Hochschule Luzern

02. Juli 2018 05:41; Akt: 02.07.2018 05:41 Print

Roboter backt 66 Crêpes in einer halben Stunde

Zwei Studenten der Hochschule Luzern entwickelten einen Roboter. Dieser kann selbständig Crêpes herstellen. Zukünftig könnte der Roboter an einer Chilbi Crêpes machen.

Sehen Sie im Video, wie der entwickelte Roboter der Studenten, die Crêpes herstellt. (Video:HSLU)
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Bei Festen und Chilbis beliebt: frische Crêpes mit verschiedensten Füllungen. Was an solchen Events am Food-Stand von Menschenhand hergestellt wird, haben nun zwei Studenten der Hochschule Luzern (HSLU) automatisiert.

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Im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit hat HSLU-Student Severin Bruppacher die Grundlagen für einen Roboter entwickelt, der Crêpes herstellt, Stefan Biderbost hat für seine Arbeit den Roboter perfektioniert. «Dabei entwickelten die beiden nicht nur die Programme; sie eigneten sich auch das nötige Know-how zur Herstellung von Crêpes an und bauten die gesamte Umgebung, in der der Roboter nun seine Kochkünste entfalten kann», sagt Dozent Marco De Angelis von der HSLU, Abteilung Technik und Architektur, der die beiden Arbeiten der Studenten betreute. Der verwendete Roboter vom Hersteller Fanuc des Typs M-2iA/3S ist laut HSLU für den Umgang mit Lebensmitteln gut geeignet.

Die Arbeitsleistung der Maschine: «66 Crêpes schafft der Roboter in einer halben Stunde», sagt De Angelis. «Er bedient dafür zwei Kochplatten gleichzeitig und verarbeitet in dieser Zeit etwa 6 Liter Teig.»

«Bisher müssen wir das Nutella selber aufstreichen»

Bevor dies klappen konnte, musste der Roboter einiges lernen. «Bei einem Roboter muss alles zu 100 Prozent stimmen», sagt De Angelis. «Nur durch Ausprobieren kann man bei Robotern überprüfen, ob das Geplante umsetzbar ist.» Demnach habe die Arbeit sehr viel Zeit benötigt.

Zunächst lernte der Roboter, die Kochplatte zu reinigen und einzuölen. Anschliessend, wie man den Teig mit einem Teigrechen auf der Platte verteilt. Die Crêpe wird weiter beidseitig gekocht, gefaltet und serviert. Noch haben die Teigfladen keine Füllung: «Bisher mussten wir das Nutella selber aufstreichen. Die Erweiterung eines automatisierten Aufstrichs ist in den nächsten Monaten geplant», so De Angelis.

Roboter kochen zukünftig Crêpes an Chilbis

Das Projekt hat während dem letzten Studienjahr stattgefunden. Auf die Idee kam De Angelis, weil er sehr gerne Süsses mag und sich die Sache mit den Crêpes einfach und lässig mit Robotik verbinden lasse. «Die Studenten sollen an etwas Coolem arbeiten dürfen», sagt De Angelis.

In Zukunft kann sich De Angelis gut vorstellen, den Roboter an einer Messe oder Chilbi hinter dem Tresen eines Food-Stands zu sehen. Er ist überzeugt: «Jetzt, mit dem erworbenen Know-How, ist es möglich, ein bedienungsfreundliches und deutlich günstigeres Modell zu bauen.»


(tk/gwa)