Luzern

20. Februar 2011 22:45; Akt: 20.02.2011 20:50 Print

Scharfe Kritik an Ladenschluss-Gesetz

von Martin Erdmann - Bis wann im Kanton Luzern die Läden geöffnet haben dürfen, ist stark umstritten. Die Kritik gegen das bestehende Gesetz häuft sich aber und die Gewerkschaften zeigen sich darüber besorgt.

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Längere Öffnungszeiten, mehr Leute?

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Das Ladenschlussgesetz des Kantons Luzern gehört zu den strengsten der Schweiz – und der Unmut dagegen wächst. «Luzern und Freiburg sind für mich die rückständigsten Kantone in Sachen Ladenöffnungszeiten», kritisierte Manor-CEO Bertrand Jungo in der «Zentralschweiz am Sonntag». Durch verlängerte Ladenöffnungszeiten verspricht er sich drei bis fünf Prozent mehr Umsatz.

Umfrage
Sollen Läden am Abend länger geöffnet bleiben dürfen?
54 %
45 %
1 %
Insgesamt 381 Teilnehmer

Die Jungfreisinnigen Luzern (JFDP) kämpfen ebenfalls dafür, dass Geschäfte selber bestimmen können, wie lange sie geöffnet haben. Seit Anfang ­Januar sammeln sie für eine Initiative, die alle Einschränkungen aufheben will. Bereits kamen rund 760 Unterschriften zusammen. «Das zeigt, dass das Bedürfnis bei der Bevölkerung vorhanden ist», ist Vizepräsident Philipp Brun überzeugt. Nichts zu rütteln gibt es allerdings an der Zeitspanne zwischen 23 und 6 Uhr sowie an den Sonntagen: Abgesehen von Ausnahmen darf gemäss dem Arbeitsgesetz des Bundes dann nicht gearbeitet werden.

Der Luzerner Gewerkschaftsbund lehnt die JFDP-Initiative klar ab: «Durch die Aufhebung des Ladenschlussgesetzes würde es für Arbeitnehmer schwierig, sich am ­sozialen Leben zu beteiligen», sagt Louis Schelbert, Geschäftsleiter und Nationalrat (Grüne).

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bernhard Schlatter am 22.02.2011 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolg verlangt entsprechende Gegenleistung!

    Es ist unglaublich, wie hinterwäldlerisch sich die Luzerner Detaillisten verhalten. Die Läden gehören an Samstagen sicher bis mindestens 18 Uhr geöffnet. Hingegen genügt ein Abendverkauf pro Woche längstens. Die umliegenden Kantone machen es vor. Wie lange will Luzern noch zuwarten? Man will wohl Geld verdienen, aber nichts dafür leisten? So geht es nicht.

  • sessa am 21.02.2011 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Soll jeder Laden selber entscheiden

    Komme gerade von Australien zurück und ich muss sagen ich vermisse das die 24 Stunden läden jetzt schon... den es gibt genug die nebenbei Joben möchten und so auch die möglichkeiten bekommen. Klar muss man die Arbeiter schützen damit Sie nicht über den Tisch gezogen werden aber ich kann im Büro auch arbeiten wie ich will und das geht auch manchmal bis in die Nacht.

  • Refe25 am 21.02.2011 23:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nidwalden vs. Luzern

    Habe vorher in der Stadt Luzern gewohnt, in Zug gearbeitet und mich jedesmal grün und blau geärgert über die Öffnungszeiten. Als ich nach der Arbeit in LU ankam, hatte schon alles zu. Jetzt wohn ich in Stans, habe einen längeren Arbeitsweg, aber genug Zeit einzukaufen. Herrlich!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tomy am 23.02.2011 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Geld-Geschäfte für Banken + Abzocker

    Die gesammte Konsum-Spirale schadet nicht nur unserem Geldbeutel, sonder auch der Jugend und dem ganzen Sozial-Netzwerk.

  • Marco am 23.02.2011 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Längere Öffnungszeiten - mehr Arbeitsplätz

    Der Gewerkschaftsbund sollte mal einen Schritt mehr überlegen als nur zu behaupten dass sich die Arbeitnehmer weniger am sozialen Leben beteiligen könnten wenn sie mehr arbeiten müssten. Wenn die Öffnungszeiten verlängert werden, ist die logische Folge von mehr geschaffenen Arbeitsplätzen und somit ausgeglichene Arbeitszeiten für alle Arbeitnehmer. Es gibt dann Arbeitsplätze für alle zeitlichen Arbeitsbedürfnisse. Die, die lieber Abends arbeiten und für jene die lieber Tagsüber arbeiten. Also, eine ausgeglichene soziale Lösung!

    • Alessia am 24.02.2011 21:19 Report Diesen Beitrag melden

      Längere Öffnungszeiten - dümmere Arbeitsschichten

      Ich glaube weder daran das mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn überhaupt nur minimal und ich denke nicht das man grosse Wahl bei den Schichten haben wird, in die wird man eingeteilt, findet man niemand der tauscht, dumm gelaufen. Also eine nicht soziale Lösung.

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  • Bernhard Schlatter am 22.02.2011 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolg verlangt entsprechende Gegenleistung!

    Es ist unglaublich, wie hinterwäldlerisch sich die Luzerner Detaillisten verhalten. Die Läden gehören an Samstagen sicher bis mindestens 18 Uhr geöffnet. Hingegen genügt ein Abendverkauf pro Woche längstens. Die umliegenden Kantone machen es vor. Wie lange will Luzern noch zuwarten? Man will wohl Geld verdienen, aber nichts dafür leisten? So geht es nicht.

  • Sarah am 22.02.2011 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    In den usa...

    ...ist das schon lange der Fall. Ich finde Luzern hat so ein schoenes Flair und sollte auch unbedingt so bleiben, doch laengere Ladensoeffnungszeiten waeren echt nicht schlecht. Auch mal nach der Arbeit Shoppen gehen oder gemuetlich in der Stadt herum schlaendern.

  • Andi am 22.02.2011 01:03 Report Diesen Beitrag melden

    Veränderte Gewohnheiten und Gesellschaft

    Es ist an der Zeit, dass sich Arbeitszeiten (generell) den angepassten Lebensbedingungen anpassen, sprich flexibler werden. Ausserdem hilft dies Staus und den nahenden Verkehrskolaps zu reduzieren, denn ob 3 Verkäufer sich eine Schicht teilen um den Stossverkehr abzufangen oder sich auf den ganzen Tag aufteilen kommt auf das selbe heraus, bringt aber weniger Gedränge. Die Umwelt wird es auch danken, wenn nicht alle immer punkt 17h gleichzeitig auf der Strasse sind. Selbst der freie Sonntag ist ein alter Zopf, es heisst ja schliesslich am 7. Tage sollst du ruhn; das kann ja auch ein Montag sein