Luzern

29. März 2017 05:57; Akt: 29.03.2017 05:57 Print

Rote Karte für die Güselsünder

Batterien, Handys, Radios: Solche Fremdstoffe will der Abfallverband in der Grünabfuhr nicht mehr sehen. Er schickt jetzt Studenten los, welche die Container vor den Häusern durchwühlen.

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Im Grüngut stecken viel Energie und Nährstoffe. Der Entsorgungsverband Real verarbeitet deshalb die Grünabfälle zu Kompost, Biogas und Abwärme. Dem Entsorger stellt sich aber ein Problem: Immer wieder werden auch andere Abfälle in der Grünguttonne entsorgt. «Viele entsorgen korrekt. Es gibt aber immer wieder Peaks, wo wir mehr Fremdstoffe im Grüngut finden», sagt Yudi Seren, verantwortlich bei Real für PR und Marketing.

Umfrage
Würden Sie Ihre Entsorgungsdisziplin verbessern, wenn Sie einen roten/orangen Kleber am Container finden würden?
10 %
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73 %
8 %
5 %
Insgesamt 585 Teilnehmer

Speisereste, Blumentöpfe, Plastiksäcke, Katzenstreu, Asche, Glas, Kerichstsäcke und PET – die Liste der Fremdstoffe ist lang. «Von kleineren Dingen bis zu grösseren Gegenständen landet leider vieles im Grüngut, was dort nicht hinein gehört.» Auch Ausweise, Kleiderbügel oder Gartenscheren und -handschuhe habe man schon entdeckt. «Es wurden auch schon Tierkadaver gefunden. Das ist natürlich besonders unangenehm für die Mitarbeiter bei der Aussortierung», sagt Seren. Und sogar Handys, Batterien, Radios oder Brillen wurden schon im Grünabfall gefunden.

Studenten wühlen in Kompost-Containern

Jetzt startet Real einen Sensibilisierungskampagne mit einer Guerilla-Aktion. Studenten werden ab Mittwoch die Grüngut-Container auf Fremdstoffe prüfen. Im Sammelgebiet wird für jedermann sichtbar, wo die Grünabfuhr korrekt entsorgt wird und wo Verbesserungspotential besteht: Auf Containern, in denen die Studenten sehr viele Fremdstoffe finden, bringen sie einen Kleber mit einem roten Container-Comix-Männchen an. Dieses klagt in einer Sprechblase: «Oh nein, Fremdstoffe im Grüngut! Das gibt Probleme bei der Verwertung.» Ein oranges Container-Männchen wird auf Containern angebracht, in denen ebenfalls Fremdstoffe zu finden sind, aber nicht so viele wie in den rot markierten. Und die Musterschüler unter den Luzerner Abfallentsorgern erhalten einen grünen Kleber auf ihre Container.

Die lustigen Etiketten sollen laut Real Aufmerksamkeit erregen und die Luzerner mit Humor für das Thema sensibilisieren. «Wir wollen nicht mit dem Finger auf die Leute zeigen. Wir wollen so aufzeigen, dass nur Grüngut ohne Fremdstoffe vollständig weiterverarbeitet werden kann», sagt Seren. Von der Kampagne erhofft man sich eine Verbesserung der Situation.

Die Kampagnenfigur heisst «Toni Grün», teilte der Verband am Dienstag mit. Ein QR-Code auf den Klebern leitet die Luzerner zudem direkt auf die Website der Kampagne, wo es Informationen zum Thema gibt.

Der Film zur Grüngut-Kampagne (Quelle: Youtube/ REAL Recycling Entsorgung Abwasser Luzern)

Studenten wurden extra rekrutiert und geschult

«Die Studenten wurden speziell für diese Aufgabe rekrutiert und geschult .» 15 bis 20 Personen werden diese Aufgabe in den Gemeinden übernehmen. In der Stadt selbst werden die Bürger mit einem Flyer informiert, der am 6. April in den Briefkästen landen soll.

Real goes Instagram

Mit einem Wettbewerb auf Instagram will Real zudem auch Jugendliche auf das Thema aufmerksam machen. «Es ist eher schwierig, Jugendliche für solch ein Thema zu sensibilisieren. Wir wollen damit einen neuen Weg ausprobieren und sind gespannt, ob es klappt.» Unter dem Hashtag #realgrüngut können Teilnehmer Grüngut-Fotos posten. Für den besten Post gibts Openairtickets zu gewinnen.

2016 hat der Entsorgungsverband insgesamt 21'987 Tonnen Grüngut eingesammelt. Bei 223'426 Einwohnern im Einzugsgebiet ergibt das einen Schnitt von 98 Kilogramm pro Einwohner. Wie hoch der Anteil an Fremdstoffen ist, wird bei Real nicht erhoben.

Was halten Sie von der Kampagne? Diskutieren Sie mit!

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr Kritisch am 29.03.2017 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee aber...

    Die wahren Abfallsünder wohnen doch nicht am selben Ort wie die Container :-) Die Leute die sich die Mühe machen und Grünabfall trennen wissen selbstverständlich, dass keine Batterien & Co in die grüne Tonne gehören. Selbst beobachtet bei uns in der Gegend: Auto hält an, Ware raus und weg...

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  • Sepp am 29.03.2017 07:00 Report Diesen Beitrag melden

    zu faul

    Die Leute wissen schon, dass diese Sachen nicht ins Grüngut kommen. Die sind nur einfach zu faul sie richtig zu entsorgen. Saftige Geldstrafen könnten dem sicher teilweise entgegenwirken.

  • WS am 29.03.2017 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katzenstreu

    Es gibt Katzenstreu der in Grünabfall darf und soll!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D. Emo am 30.03.2017 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Akzeptanz

    Die "Sackgebühr" wurde nachweisbar entgegen dem Volkswillen eingeführt. Diesbezügliche Inakzeptanz ist somit nachvollziehbar.

  • Eidgenosse 1977 am 29.03.2017 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich!!!!!

    Das kann doch nicht so schwer sein, den Abfall korrekt zu entsorgen. Unsere Gesellschaft gibt mir jeden Tag zu denken. Schlimm finde ich, was im Vierwaldstaettersee landet. Es ist erschreckend, was alles aus dem See gefischt wird. Wie sollen es unsere Kinder lernen, wenn es schon die Erwachsenen nicht koennen?

    • Auch Eidgenosse am 29.03.2017 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eidgenosse 1977

      Ich habe keine Lust! Ganz einfach. Es gibt genug Leute in der Schweiz die Geld für nichts erhalten. Die sollten den Müll trennen, der Gesellschaft etwas zurückgeben nennt man sowas.

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  • Dani am 29.03.2017 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Und in einigen Luzerner Gemeinden werden aus Spargründen nicht einmal Grünabfälle gesammelt.

  • H. Stirnimann am 29.03.2017 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Falsches System...

    Logisch sollte man nur ins Grüngut schmeissen, was dort rein gehört. Wenn nun aber halt mal einem Kind ein Messer reinfällt, finde ich das nicht so schlimm. Schliesslich macht da wer Geld mit meinem Abfall, für dessen Entsorgung ich auch noch Steuern zahle. Da stimmt meiner Meinung nach etwas nicht.

  • Kevin am 29.03.2017 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gundeli Müll Hochburg

    Also ich bin der einzige in meiner Überbauung der Recyclet, als ich mal meinen Nachbar zusammenschiss wieso er den Abfall einfach (ohne Marke) um zwei Uhr morgens auf die Strasse warf, sagte er nur "ich nicht verstehen" und verschwand.