Scheunen-Brand

23. Februar 2020 16:33; Akt: 23.02.2020 16:33 Print

Nach dem Güggaliball retten Fasnächtler Kühe

Am frühen Sonntagmorgen ist in Willisau LU eine Scheune in Brand geraten. 33 Kühe und drei Rinder konnten gerettet werden, vier kleine Kälber jedoch starben.

Der Vizekommandant der Feuerwehr Willisau-Gettnau im Interview (Video: BRK News)
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Auf einem Bauernhof in Willisau ist am frühen Sonntagmorgen eine Scheune in Brand geraten. In einem Gebäudeteil waren auch Tiere untergebracht. Der betroffene Bauer konnte auf die Hilfe von heimkehrenden Fasnächtlern zählen.

«Als um 5 Uhr mein Wecker losging, war es schon sehr hell draussen», sagt Franz Lötscher (52), Bauer des Hofs, gegenüber 20 Minuten. Zuerst habe er gedacht, das Licht käme von einem Fasnachtsfest in der Nähe. «Als ich dann aus dem Fenster sah, kamen die Flammen schon aus meiner Scheune», sagt er.

Er habe dann die Feuerwehr alarmiert und sei sofort raus gegangen: «Als ich vor der Scheune war, kam mir schon der erste Fasnächtler vom Güggaliball zur Hilfe. Ich konnte das Tor öffnen und die Kühe rauslassen. Sie standen schon dicht gedrängt am Tor und wollten raus.» Die Kühe seien dann sofort auf die Wiese gerannt. Der Güggaliball findet jeweils im benachbarten Daiwil statt. Später seien noch mehr Fasnächtler gekommen, die helfen wollten. «Sie halfen mit, das Vieh auf den Wiesen zusammen zu halten.»

Vier Kälber verbrannt

Beim Kälberstall hatte der Bauer weniger Glück: «Ich konnte ihn nicht mehr öffnen. Die Hitze war zu stark.» Lötscher glaubt, er wäre ohnehin zu spät gewesen: «Ich konnte sie nicht schreien hören.»

Beim Brand kamen vier Kälber ums Leben. Die 33 Mutterkühe und drei Rinder konnten gerettet werden, sie wurden auf umliegenden Höfen untergebracht, sagt Guido Häfliger von der Feuerwehr Willisau-Gettnau.

Vier Kälber starben bei Scheunenbrand

Der betroffene Hof liegt an der Ostergauerstrasse im Osten der Gemeinde. Der Alarm ging bei der Feuerwehr um 5.06 Uhr ein, wie Häfliger auf Anfrage sagte. Die Löschkräfte rückten mit 92 Leuten aus. Die Scheune brannte komplett nieder. Die Nachlöscharbeiten sollen laut Häfliger noch den ganzen Sonntag andauern.

Ungewisse Zukunft

Wie es nun weitergehen soll, weiss Bauer Lötscher noch nicht: «Ich bin auch schon über 50. Und jetzt alles für zehn Jahre wieder aufbauen, macht auch keinen Sinn.» Wer die Liegenschaft nach ihm übernehmen wird, sei noch nicht geregelt. Lötscher ist lediglich der Pächter des Hofs. Eigentümer ist die AG Zigelwerke Horw-Gettnau-Muri. «Ich habe den Verpächter informiert. Jetzt schauen wir, wie es weitergeht.» sagt Lötscher.

Die Brandursache ist noch unklar; Detektive der Polizei ermitteln diese nun. Lötscher schliesst Brandstiftung aus: «Ich glaube nicht, dass mir jemand etwas Böses will, ich hatte ja mit niemandem Streit.»

(scl/sda)