Nach Murgängen

13. November 2019 15:54; Akt: 13.11.2019 15:54 Print

Riesendamm soll die Axenstrasse schützen

Bald soll ein Schutzdamm die Axenstrasse vor Murgängen schützen. Die Masse sind eindrücklich: 80 Meter lang und sechs Meter hoch soll er werden.

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80 Meter breit und sechs Meter hoch wird er: der Schutzdamm, der momentan an der Axenstrasse im Bereich des Gumpischtals erstellt wird. Hinzu kommen drei Meter hohe Schutznetze auf dem Damm. Dieser soll künftig Murgänge und Felsstürze unter der Brücke hindurch lenken. 9. Oktober 2019: Mit diesem Pneukran wurden die Instandstellungsarbeiten am Überwachungs- und Alarmsystem an der Axenstrasse durchgeführt. Am 12. Oktober wurde die Strasse wieder geöffnet. Nach einem Murgang kurz vor 23 Uhr am 2. Oktober wurde die Strasse zwischen Flüelen und der Abzweigung Wolfssprung gesperrt. Mehrere tausend Kubikmeter Gestein sollen sich laut Astra gelöst haben. Teilweise stürzte der Murgang bis in den Urnersee. Personen wurden dabei keine verletzt. Einzelne Reissleinen und Steinschlagschutznetze wurden beschädigt. Die Strasse trug keinen Schaden davon. Wegen dem Wetter können weitere Steinschläge sowie Murgänge erwartet werden. Daher ist das Betreten des Gebiets zu gefährlich. Die Behörden hatten geraten die Axenstrasse grossräumig zu umfahren. Immer wieder kam es in jüngerer Zeit an der Axentstrasse zu Sperrungen: Ab dem 28. Juli 2019 war die Axenstrasse nach einem Steinschlag gesperrt. Am Freitag, 13. September wurde die Strasse wieder für den Verkehr geöffnet. Ein zwölf Tonnen schwerer Stein war am 28. Juli über die Strasse gestürzt. Der Abschnitt der A4 zwischen dem Kreisel Flueelen und der Abzweigung Wolfsprung südlich von Brunnen SZ war aus Sicherheitsgründen gesperrt. Bei den Arbeiten nach dem Felssturz kamen auch Helikopter zum Einsatz. Die Untersuchungen des betroffenen Gebiets zeigten, dass sich gegen 120'000 Kubikmeter Schuttmaterial im Gumpischtal abgelagert hatten – das entspricht einer Menge von 1200 Lastwagenladungen. Schutz vor Steinschlägen ist nötig: Ein stützenloses Betondach bei der Axenstrasse in Sisikon. Betonelemente stabilisieren die Felswand über der Axenstrasse bei Brunnen. Bereits im Januar 2019 war die Strasse nach einem Steinschlag gesperrt. Beim Südportal der Galerie Zingel hatte sich rund zehn Meter oberhalb der Strasse ein Felspaket gelöst und war auf die Fahrspur gekracht. Schon am Stephanstag im Dezember 2018 kam es zu einem Felssturz. Auch 2017 kam es entlang der Strasse zu einem Steinschlag. Damals stürzten rund 1000 Kubik Fels ab.

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Die Sicherungsarbeiten an der Axenstrasse kommen voran: In den vergangenen Wochen habe man im Bereich Gumpischtal Fortschritte gemacht, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) am Mittwoch mitteilte. Dort donnerten seit dem Sommer mehrere Felsen und Murgänge ins Tal.

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«Es wurden grosse Blöcke entfernt und weitere temporäre Steinschlagschutznetze erstellt. Im unteren Bereich des Gumpischtals wird derzeit ein grosser Ablenkdamm gebaut», lässt das Astra verlauten. Der Damm soll verhindern, dass weitere Murgänge auf die Strasse geraten. Sie sollen stattdessen unter der Brücke hindurch geleitet werden.

Hier wurde die Axenstrasse Mitte Oktober für den Verkehr wieder freigegeben. (Video: BRK News)

Schutzdamm soll Ende November fertig sein

Die Masse des Schutzdammes sind eindrücklich: 80 Meter lang und sechs Meter hoch soll er werden. Auf dem Damm werden zusätzlich noch drei Meter hohe Schutznetze montiert.

Die Arbeiten im steilen Gelände seien anspruchsvoll und vom Wetter abhängig: Mehrere Male gab es in den letzten Wochen wegen Regen und Föhn Unterbrüche bei den Arbeiten. Dank Wochenend- und Feiertagseinsätzen sei man aber auf Kurs, so das Astra. Ende November soll der Schutzdamm fertig sein.

Die elektronische Überwachung des Gumpischtals läuft nach wie vor weiter. So werden Murgänge und sich bewegende Felsblöcke mittels Sensoren detektiert, im Ernstfall wird die Strasse automatisch gesperrt. Da dies in Sekundenschnelle geschehen muss – vom Abbruch am Hang bis zur Strasse benötigen die Felsmassen rund 20 Sekunden – dürfen Velos, Töffli, Fussgänger und landwirtschaftliche Fahrzeuge die Strasse nach wie vor nicht benützen.

Axenstrasse sorgt immer wieder für Ärger

Immer wieder war es an der Axenstrasse in der jüngeren Zeit zu Sperrungen gekommen. Am Sonntag war die Strasse wegen eines Baumes blockiert. Zuvor kam es zu einer längeren Sperrung: Nach einem Murgang am 3. Oktober wurde die Strasse gesperrt. Wegen des schlechten Wetters wurden die Arbeiten verzögert. Am 12. Oktober wurde die Strasse wieder geöffnet.

Noch länger dauerte die Sperrung zuvor: Ende Juli kam es zu einem Steinschlag. Die Strasse blieb danach für mehrere Wochen gesperrt und wurde erst im September wieder geöffnet. Auch am Stephanstag 2018 musste die Strasse nach einem Felssturz gesperrt werden, ebenfalls war diies im Winter 2017 detr Fall.

(gwa)