergeben worden. Einer der fünf Bisherigen muss sich einem zweiten Wahlgang stellen.

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CVP-Regierungsrats-Kandiat Othmar Filliger freut sich trotz seiner Niederlage im ersten Wahlgang über den Sieg seiner Parteikollegin Karin Kayser. (Bild: Urs Flüeler)

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Die Regierungsmitglieder der SVP und FDP, die für eine erneute Amtszeit kandidierten, wurden problemlos im Amt bestätigt. Das beste Resultat erzielte Landwirtschaftsdirektor Ueli Amstad (SVP/9280 Stimmen). Auf ihn folgten Bildungsdirektor Res Schmid (SVP/8428), Gesundheitdirektorin Yvonne von Deschwanden (FDP/8169) und Baudirektor Hans Wicki (FDP/8075).

Justizdirektor Alois Bissig (CVP) blieb hinter seinen Amtskollegen um fast 1000 Stimmen zurück. Mit 7102 Stimmen verfehlte er nicht nur das absolute Mehr von 7485 Stimmen, sondern landete auch nur auf dem achten Platz. Ihn könnte eine umstrittene Verschiebung eines Jagdbanngebietes Stimmen gekostet haben.

Neue auf Anhieb gewählt

Einem anderen CVP-Mitglied glückte dagegen eine Überraschung: Die neu angetretene Oberdorfer Gemeindepräsidentin Karin Kayser kam auf 7859 Stimmen und wurde somit als einzige Neue schon im ersten Wahlgang in die Regierung gewählt.

Am absoluten Mehr scheiterten im ersten Wahlgang Alfred Bossard (FDP/7347) und Othmar Filliger (CVP/7293), die beide neu für den Regierungsrat kandidieren. Am wenigsten Stimmen machten Martin Zimmermann (SVP neu/5329) und Conrad Wagner (Grüne neu/5203).

Zwei Regierungsräte treten auf Ende der Legislatur zurück, nämlich Hugo Kayser (CVP) und Gerhard Odermatt (FDP). Bislang setzte sich der Nidwaldner Regierungsrat aus drei Mitgliedern der FDP sowie je zwei der CVP und SVP zusammen.

Spannender zweiter Wahlgang zeichnet sich ab

CVP, SVP und Grüne hatten es sich zum Ziel gemacht, der FDP den dritten Sitz abzujagen. Die FDP werde versuchen, diesen Sitz im zweiten Wahlgang zu verteidigen, sagte Parteipräsident Ruedi Waser.

Der zweite Wahlgang ist für den 18. Mai angesetzt. Mit einer stillen Wahl ist nicht zu rechnen. SVP-Parteipräsident Christoph Keller geht davon aus, dass es vier Kandidaten für die zwei restlichen Sitze geben werde.

In einer schwierigen Lage ist die CVP. Die Partei werde die Situation nun analysieren, sagte Parteivizepräsidentin Therese Rotzer. Regierungsrat Bissig relativierte seine Platzierung damit, dass der Abstand zwischen ihm und den beiden Kandidaten vor ihm nicht gross sei.

Kämpferisch geben sich die Grünen. Parteipräsident Norbert Furrer sagte, die Regierung sei «rechtslastig.» Ihn freue aber, dass nun wieder zwei Frauen in der Regierung seien.


Grünes Engagement belohnt

Bei den Landratswahlen ging die Linke als grosse Siegerin hervor. Dies kommt nicht ganz überraschend, denn Nidwalden hatte für die diesjährigen Parlamentswahlen das Wahlverfahren Doppelter Pukelsheim eingeführt. Dieses bildet die Wählerstärken im Parlament genau ab und benachteiligt die kleinen Parteien nicht mehr.

Es waren auch die Grünen gewesen, die für ein neues Wahlsystem gekämpft hatten. Sie kommen im 60 Sitze umfassenden Parlament neu auf acht Mandate und gewannen somit drei Sitze. Die SP legte um zwei Mandate auf drei zu. Insgesamt wuchs die linke Abordnung somit von 6 auf 11 Sitze.

Dominierend bleiben die grossen drei bürgerlichen Parteien trotz Sitzverlusten. Die SVP, 2010 noch vom Proporzglück begünstigt, ist neu zwar wählerstärkste Partei, verlor aber 2 Mandate und kommt neu noch auf 17 Sitze. Gleich viele Sitze hat die CVP, die 1 Mandat verlor. Die FDP-Fraktion zählt neu noch 15 Mitglieder, 2 weniger als in der auslaufenden Legislatur.

(dag/sda)