Stadt Luzern

10. Januar 2020 12:30; Akt: 10.01.2020 12:30 Print

Rutzi-Zone lädt Kinder zum fairen Kämpfen ein

Auf dem Pausenplatz der Primarschule Fluhmühle gibt es eine Rutzi-Zone, in der Kinder miteinander kämpfen können. Der Fairste wird zum «Super-Rutzer» gekürt.

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In der Zehn-Uhr-Pause der Primarschule Fluhmühle geht es hitzig zu und her. Denn seit den letzten Herbstferien befindet sich auf dem Pausenplatzareal neu eine Rutzi-Zone.

In dieser können die Kinder gegeneinander ihre Kräfte messen: Spielerisches Kämpfen und Raufen ist das Ziel der Rutzi-Zone. «Ich mache gerne Tricks und kann schnell reagieren», sagt Angel-Clay zum Luzerner «Stadtmagazin». Die neue Pausenaktivität freut die Kinder: «Es macht einfach Spass, fair zu kämpfen», so der Schüler.

Die Schulleiterin der Schule Fluhmühle Bettina Wagner erklärt: «Die Rutzi-Zone wurde vor allem für die Buben eingerichtet.» Natürlich sei das Angebot auch für Mädchen offen. Erfahrungen zeigen jedoch, das vorwiegend Buben daran Gefallen finden. Mit der Rutzi-Zone können sie den «Umgang mit körperlicher Nähe und Distanz mit den eigenen und den Grenzen der anderen» erlernen, wie Andrea Müller, Kommunikation Volksschule, im «Stadtmagazin» schreibt.

Fairness als Ziel

Beim Rutzen gehe es erstrangig um faires Kämpfen: «Wir wollen den Kindern vermitteln, wie sie respektvoll miteinander kämpfen können», sagt Wagner. Viele Ideen seien schon in Bearbeitung. So sollen beispielsweise «Super-Rutzer» gekürt werden. «Das wird eine Auszeichnung für besonders faire Kämpferinnen und Kämpfer sein», so Wagner weiter. Die Vorbereitungen seien schon am Laufen. Wagner erklärt: «Jede Klasse hat zwei ‹Super-Rutzer› nominiert.»

Zusammen mit der Schulsozialarbeiterin nimmt sich Wagner zum Ziel, die «Super-Rutzer» auszubilden, sodass diese für Fairness im Kampf sorgen können. Sie werden nämlich die Aufgabe haben, die Rutzi-Zone in einem fairen Rahmen zu halten. «Die Idee ist es, dass Kinder auch untereinander für Fairness sorgen können, ohne Erwachsene», sagt Wagner. Ausserdem profitieren die Auserwählten von einem exklusiven Training mit einem Schwinger. Wer die Kinder trainieren darf, steht noch in Abklärung, wie Wagner berichtet. Die «Super-Rutzer» führen zudem regelmässige Gespräche mit der Schulleiterin und der Schulsozialarbeiterin, um von ihren Erfahrungen zu berichten.

Voller Erfolg für Fluhmühle

Die Rutzi-Zone scheint bisher ein voller Erfolg. Die mit den Lehrpersonen besprochenen Regeln sollen von den Kindern gut eingehalten werden. Für Wagner ist auch wichtig, dass die Pausenaufsicht nur zurückhaltend eingreift. «Längst nicht jeder Kampf, der nach Streit aussieht, ist auch einer», sagt sie.

Die Kinder der Primarschule Fluhmühle erfreuen sich an der Pausenattraktion. Den achtjährigen Aleksander hat die Rutzi-Zone vom Fussballplatz weggelockt. «Meistens kämpfe ich mit anderen Jungs», sagt er. Bei der achtjährigen Arisa mache er eine Ausnahme, schreibt Müller. «Sie ist eine gute Kämpferin», so Aleksander weiter. Dies, weil sie mit ihrem schon elfjährigen Bruder trainiere. Arisa sagt aber: «Ich möchte noch besser werden» und eilt zur Rutzi-Zone zurück, wo ihr nächster Kampfpartner auf sie wartet.

(jab)