Einmaliger Einsatz

15. Juli 2019 05:01; Akt: 15.07.2019 09:41 Print

30 Rinder per Heli aus Graben gerettet

von Daniela Gigor - Einen ungewöhnlichen Einsatz leistete ein Helikopter-Unternehmen in Obwalden. Rund 30 Rinder mussten aus einem Graben geborgen werden.

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«An die 30 Rinder sind am letzten Mittwoch im Gebiet des kleinen Schlierentals im Kanton Obwalden im Einzugsgebiet des Wängenschlierenbaches in einen Graben geraten und konnten sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien», sagt Guido Baumann. Um die Tiere retten zu können, wurde die Alpinlift Helikopter AG aus Buochs NW kurz vor Mittag zu dem ungewöhnlichen Einsatz durch die Rega aufgeboten.

Guido Baumann sass als Pilot im rettenden Helikopter: «Die ganze Bergungsaktion dauerte über fünf Stunden bis alle Tiere sicher geborgen waren.» Gerettet wurden die Rinder mit speziellen Tierbergungsnetzen. Diese waren an einer 50 Meter langen Leine am Helikopter befestigt, damit die Rinder aus dem engen Graben auf die Weide Längenschwand geflogen werden konnten.

Nicht ungefährlich

Damit dies überhaupt möglich war, mussten die meisten Rinder von einer aufgebotenen Tierärztin mit Betäubungsmitteln ruhig gestellt werden, bevor ihnen das Netz übergelegt werden konnte. «Auch unter Betäubungsmitteln wehrten sich einige Rinder vehement», sagt Baumann weiter.

Dies war für die Beteiligten nicht ungefährlich. Denn die Rinder, die bis zu 500 Kilogramm auf die Waage bringen, hätten ausschlagen oder ihre Helfer umrennen können. Baumann: «Damit sie nicht flüchten konnten, mussten wir sie vor der Rettung an einem gefällten Baumstamm festbinden.»

Herde folgte Rind

Grössere Rinder seien mit mehreren Dosen betäubt worden, doch in zwei Fällen habe selbst das nicht gereicht. Ein Rind wurde verletzt, als es das Tobel hinunter rannte, bevor es gerettet werden konnte. as zweite Rind flüchtete durch den schlammigen Graben, bevor es sich vom Hirten zur Alp treiben liess. Baumann: «Es ist ein Wahnsinn, wie viel Energie diese Tiere besitzen.» D

Baumann (52) fliegt seit 33 Jahren Helikopter. «Eine Rettungsaktion dieser Grössenordnung habe ich aber noch nie erlebt», sagt er. Die Tiere seien in die missliche Lage geraten, weil eines der Rinder sich auf den Weg zur Schlucht machte und die Herde ihm folgte. Im Einsatz standen eine Tierärztin, Mitarbeiter der Alpinlift Helikopter AG, der betroffene Älpler sowie Bauern, die zu Hilfe kamen.