René Kuhn

10. August 2009 22:20; Akt: 10.08.2009 23:01 Print

SVP-Präsi ekelt sich vor «linken, verfilzten Weibern»

Der Stadtluzerner SVP-Präsident René Kuhn reitet im Internet eine üble Attacke gegen Frauen in der Schweiz. Jetzt droht ihm der Rauswurf aus seiner Partei.

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Kuhn ärgert sich auf seiner Website über ungepflegte Schweizerinnen, die «in Lumpen herumlaufen, keinen Schmuck tragen und keine Schminke gebrauchen, obwohl sie es dringend nötig hätten». Täglich müsse man sich diese «linken, ungepflegten, verfilzten Weiber» anschauen. Und weiter schreibt Kuhn, der mit einer Russin verheiratet ist: «Die linken Schweizer Frauen könnten noch einiges lernen, aber diese Emanzen laufen lieber wie Vogelscheuchen umher.»

Kuhns Tirade sorgt bei Politikerinnen aller Couleur für Empörung. Für die Stadtluzerner SP ist Kuhn nicht mehr tragbar – sie fordert Konsequenzen. «Das kann auch der Rücktritt sein», so Co-Präsidentin Luzia Mumentaler. Doch auch parteiintern gerät Kuhn unter Beschuss. «Solche Äusserungen sind für einen Parteipräsidenten völlig inakzeptabel», so Rita Gygax, Präsidentin der SVP Frauen Schweiz. Sie will die Angelegenheit morgen besprechen. Der Luzerner Kantonalpräsident Josef Kunz sagte gestern: «Wir werden das in der Parteileitung besprechen, allenfalls muss Kuhn mit einem Ausschluss aus der SVP rechnen.» Kuhn war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(gus/mfe/20 Minuten)