«LUpiter 18»

23. Juli 2018 05:46; Akt: 23.07.2018 07:34 Print

2500 Pfadis mutieren in Riesen-Lager zu Aliens

2500 Menschen auf einem Zeltplatz, die Jüngsten sind gerade einmal sechs Jahre alt: So sieht das kantonale Pfadilager in Escholzmatt aus.

So sieht das riesige Pfadilager in Escholzmatt aus. (Video: tk)
Fehler gesehen?

Rund 3000 Einwohner zählt die Gemeinde Escholzmatt – kurzzeitig sind die Zahlen diesen Sommer stark angestiegen. Denn seit dem 14. Juli ist die Gemeinde um rund 2500 Einwohner grösser. Das Dorf im Entlebuch ist für zwei Wochen der Lagerplatz des Kantonslagers der Pfadi Luzern. Das riesige Lager steht unter dem Motto «LUpiter 18».

Das 140'000 Quadratmeter grosse Gelände ist in fünf Gebiete unterteilt. Dabei repräsentiert jedes ein Alien-Volk. Diese müssen nun zusammenarbeiten, um Rätsel zu lösen. Mit dabei sind Buben und Mädchen im Alter von 6 bis 16 Jahren.

«Es ist wie ein kleines Dorf»

Bis das riesige Lager durchgeführt werden konnte, brauchte es viel Arbeit: Seit Januar 2016 wurde am kantonalen Pfadilager geplant. Nun ist es im voll im Gang: «Alle arbeiten hier zehn bis zwölf Stunden pro Tag», sagt der Ressortleiter Kommunikation Martin Lustenberger, der den Pfadinamen «Goofy» trägt. «Und alle machen es freiwillig. Sie haben Freude daran.»

Insgesamt rund 4,3 Tonnen Brot, 1,64 Tonnen Äpfel, 1,44 Tonnen Bananen und 400 Kilogramm Käse braucht das Lager. Dreimal täglich müssen je 2500 Mahlzeiten zubereitet werden. Am Besuchstag am Samstag waren über 5000 Leute auf dem Areal. 35 Pfadiabteilungen haben ihre Zelte aufgeschlagen. Dazu wurden zehn Kilometer Rundholz verbaut. 195 selbstgebaute Lampen hängen an einer Lichterkette, die durch das Lager führt. «In der Nacht ist es wie ein Dorf. Es leuchtet. Es raucht. Es lebt», sagt Goofy.

Luzerner Pfadis stellen riesiges Zeltlager auf

Extravagante Bauten

Wie viele Blachen verbaut wurden ist unklar, denn die einzelnen Abteilungen haben ihre Bauten selber geplant. «Aber nur schon für die gemeinsamen Bauten haben wir 1000 Blachen bestellt», so Lustenberger. Um auf dem Platz neben den vielen anderen Abteilungen aufzufallen, haben sich die Pfadis viel Mühe gegeben: Auf dem Gelände stehen Bauten mit mehreren Stockwerken und Aussichtsplattformen. Am auffälligsten ist die 13 Meter hohe Rakete direkt am Lagereingang. Auf ihr hat man einen tollen Überblick auf das gesamte Lager. Auch das Eingangstor ist eine imposante Erscheinung: Eine Woche habe man daran gebaut. Sogar eine Hängebrücke gibts.

Das Riesenlager sei ähnlich wie die normalen Lager der einzelnen Pfadis. «Wir haben das ‹Überprogramm› geplant. Die einzelnen Pfadis haben aber immer noch ihr eigenes Programm. Sie können selber entscheiden, wie sie eine Aufgabe erfüllen wollen», sagt Goofy.

Es gab allerdings einige Anforderungen an den Lagerplatz. Dieser muss über eine Wasser- und Stromversorgung verfügen sowie nicht allzu windig sein und es darf keine Überschwemmungsgefahr drohen. Zusätzlich muss er in der Nähe eines Spitals und von Luzern sein.

«24/7 im Einsatz»

Damit dabei die Organisation funktioniert, muss die Lagerleitung immer erreichbar sein. «Die Leute vom Sicherheitsteam haben das Handy neben dem Kopfkissen, wenn sie schlafen», sagt Goofy. Für die Sicherheit ist ausreichend gesorgt. Es sei immer ein Arzt auf dem Gelände. Zusätzlich seien noch zwei Assistenzärzte und viele Helfer im Einsatz.

(tst)